Ein Weisheitsspruch aus meiner Jugendzeit hieß: Wer den Pfennig nicht ehrt ist, ist des Talers nicht wert. Gilt der Spruch noch heute, wo es Euro und Cent gibt? Interessiert noch der Cent? Fängt die Wertschätzung heute erst ab dem Euro an?
Im Kalender für das Klever Land aus dem Jahre 1967 wurde eine Geschichte zu diesem Thema geschrieben, die ich auszugsweise wiedergeben möchte.
In den Neunziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts, wo ein Brötchen noch 2 Pfennige, ein Pfund Salz noch 5 Pfennige kostete, da eröffnete der Besitz nur weniger Pfennige für Kinder und Jugendliche die Aussicht auf unvorstellbare Herrlichkeiten.
Das Sonntagsgeld betrug damals 10 Pfennige. Von diesem Geld mussten aber auch Kleinigkeiten, wie Schreibgriffel oder –federn beglichen werden. Über das restliche Geld konnte frei verfügt werden. Es konnte in einem Krämerladen für einen Pfennig Zuckerpapier gekauft werden.
Zuckerpapier war Zeitungspapier, auf dem Makronen oder andere Leckereien gebacken worden waren und auf denen sich dabei kleine Teigkringel abgesetzt hatten. Diese Kringel wurden –trotz bleihaltiger Druckerschwärze- mit gleichem Genuss abgeleckt, wie wir heutzutage unser Eis essen. Beim Einkauf des Zuckerpapiers legten die Kinder wert darauf die „Kölnische Zeitung“ und nicht den Klevischen Volksfreund oder das Klever Kreisblatt zu erhalten, weil dieser ein größeres Format hatte.
In dem Krämerladen konnten auch weitere Delikatessen gekauft werden. Die Verkäuferin sammelte sorgsam die Krumen, die beim Kuchenbacken an den Formen haften blieb. Für einen Pfennig erhielten die Kinder eine ganze Tüte voll...
Der Bezug zum Pfennig verlor vorübergehend während der Weltwirtschaftskrise (WWK) an Bedeutung. Vor der Inflation kostete ein dickes Ei 8 Pfennige (0,08 Mark) und in der Inflation 80 Milliarden Mark (80.000.000.000 Mark). Ein Glas Bier kostete vor der WWK 13 Pfennige und in der WWK 150 Mrd Mark.
Ach du dickes Ei!
findet ihr bei
N 51° 41. 838 E 006° 10. 000
Festes Schuhwerk und Angang aus südlicher Richtung sind empfehlenswert.
Bleibt auf dem Trampelpfad. Ist zwar ein kleiner Umweg, aber dafür piekt's nicht!
Viel Erfolg und viel Spaß!
wünschen euch steele&holt