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De Redner Hannes Traditional Cache

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Meiho: Ich schließe de Redener Hannes. Dank an die Cacher. Gruß Meiho

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Hidden : 4/7/2012
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

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Geocache Description:

Wenn ihr mal Hunger oder Durst habt, kann man an diesem Ort gut einkehren.

Dank an Sufix46 für diesen Link. Ich greife ihn gern auf. So hat man auch etwas Geschichte zu einem Denkmal
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Wer war der Redener Hannes?
Die Geschichte eines Kunstwerkes, das zum Denkmal wurde
– von Dr. Horst Wilhelm –

Am Portal des Zehenhauses der Grube Reden steht die mit drei Meter überlebensgroße Skulptur eines Bergmannes. Ein Kunstwerk, das von dem Augsburger Künstler Fritz Koelle geschaffen wurde. Es handelt sich wahrscheinlich um die vergrößerte Nachbildung des 1937 entstandenen Originals in den Maßen 93 x 30 x 30 cm. Die Bronze Skulptur wurde aufgestellt anlässlich der Einweihung des neuen Zechenhauses im Jahre 1939. Der Neubau war eine erste Stufe des von Hermann Göring in seiner Eigenschaft als preußischer Innenminister versprochenen Ausbaus der Grube Reden zum „nationalsozialistischen Musterbetrieb“.

Der 1895 in Augsburg geborene Künstler Fritz Koelle (†1958) hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine große Zahl Kunstwerke aus seinem bevorzugten Material, der Bronze, aus dem Bereich Bergbau und Hüttenwesen geschaffen. Mit diesem Thema war er auf Grund seiner Bekanntschaft mit der St.Ingberter Malerin Elisabeth Karmann in den 1920er Jahren in Berührung gekommen, die er, bevor er sie im Jahr 1925 heiratet, mehrmals in St. Ingbert besuchte. Dabei lernte er die Berufswelt der saarländischen Berg- und Hüttenleute „vor Ort“ kennen. Er fuhr mit den Bergleuten nach Untertage und verbrachte stundenlang mit den Kumpels beim Anfertigen von Skizzen im Abbaustreb oder mit den Walzwerkern im Funkenregen an der Walzenstraße des Eisenwerkes. „Den Arbeiter habe ich nirgends so bodenständig und so echt gefunden wie an der Saar!“ so ein überlieferter Ausspruch von ihm.Aus dieser Begeisterung ist eine Vielzahl von Kunstwerken aus der saarländischen Arbeitswelt – alle in Bronze – entstanden. Sie erinnern an die industrielle Vergangenheit unseres Landes. Koelle war Studienkollege von Käthe Kollwitz und wahrscheinlich auch von Ernst Barlach an der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin. „Während Käthe Kollwitz ihre Arbeiten aus dem Großstadt- Proletariat als soziale Anklage verstand, empfand Koelle seine Gruben- und Hüttenarbeiter als selbstbewusste und stolze Repräsentanten ihres Berufsstandes. – ohne aus ihnen Helden der Arbeit zu machen.“ (SZ, Dez. 2001).

Im Werkverzeichnis (E.M.Pasche) finden sich neben den genannten Skulpturen von Bergleuten und Eisenwerkern, zum Beispiel Schachthauer, Wettersteiger, Schlepper, Kohlenhauer, und Walzwerker auch solche von Bergmannsfrauen und Bergmannskindern. Wer das Stadtmuseum München besucht, findet gleich beim Eingang das Bergmannskind von der Saar mit Kohlenbrocken in der Schürze“. Im Saarland stehen neben dem Bergmann in Reden zahlreiche Koelle-Werke zum Beispiel in St.Ingbert, Homburg und im Saarlandmuseum.

Wie aber kam der Redener Bergmann zu seinem Namen „Redener Hannes“?

Koelle hatte in St.Ingbert-Rohrbach sein Idealmodell gefunden: Heinrich Weber, genannt „Schange Hennrich“, einem auf Grube St. Ingbert beschäftigten Bergmann, der 1961 an Silikose verstorben ist. Nicht wegen ihm persönlich, sondern wohl aus seiner Herkunft aus Rohrbach wurde die nach ihm geschaffene Skulptur von den Redener Bergleuten als „Rohrbacher Hannes“ bezeichnet. Diesen Namen trug der Redner Bergmann solange Bergleute auf der Grube einfuhren. Erst mit der „Industrie-Kultur“ wurde er von den neuen Redner Leuten adoptiert und hieß fortan „Redener Hannes“, was der Stärkung der „corporate identity“ der ehemaligen Bergleute von Reden und Itzenplitzer sicherlich förderlich war und auch heute noch ist. Gleichzeitig wandelte sich damit das Kunstwerk, das bis heute als solches immer noch gelegentlich verkannt wird und zur „Bergmannsfigur“ abgestuft wird, zu einem Denkmal, das an die Kohlezeit in der Region erinnert.

Da Koelles Arbeiterskulpturen von Historikern gerne zeitkritisch „als typische Beispiele für die heroisierende Darstellung des Arbeiters im Dritten Reich“ bezeichnet werden, und die Persönlichkeit Koelles als „ein Diener zweier Herren“ gesehen wird, der sowohl im Dritten Reich den Nazi Horst Wessel, wie auch in Ulbrichts DDR Karl Marx portraitierte, wären damit auch die Aspekte der Ausbeutung des Arbeiters zu politischen Zwecken und die Anpassungsfähigkeit mancher Künstler an die politischen Verhältnisse deutlich gemacht und dokumentiert.

Quellen:
Saarbrücker Zeitung, 8/1963 und 12/2001
E.M.Pasche:Werkverzeichnis, 2001

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