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in our disclaimer.
Ein Multi zum Thema Krieg mit 6 Stages und 1 Final. Die Stages zeigen Euch Gedenkstätten für Kriegsopfer und Heimatvertriebene. Ihr müsst keine Dosen suchen, sondern nur jeweils eine Frage beantworten. Die Lösungen führen Euch dann zum Final, wo auch eine Dose wartet. Tragt dort bitte nicht nur Euren Log ein, vielleicht will der Eine oder Andere ja auch einen Gedanken zum Thema hinterlassen. Bitte nichts zum Tauschen ablegen.
Vorbemerkung:
-Ich selbst bin kein Freund von Multis, in diesem Fall war ich aber gleich aus mehreren Gründen zu dieser Art Cache gezwungen. Zwei der Gedenkstätten unterschreiten schon zueinander die 160-m-Regel und der Owner eines weiteren Caches wollte unbedingt an seiner Location festhalten.
-Die Reihenfolge, wie Ihr diesen Multi angeht, bleibt Euch überlassen, für die Stages 1/5/6 könnt Ihr den gleichen Parkplatz am Rosenthal-Theater nutzen.
-Bei Stage 3 könnt Ihr noch einen weiteren Cache im Vorbeigehen erledigen (GC2XK5Q).
-Die Streckenlänge beträgt ca. 3,5 km, alle Stages, bis auf St. 3, sind gut mit dem Auto erreichbar.
-Stage 4 schließt die Runde als Nachtcache aus, hier braucht Ihr definitiv Tageslicht, achtet bitte den Privatgrund.
-Da Ihr Euch zumeist an Gedenkstätten aufhaltet, habe ich bewusst auf das Legen von Dosen verzichtet, alle Lösungen sind sichtbar, also Hände in die Hosentaschen und einfach nur schauen.
Nun aber zum Multi selbst:
Der Erste Weltkrieg mit seinen verheerenden Verlusten veranlasste die Menschen für die Gefallenen, als sichtbaren Ausdruck ihrer Trauer, Gedenkstätten zu errichten. Egal ob Firma, Verein, Kirche, oder Einzelperson, überall im Selber Umland entstanden Denkmäler mit den Namen der etwa 750 Gefallenen. Trotz einer gewissen Glorifizierung sollten die Denkmäler wohl schon damals auch Mahnstätten sein, doch schon 21 Jahre später begann ein neuer Krieg, radikaler und totaler als es sich jemals hätte Jemand vorstellen können. Doch nach dem Tod von 55 Millionen Menschen, Zivilisten und Soldaten, blieb nach Ende des 2. Weltkrieges die Bewahrung des Gedenkens zunächst bei den Familien. Erst spät entstanden Gedenksteine, als Zusatz zu den bestehenden Stätten, wo nun anonym der Opfer aus Krieg und Vertreibung gedacht wurde.
Für den Multi habe ich nun sechs Stätten ausgesucht, welche die unterschiedliche Erinnerungskultur zeigen sollen:
Stage 1: Das Sedandenkmal
Am Sedantag des Jahres 1895, dem 2. September, erfolgte die feierliche Einweihung des Sedandenkmals. Unter reger Teilnahme der Bevölkerung weihten die Selber Honoratioren auf einem Vorplatz der Selber Stadtkirche, ein als Obelisk gestaltetes Denkmal für die 13 Gefallenen des Frankreichfeldzuges 1870-1871 ein.
J. Christian Reiz fiel bei: a = Sedan = 2
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - -Orleans = 4
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - -Versailles = 6
Parkplatz: N 50° 10.110 – E 012° 07.977, oder vor Ort.
Stage 2: Factory In
Was heute ein aufstrebendes Factory-Outlet beherbergt, war früher einmal eine Porzellanfabrik von Weltruf. Auf Porzellan dieser Fabrik speisten die Passagiere der Luftschiffe des Grafen Zeppelin, was auch 1928 mit einem Überflug eines Zeppelins über Selb belohnt worden war. Zahlreiche Selber Firmen gedachten ihrer gefallen und vermissten Mitarbeiter, jedoch hat nur dieses Denkmal die Zeit überdauert
Welche Firma „gedenkt ihren Helden“ des ersten Weltkrieges: b = Krautheim = 5
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Rosenthal = 7
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Heinrich = 9
Parkplatz: N 50° 10.246 – E 012° 07.414
INFO: Der Zugang von der Vielitzer Straße ist an die üblichen Geschäftszeiten und die von Do. – Sa. verlängerten Öffnungszeiten eines Lokals gebunden. Ein weiterer Zugang zum Innenhof ist über die Heinestraße möglich.
Stage 3: Öffentliches Gedenken
Nachdem Selber Honoratioren den „Verein zur Errichtung eines Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen Söhne der Stadt Selb, e. V.“ gegründet hatten, konnten deren Pläne 1928 umgesetzt werden. Auf dem Goldberg entstand eine „oktogonale Halle, aus Granitquadern, ohne Dach“, welche heute in der Denkmalliste des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erfasst ist. Auf sieben Granittafeln sind 500 Namen der gefallenen Selber des 1. Weltkrieges eingeschlagen.
Wann fiel Hermann Zollfrank: c = 10.9.1914 = 3
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -11.9.1914 = 5
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -12.9.1914 = 7
Hermann Zollfrank wird Euch später noch einmal begegnen.
INFO: Während des Festival-Mediaval, jeweils am zweiten Septemberwochenende, liegt das Denkmal auf dem abgesperrten Festivalgelände.
Parkplatz: N 50° 09.894 – E 012° 07.504
Stage 4: Gedenken der Vereine
Auch die Selber Vereine ehrten ihre Gefallenen, mit Annoncen, in Festschriften, auf Gedenktafeln. Die größeren Vereine, so auch der damalige „Turnverein II“ errichtete auf seinem Vereinsgelände an exponierter Stelle ein Denkmal mit Namenstafel. Aus dem Verein sollte später die Turnerschaft Selb hervorgehen. Die Namenstafel ist verschwunden, das Denkmal hat man versetzt. Von den Koordinaten aus ist es in einiger Entfernung zu sehen.
Was thront auf dem Sockel: d = Eisernes Kreuz = 6
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - liegende Fahnen mit Eichenkranz = 4
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - ruhender Löwe = 2
Stage 5: Stolpersteine
Am 1. Juli 2011 setzte der Berliner Aktionskünstler Gunter Demnig in Selb mehrere seiner „Stolpersteine“. Bundesweit weisen Messingquader auf Wohnhäuser verschleppter und ermordeter Juden hin. Hier in Selb erinnern die Stolpersteine an die Familie Rosenthal, welche im Badershof das Kaufhaus Thorn führte. 1942 wurde die Familie nach Riga deportiert und dort ermordet. Weitere Steine zeugen vom Schicksal von Erna Ziegler und Isidor Waldmann. Selb war somit keineswegs die Insel der Glückseeligen, während des Naziregimes.
Wie viele Stolpersteine findet Ihr im Badershof: e = 1 = 6
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -2 = 8
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -3 = 0
Parkplatz: N 50° 10.110 – E 012° 07.977
Stage 6: Vertreibung
Unweit des Badershof findet Ihr nun an der letzten Stage eine Gedenktafel für die Tausenden Heimatvertriebenen, alleine aus dem Ascher Ländchen. Eine weitere Folge des 2. Weltkrieges war die gezielte Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen, was sich zur größeren Völkerverschiebung der Menschheitsgeschichte entwickeln sollte. Es waren nicht nur die Sudetendeutschen, deren Heimatverlust hier gedacht wird, verschiedenen Quellen sprechen von 12 Millionen „Flüchtlingen“. Die unzähligen Toten, welche diese Vertreibungen oftmals forderten, werden wohl nie mehr erfasst werden.
Wie viele Gemeinden sind auf der Gedenktafel vermerkt: f = 26 = 7
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -27 = 9
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -28 = 1
Parkplatz: N 50° 10.110 – E 012° 07.977
Final:
Die Finaldose findet Ihr nun bei
N 50° 10.ABC --- E 012° 08.DEF
Die Finallocation wurde zwar in den letzten Jahren „renaturiert“, aber leider wurde im weiteren Umkreis der Dose nicht „alles“ beseitigt. Der Ort wurde von mir aber bewusst gewählt, weist er doch einige Besonderheiten auf.
-A- Peilt Ihr nun vom Final aus auf 268 ° und geht 40 m in diese Richtung, findet Ihr einen unscheinbaren, umrankten Findling. Bei genauerem Hinsehen werdet Ihr ihn als Gedenkstein für Hermann Zollfrank erkennen, sein Sterbedatum habt Ihr bei Stage 3 gesucht. Ihr befindet Euch auf dem ehemaligen Familiengrundstück. Die wohlhabenden Eltern errichteten diesen Stein für ihren gefallenen Sohn. Ihr dürft das Grundstück betreten, dies ist mit der heutigen Eigentümerin vereinbart, welche die Inschrift des Steines auch wieder rekonstruieren will.
-B- Ihr befindet Euch nahe der „Opelschen Steinhauerei“, im Kirchleinsgrund. Von der Firma sind nur noch einige Mauerreste und Abraum zu finden. Im März 1933 trafen sich hier auf der Straße ein uniformierter SA-Mann und eine ortsbekannte Kommunistin. Schnell kam es zum Streit, der SA-Mann zog einen Revolver und erschoss die Mutter zweier Kinder auf offener Straße. Der Täter kam mit einer vergleichsweise geringen Strafe davon. Der Sohn der Ermordeten fiel später während des Russlandfeldzuges.
-C- Die Gottesackerkirche am unteren Eingang zum Friedhof, N 50° 10.236 – E 012° 08.162 war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zur Kriegergedächtniskirche umgewidmet worden. Nach aufwändigen Arbeiten zeigten die Wände nun heroische Gemälde, die Brüstung des Balkons trug Tafeln mit den Namen der im ersten Weltkrieg gefallenen evangelischen Selber. Obwohl das Kirchlein viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg abermals renoviert worden war, erschienen einzelne Buchstaben der Namen wieder. Momentan wird die Kirche erneut renoviert und ist leider geschlossen.
-D- Als Letztes nun noch der Hinweis auf den nahegelegenen Selber Soldatenfriedhof, bei N 50° 10.236 – E 012° 08.422. Dort findet Ihr die Gräber von 115 Soldaten und Zivilisten, aus den beiden Weltkriegen. Hier ruhen Soldaten aus verschiedensten Ländern, Kriegsgefangene aus dem ersten Weltkrieg, Selber Zivilopfer der Beschießung durch die Amerikaner am 19./20.4.1945, ein von einem Standgericht am 15.4.1945 hingerichteter Soldat, sowie ein von amerikanischen Soldaten gelynchter deutscher Soldat.
Parkplatz: N 50° 10.232 - E 012° 08.295
Additional Hints
(No hints available.)