Ein Bahnhof für Buntenbock
Im Wald etwa einen Kilometer südöstlich des Ortes wird eine Wegekreuzung von vielen Einheimischen „Buntenbocker Bahnhof“ genannt, doch Spuren einer Bahnlinie oder eines Gebäudes sind hier nicht zu entdecken.
Zu Beginn des 20. Jh. ab es große Pläne, um Buntenbock und andere Harzorte mit einer neuen Eisenbahnlinie infrastrukturell besser zu erschließen. Damit sollte die schlechte wirtschaftliche Situation der Bergstädte Clausthal, Zellerfeld und Altenau verbessert werden. Innerhalb von zwei Jahren wurden die Pläne so konkret, dass Anfang 1914 die 20 Kilometer lange Trasse vom Clausthaler Ostbahnhof über Buntenbock, Lerbach und Freiheit nach Osterode abgesteckt und bereits Schneisen in den Wald geschlagen waren.
Trotz enormer Baukosten wurde die Eisenbahnstrecke von vielen Beteiligten für rentabel gehalten - heute kaum mehr vorstellbar. Der große Höhenunterschied zwischen Buntenbock und Lerbach erforderte drei Tunnel mit einer Länge von 150, 300 und 550 Metern, neun Talbrücken von bis 150 Meter Länge und 30 Meter Höhe und elf Über- und Unterführungen an Wegen. Die Orte Buntenbock, Lerbach und Freiheit sollten Bahnhöfe erhalten; vom Bahnhof Clausthal-Ost hätte die Strecke bei Bedarf in nördlicher Richtung nach Hahnenklee weitergeführt werden können.
Der 1. Weltkrieg machte die Verwirklichung dieser in der Planung fertig gestellten Eisenbahnstrecke zunichte, die der Höllentalbahn im Schwarzwald vergleichbar gewesen wäre.
Literatur Hildebrandt, Werner: Der geplante Bahnbau Clausthal-Buntenbock-Osterode.
Allgemeiner Harz-Berg-Kalender 1987, Clausthal-Zellerfeld, S. 66ff.