Nachtcache
Begonnen hatte die Geschichte der ThüDras (Thüringer Drache) vor vielen hundert Jahren im kleinen, beschaulichen Thüringer Wald.
Durch ihre Körpergröße von etwa 7 Zentimetern und ihre mannigfaltige Färbung, meist jedoch in den Tarnfarben des Waldes, konnten sie den Blicken der Menschen für lange Zeit entgehen. Selbst als die Menschen die vom Aussehen nicht unähnlichen monumentalen, fleischfressenden, feuerspeienden Flugdrachen verfolgten, schafften es die ThüDras sich in den dichten Wäldern zu verstecken.
Doch vor nicht all zu langer Zeit begab es sich, dass der kleine ThüDra Max samt seiner Familie von zweibeinigen Dosensuchern aus seiner Heimat vertrieben wurde. (GC1X6TG)
Auf der Suche nach einer neuen Wohnstätte kamen die Drachen an vielen Waldstücken vorbei, aber beinahe überall hatten sich andere ThüDra-Familien angesiedelt und Max und seine Verwandten waren gezwungen weiter zu ziehen. Schließlich gelangten sie erschöpft und müde von der langen Reise am Erfurter Steigerwald an. Da die Gegend recht sicher wirkte, machten sie zunächst Rast, um sich von den Strapazen ihrer Suche zu erholen, bevor sie dann im Schutze der Dunkelheit nach einer geeigneten Behausung suchen wollten.
Der weiseste unter den kleinen Drachen hatte entschieden, zwei besonders mutige Jungdrachen auszusenden, die den Wald erkunden sollten. Max freute sich und strahlte, dass er mit einer solch wichtigen Aufgabe betraut worden war. Als die Nacht hereinbrach, machten sich die beiden auf den Weg.
Um sich nicht zu verlaufen schlug Max vor, den Weg mit Feuerkugeln zu markieren, damit sie nicht im Kreis liefen oder, wenn sie zu tief in den Wald geraten würden, wieder herausfänden. Sein Begleiter stimmte dem zu und so hinterließen sie kleine weiße Feuerkugeln an Bäumen.
Da die Feuerkugeln viel Energie benötigen, markierten sie auf Wegstücken ohne Kreuzungen nur selten Feuerkugeln. An manchen Stellen mussten die kleinen Drachen wieder umkehren, da sie das Gefühl hatten, dass dieser Weg nicht zum Ziel führen würde. Immer an den Stellen, an denen sie umkehrten, hinterließen sie zwei gelbe Feuerkugeln als Markierung. Wenn an einer Kreuzung aber erst der zweite oder dritte Weg der richtige war, markierten sie den richtigen nicht besonders. Schließlich wussten sie, wenn sie losgingen ja noch nicht, ob es der richtige Weg war. Da ihnen der Wald unheimlich war, verließen sie nie die Wege. Auch mieden sie die Straßen, aus Angst vor den riesigen Blechmonstern.
Nach ca. 5 Kilometern durch den Wald irren, hörte Max ein leises Knacken hinter sich und drehte sich abrupt um. Angestrengt kniff er die Augen zusammen, konnte aber in dem dichten Unterholz nichts erkennen. Vorsichtig näher schleichend, entdeckte er eine hübsche kleine Drachendame, die sich tief in das Gesträuch geduckt hatte, um von den fremden Drachen nicht gesehen zu werden.
Als Max sie mit einem freundlichen „Hallo“ ansprach, sprang die Drachendame vor Schreck aus ihrem Versteck und machte sich zum Angriff bereit. Sofort wichen die Suchenden zurück.
„Nicht doch, warte! Wir wollen dir nichts Böses“ rief Max ihr entgegen und lächelte breit. Skeptisch schaute sie die beiden abwechselnd an und ihre Haltung entspannte sich langsam.
„Wer seid ihr?“ wollte sie wissen und so kamen die drei ThüDras ins Gespräch.
Max stellte sich und seinen Begleiter vor und erzählte Kiara, so hieß nämlich die kleine Drachendame, weshalb sie ihren Wald verlassen mussten, welchen Gefahren sie begegnet waren und das sie gehofft hatten, in diesem Wald eine neue Heimat zu finden.
Nachdem Max seine Geschichte beendet hatte, entschied sich Kiara, mit den beiden ein Geheimnis zu teilen und sie mit zu ihrer heimischen Höhle zu nehmen. Auf dem Weg dorthin markierten die beiden Jungdrachen, wie schon zuvor, die Bäume mit Feuerkugeln.
Als sie dort ankamen, staunten ihre neuen Freunde über das was sie vorfanden. Eine Dose, ganz ähnlich der, die sie aus ihrer Heimat hatte fliehen lassen. Vor Aufregung entwichen ihnen einige rote Feuerkugeln. Kiara erzählte ihnen, dass sie und ihre Familie schon eine ganze Weile in der Nähe der Dose leben. Die Menschen, die von ihr angezogen werden, sind nette und freundliche Wesen, die die Natur achten und niemals Schaden anrichten!
Max' Begleiter war nicht sehr begeistert von der Situation und wollte zu den anderen zurückkehren, um von ihrem Fund zu berichten. Er glaubte, dass der Weise weiterreisen wolle. Max selbst aber glaubte Kiara und wollte den Menschen eine Chance geben. So kam es, dass Max bei Kiara blieb und der andere ThüDra den Rückweg antrat.
Die angegebenen Startkoordinaten geben die Stelle an, an der Max & seine Freunde Rast machten.
Um den Versteckort zu finden, müsst ihr nur den Feuerkugelmarkierungen der ThüDras folgen. Aber wie schon geschrieben, manchmal sind sie von einer Kreuzung in mehrere Richtungen gegangen. Auch ihr müsst euch, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, für eine entscheiden. Je nachdem, wie viel Glück ihr habt oder wie gut eure Intuition ist, entscheidet sich die Länge des Weges (4 bis 6 km).