Die Flügelbahn
Das Sandstein aus dem Römersteinbruch St. Margarethen für Bauten in ganz Österreich verwendet wird ist spätestens nach dem Bau des Stefansdomes, der zum Teil aus St. Margarethner Sandstein besteht, allseits bekannt.
Wie die Marerialien aber damals abgebaut wurden und wie sie verfrachtet wurden ist vielleicht nicht mehr so verbreitet.
Hier also ein kleiner Auszug der Geschichtet:
Der Sandstein wird in St. Margarethen schon seit Jahrhunderten abgebaut. Und war seither immer wieder hoch geschäzt. Noch Heute kann man die Platos im Steinbruch sehen, auf denen fürher Baroke Holzkräne gestanden haben.
Auf einem dieser Platos, dass sich in Blickrichtung der Sitzreihen auf der Rechten Seite auftürmt, kann man noch heute (am besten im Winter) Überreste einer Mauer sehen die den damaligen Kran umgeben hat. (Entdecker Josef Gossy) Sollten hier Untersuchungen gemacht werden würden mit Sicherheit Überreste der Objekte zu finden sein.

Im Jahre 1890 erlangte der Sandstein aus St. Margarethen immer mehr an Ruf. Er wurde zum begehrtesten Baumaterial, sodass im Römersteinbruch an einen direkten Bahnanschluss gedacht wurde.
Geplant war ein Einschnitt in die Felswand des Steinbruchs und der anschließenden Installation einer Gleisanlage mit eigenem Bahnhof und Anbindung an das bestehende Gleissystem.
Unter dem Fürstlich-Esterhazyschen Verwalter Oberingenieur Adalbert Lackner wurde 1892 mit dem Bau begonnen.
Der Einschnitt der mit 100m Länge und einer Höchsttiefe von 36m geplant war wurde im Jahr 1896 fertiggestellt. Die für den Einschnitt ausgebrochenen Steine sollten die Kosten von damals 100.000 Goldkrone wieder hereinbringen, was leider nicht der Fall war. Der Einschnitt trieb St. Margarethen damals fast in den Ruin.
Der damalige Bruchmeister Herr Romolo Rufini (geb. 3. 8. 1840 in Rom) war schon während der Planung dagegen, bekam aber damals kein Gehör bei der Bevölkerung da er gleichzeitig auch Fuhrwerksunternehmer war und dadurch auch ein Teil seines Einkommens bedroht war.
Nach Fertigstellung des Einschnittes wurde die Gleisanlage installiert und zum damaligen Bahnhof geführt, die dann von dort weiter nach Oslip geführt wurde und schließlich in Schützen ins bestehende Bahnnetz mündete.
So entstand auch der Name Flügelbahn. Die Gleisanlage ist nämlich kein Netz wie das bestehende Bahnnetz sonder ein Flügel oder Ausläufer des Netzes.
Die ganze Anlage bestand nicht nur aus dem Einschnitt, einem Bahnhof und den Schienen, es was auch ein Lokomotivhaus das heute dem Architekten Roland Rianer gehört und einem Wirtshaus das in direkter Nähe des Einschnittes steht und heute das Bildhauerhaus ist.
Der Bahnhof selbst existiert nicht mehr. An seiner Stelle steht heute ein von St. Margarethner Maurern in der fast schon vergessenen alten Steinbauweise gemauertes Wohnhaus das im Besitz von Dr. Karl Gruber ist.
Die Gleise selbst die Richtung Oslip links neben der Straße verliefen sind zur Gänze entfernt worden und der Grund wurde an Bauern verkauft dort die angrenzenden Äcker hatten.
Was hier noch interessant ist, sind die während des Baus des Einschnittes entdecketn Spalten, die wegen Abrutschgefahr ausgemauert wurden. In einem Spalt wurde ein Bierkeller eingerichtet, im anderen eine Quellfassung eingebaut und ein anderere Spalt, die Fledermaus höhle ist heute eine der größten Naturhöhlen des Burgenlandes (78.3 m lang).