Höhenmeter bergauf:
220 m
Der Oswald von Wolkenstein Weg ist ein leichter Themenweg, der nicht nur Kindern ein kurzweiliges und informatives Wandervergügen bietet.
Hoch über Seis, am Fuß der Santnerspitze, ragen die Überreste zweier Burgen aus dem Wald, Ruine Salegg und Ruine Hauenstein - geheimnisvolle Zeugen aus der Zeit der Ritter und Burgfräulein. Berühmtester Burgherr auf Hauenstein war der Dichter und Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1377-1445). Er kam nach jahrelangen Erbstreitigkeiten 1427 in den Besitz der Burg. Auf dem Oswald von Wolkenstein Weg erfährt man auf unterhaltsame Weise, wie sich das Leben im Mittelalter abgespielt hat.
Von der Zufahrt der Talstation der Seiser Alm Bahn zweigt ein asphaltierter Fahrweg zum Hotel Salegg ab. Nach gut 10 Min. hat man das Hotel mit seinen Türmchen und Holzbalkonen erreicht., geht links vorbei und zweigt scharf links auf den gut ausgeschilderten Oswald von Wolkenstein Weg ab. Er schlängelt sich durch den Hauensteiner Wald zur Ruine Salegg hinauf, vorbei an der ersten Station des Themenweges, die Einblicke in die Gesellschaftsordnung des Mittelalters gibt. Von der Ruine öffnet sich ein schöner Blick auf die Ortschaft Seis am Schlern und das Eisacktal. Die Mauerreste wetteifern mit der Santnerspitze, die dem Schlern vorgelagert ist. Ohne großen Höhenunterschied quert der Weg nun die bewaldeten Hänge.
Ein kurzer Abstecher zweigt rechts zu einem eisernen Geschichtenbuch ab, in dem allerlei sagenhafte Erzählungen gesammelt sind. Wenige Minuten später steht man unter dem mächtigen Felsblock, auf dem die Ruine Hauenstein thront. Auf seiner Rückseite steigt man zu den Mauern hinauf und genießt den Blick auf den Schlern und Seis, der bereits Oswald von Wolkenstein zu seinen Gesängen und Gedichten inspiriert haben dürfte. Am Fuß der Burg erzählen Tafeln über sein Leben.
Unterhalb des Felsklotzes setzt sich der Oswald von Wolkenstein Weg nach rechts fort. Zweigt man kurz darauf links Richtung "Seis" ab, bringt einen der Wolkenstein Weg in einer halben Stunde zum Hotel Salegg zurück. Hält man sich geradeaus Richtung "Bad Ratzes", trifft man auf einige weitere Stationen. Bei einer Forststraße endet der Oswald von Wolkenstein Weg.
Rechts erreicht man in einem zehnminütigen Abstecher das Hotel Bad Ratzes. Wer noch in Wanderlaune ist, kann dort die Tour auf dem Geologensteig fortsetzen. Links zeigt der Wegweiser Richtung "Seis". Man gelangt zur Fahrstraße nach Bad Ratzes, verlässt sie aber gleich wieder links auf einem abkürzenden Weg, der an einem Weiler vorbeiführt.
Anschließend folgt man einige Meter der Straße, bis man in einer Rechtskehre links auf einen Forstweg abbiegt. Man trifft wieder auf den Oswald von Wolkenstein Weg, hält sich dort geradeaus (Wegweiser "Ruine Salegg") und kehrt zurück zum Hotel Salegg und zur Talstation der Seiser Alm Bahn.
Oswald von Wolkenstein
Oswald von Wolkenstein (* um 1377 vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal/Südtirol; † 2. August 1445 in Meran) war ein Sänger, Dichter und Komponist sowie ein Politiker von mehr als nur regionaler Bedeutung. Sein Leben und Wirken kann als beispielhaft für einen Ritter des ausgehenden Spätmittelalters angesehen werden. Er war Diplomat in Diensten des deutschen Kaisers Sigismund I. und in denen der Görzer Meinhardiner.
Leben
Das Leben Oswalds ist in vielen Dokumenten detailliert überliefert. Er selbst sorgte mit seinen häufig autobiografischen Liedern dafür, dass sein Leben nicht vergessen wurde. In zwei Prachthandschriften ließ er diese Lieder auch verewigen.
Oswald war der zweite von drei Söhnen (und vier Töchtern) des Friedrich von Wolkenstein und der Katharina von Villanders.
Oswalds Brixner Gedenkstein von 1408
Sämtliche Porträts zeigen Oswald mit verschlossenem rechten Auge. Eine Untersuchung des Schädels aus dem 1973 aufgefundenen Grab Oswalds ergab, dass es sich dabei um eine angeborene Missbildung handelte. Die rechte Augenhöhle war kleiner als die linke, was dazu führte, dass der Augapfel permanent unter Druck stand. Daraus resultierte später eine Lähmung des Lidmuskels (Ptosis).
Ein „Familienhistörchen“, nach dem sich Oswald als etwa achtjähriger Knabe eine Verletzung durch einen Unfall bei einem Bogenschuss zugezogen haben soll, gilt damit als widerlegt. Die im Volksmund gelegentlich kolportierte Erklärung von dem Verlust der Augenkraft bei der Verteidigung von Burg Greifenstein (1423) ist vollends unmöglich, da Oswald beispielsweise bereits auf dem Gedenkstein am Brixner Dom von 1408 einäugig dargestellt wird.
Im Alter von zehn Jahren (also um 1387) verließ er sein Elternhaus, um als Knappe zu dienen und die Welt zu bereisen:
Es fügt sich, do ich was von zehen jaren alt,
ich wolt besehen, wie die werlt wer gestalt …
Mehrere Jahre lang reist Oswald, wohl im Gefolge eines fahrenden Ritters, in verschiedenen Ländern umher. Für den Sohn eines Edelmanns war dies damals üblich. Beachtenswert ist aber, wie umfassend er die damals bekannte Welt, von Europa über die Türkei bis in den Nahen Osten und Nordafrika, kennengelernt hat: Sein oben zitiertes autobiografisches Lied nennt Preußen, Russland, die Tatarei, Türkei, den Vorderen Orient, Italien, Frankreich, Spanien, das Schwarze Meer und Aragon; im „Hauensteinlied“ nennt er noch weitere Länder. In seiner Dichtung gewinnt Oswald komische Effekte aus dem Gegensatz zwischen seinem bewegten Reiseleben und seinem Dasein als verheirateter Familienvater, der auf der Heimatburg festsitzt, so im Lied "Durch Barbarei, Arabia".
| Durch Barbarei, Arabia |
Durch Barbarei, Arabia,
durch Hermani in Persia,
durch Tartari in Suria,
durch Romani in Türggia,
Ibernia,
der sprüng han ich vergessen.
Durch Reussen, Preussen, Eiffenlant,
gen Litto, Liffen, übern strant,
gen Tennmarckh, Sweden, in Prabant,
durch Flandern, Franckreich, Engelant
und Schottenland
hab ich lang nicht gemessen,
Durch Arragon, Kastilie,
Granaten und Afferen,
auss Portugal, Ispanie
bis gen dem vinstern steren,
von Profenz gen Marsilie.
In Races vor Saleren,
daselbs belaib ich an der e,
mein ellend da zu meren
vast ungeren.
Auff ainem runden kofel smal,
mit dickem wald umbfangen,
vil hoher berg und tieffe tal,
stain, stauden, stöck, snee stangen,
der sich ich teglich ane zal.
noch aines tüt mich pangen,
das mir der klainen kindlin schal
mein oren dick bedrangen,
hand durchgangen.
|
| Oswald von Wolkenstein |
Nach dem Tod des Vaters (1399) kehrte Oswald nach Tirol zurück und ist dort 1400 wieder urkundlich nachweisbar. 1401–1402 nahm er am vermutlich erfolglosen Italienfeldzug des deutschen Königs Ruprecht von der Pfalz teil. In diese Zeit fällt ein Streit mit seinem älteren Bruder Michael, der das väterliche Erbe verwaltete. 1407 wurde das Erbe zwischen den Brüdern Michael, Oswald und Leonhard geteilt. Oswald erhielt ein Dritteil der Burg Hauenstein bei Seis am Schlern. Zu den Besitzern der anderen zwei Drittel dieser Ganerbenburg gehörten ein Ritter namens Martin Jäger sowie die Tochter des Brixener Schulmeisters, Anna Hausmann. Letztere ist von dem Wolkenstein-Biographen Anton Schwob als die fatale Geliebte identifiziert worden, die Oswald in mehreren Liedern als Hausmannin bezeichnet. Möglicherweise noch vor seiner Pilgerfahrt ins Hl. Land stiftete Oswald eine Kapelle im Dom zu Brixen mit einem Fresko von seinem Schiffbruch auf dem Schwarzen Meer – diesen Schiffbruch schildert der Dichter in zwei seiner Liedern als komische Episode seines Lebens, da er sich auf einem Fass Malvasier-Wein habe retten können. 1408 gab er als Vorbereitung auf eine Palästinareise den Denkstein am Brixner Dom in Auftrag, der Oswald alsKreuzritter mit langem Pilgerbart zeigt. Nach seiner Rückkehr (1409/10) aus dem Heiligen Land erwarb er 1411 das Wohnrecht im Augustiner-ChorherrenstiftNeustift bei Brixen.
Höhepunkt von Oswalds Leben war 1415 die Teilnahme am Konzil von Konstanz im Gefolge Herzog Friedrichs IV. von Tirol; eine Abbildung Oswalds findet sich auch in der Konzilschronik des Ulrich von Richental. Dort ist Oswald im Februar 1415 in den Dienst König Sigmunds (des deutschen Königs und Königs von Ungarn) aufgenommen worden; als Jahresgehalt sind 300 ungarische Gulden in der Bestallungsurkunde festgehalten. Eine Gesandtschaftsreise (zur Beseitigung des Schismas) führte ihn über England und Schottland nach Portugal. Oswald hat sich dort an dem Eroberungszug zur maurischen, heute zu Spanien gehörigen Stadt Ceuta beteiligt. Dieser Heerzug ist von der Kirche als Kreuzzug genehmigt und mit Privilegien ausgestattet gewesen. Danach ist Wolkenstein im Herbst 1415 nach Perpignan gereist, um sich dem Gefolge König Sigmunds anzuschließen, der dort mehrere Wochen mit König Ferdinand I. von Aragon und dem schismatischen Papst Pedro de Luna über die Abdankung des Letzteren verhandelte. Am Ende dieser Verhandlungsperiode ist Oswald von Wolkenstein (nach dem Kaiser und weiteren Mitgliedern der königlichen Delegation) mit dem aragonesischen Marienorden ("Orden de la Jarra") ausgezeichnet worden, der in voller Adjustierung auf seinem Porträt von 1432 abgebildet ist. Zuvor ist Oswald von Wolkenstein von der aragonesischen Königinwitwe, Margarete von Prades, mit goldenen Ringen für seine Sangeskunst geehrt worden. Sigismunds Weiterreise führte auch den Tiroler Sänger nach Paris, wo Oswald vom 1. März bis Ende April verweilt. Oswald hat seinen Aufenthalt auch zu Auftritten vor der französischen Königin Isabeau (= Elisabeth von Bayern) genutzt und ist von der Königin für seine Sangeskunst mit einem Diamanten belohnt worden. Verschiedene Bildzeugnisse dokumentieren Wolkensteins damalige Nähe zum König. Eine Darstellung findet sich auf dem Retabel des Hochaltars in der Dortmunder Reinoldikirche, wo Oswald kniend vor Sigismund abgebildet ist. Eine weitere bildliche Dokumentation dieser Nähe findet sich bei der Schutzmantelmadonna von Le Puy-en-Velay in Südfrankreich.
1417 war Oswald wieder in Konstanz, später in Tirol. Er schloss sich dem Adelsbund gegen den Landesherrn Friedrich IV. von Tirol an.
Rekonstruierte Kopie des Vollbilds Oswalds aus der Handschrift A (Original um 1425)
Ebenfalls im Jahr 1417 heiratete Oswald die adelige Margareta von Schwangau. Oswald von Wolkenstein hat Margareta von Schwangau mehrere Lieder gewidmet. Um die Besitzanteile an der Ganerben-Burg Hauenstein bei Seis brach seit 1421 ein erbitterter Erbstreit aus, der Oswald von Wolkenstein mehrfach in den Kerker seiner Feinde brachte, da er gleichzeitig in einem langjährigen Konflikt mit dem Tiroler Landesherren lag. Oswald als Vertreter des niederen Adels versuchte letztlich erfolglos dem Bestreben der Landesfürsten um mehr Macht Einhalt zu bieten. Frei kam Oswald erst, nachdem er die so genannte Urfehde, also die Aufgabe seines Widerstandes, gelobt und dem Landesfürsten die Anerkennung der landesherrschaftlichen Mittelbarkeit geleistet hatte.
1421 gelang es den Hauensteiner Fehdegegnern Oswald erstmals in ihre Gewalt zu bringen: Er wurde von der Hausmannin in einen Hinterhalt gelockt, als Gefangener nach Schloss Forst bei Meran geführt und gefoltert. In mehreren Liedern schildert der Dichter, wie er gefoltert worden sei, weshalb er lange an Krücken gehen musste. (Die Entdeckung seines Skeletts in Neustift und die anschließende gerichtsmedizinische Untersuchung der Knochen hat die Verletzungen nachweisen können, wodurch Oswald u.a. eine Knochenhautentzündung am linken Schienbein erlitten hatte.) Am 17. Dezember wurde er in die Gefangenschaft Herzog Friedrichs IV. nach Innsbruck überliefert, aus der er erst 1422 gegen eine Bürgschaft von 6000 Dukaten für fünf Monate freikam. Weil er sich nicht mit seinen Gegnern einigen konnte, sollte er zurück in die Gefangenschaft, floh stattdessen aber zu König Sigmund nach Ungarn.
1423 löste sich der Adelsbund auf. Der Herzog von Tirol bestand aber auf seiner Forderung von 6000 Dukaten. In den nächsten Jahren ersuchte Oswald vergeblich Hilfe bei Sigmund und anderen Fürsten, vor allem bei Pfalzgraf Ludwig III. in Heidelberg. 1427 wurde Oswald vor den Landtag in Bozen geladen, verließ heimlich das Land, wurde aufgegriffen und als Gefangener auf die Burg Vellenberg beiGötzens, dann nach Innsbruck gebracht. Das Eingreifen seiner Freunde brachte einen Kompromiss zustande. Martin Jäger erhielt eine Abfindung, Hauenstein blieb im Besitz Oswalds, der allerdings Urfehde schwören musste. 1429 mischte sich Oswald mit einem Faustschlag, den er dem neuen Bischof von Brixen, Ulrich Putsch versetzte, in den Streit zwischen diesem und dem Domkapitel ein.
1431 zog Oswald zusammen mit Bruder Michael zum Reichstag von Nürnberg. Dort wurde er von Kaiser Sigismund in den Drachenorden aufgenommen. Das Abzeichen dieses exklusiven Ordens ist ebenfalls auf seinem Porträt von 1432 zur Schau gestellt. Ob er am Hussiten-Feldzug in diesem Jahr teilgenommen hat, ist nicht belegt. 1432 hielt er sich am Hof König Sigmunds in Piacenza und Parma auf und begleitete seinen Dienstherrn zur Kaiserkrönung nach Rom. Ende Mai begleitete er den königlichen Gesandten zu den Konzilsverhandlungen nach Basel. 1439 starb Herzog Friedrich IV. von Tirol. Oswald wurde in die Kommission von fünf angesehenen Männern berufen, die ein Inventar des Erbes erstellten und dieses unter gemeinsamem Verschluss für den minderjährigen Sohn Sigmund aufbewahrten. 1445 trat Oswald letztmals in der Politik auf: Er nahm am Landtag in Meran teil, wo er am 2. August 1445 starb. Er wurde im Kloster Neustift bei Brixen begraben, wo sein Grab 1973 wiedergefunden wurde.
Oswald von Wolkenstein hatte mit seiner Frau Margareta von Schwangau sieben Kinder. Seine Nachfahren bilden die noch heute bestehende Familie Wolkenstein-Rodenegg. 2011 zeigte das Südtiroler Landesmuseum eine mehrmonatige Sonderausstellung im Schloss Tirol unter dem Titel „Ich Wolkenstein“, in der neben originalen Liedtexten und zeitgenössischen Artefakten auch die Rezeption Wolkensteins durch spätere Maler und Grafiker dargestellt wurde
Überlieferung der Lieder
Wolkensteins Schaffen als Lieddichter ist im Wesentlichen in drei Handschriften überliefert, die zu seinen Lebzeiten bzw. kurz danach entstanden sind:
- 1425 bzw. 1427–1436: Wiener Liederhandschrift A (Texte mit Noten) = Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Signatur: Codex Vindobonensis 2777; Großfolioband, 66 Pergamentblätter, im Hauptteil 1425 fertig gestellt mit Inhaltsverzeichnis von 42 Liedern (= Grundstock), Nachträge bis 1441: 108 Liedtexte und Melodien; Autorbildnis auf der Vorderseite des Innendeckels. Faksimiles:
- Oswald von Wolkenstein. Handschrift A. In Abbildung hrsg. von Ulrich Müller und Franz Viktor Spechtler. Privatdruck Stuttgart 1974.
- Oswald von Wolkenstein. Handschrift A. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 2777 der Österreichischen Nationalbibliothek. Kommentar Francesco Delbono (= Codices selecti LIX). Graz 1977.
- 1432 Innsbrucker Liederhandschrift B (Texte mit Noten) = Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, ohne Signatur, Innsbruck; Großfolioband, 48 Pergamentblätter, im Hauptteil 1432 fertiggestellt, nur wenige Nachträge bis 1438: 118 Liedtexte und Melodien; lebensgroßes Brustbild auf dem Vorsetzblatt, erstes lebensechtes Porträt eines deutschen Dichters. Faksimiles:
- Oswald von Wolkenstein. Abbildungen zur Überlieferung I: Die Innsbrucker Wolkenstein-Handschrift B. Hrsg. von Hans Moser und Ulrich Müller. Göppingen 1972 (= Litterae 12).
- Oswald von Wolkenstein: Liederhandschrift B. Farbmikrofiche-Edition der Handschrift Innsbruck, Universitätsbibliothek, o. Sign. Einführung und kodikologische Beschreibung von Walter Neuhauser. München 1987 (= Codices illuminati medii aevi 8).
- Circa 1450 Innsbrucker Handschrift c (Texte ohne Noten) = Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Signatur: FB 1950, Innsbruck; 115 Papierblätter, um 1450 angelegt: 116 Liedtexte ohne Melodien und ohne Titelbild; in der Textfolge im Wesentlichen eine Abschrift von B. Faksimile:
- Oswald von Wolkenstein. Abbildungen zur Überlieferung II: Die Innsbrucker Wolkenstein-Handschrift c. Hrsg. von Hans Moser, Ulrich Müller und Franz Viktor Spechtler. Mit einem Anhang zum 'Wolfenbütteler Porträt' und zur Todesnachricht O’svW von Hans-Dieter Mück. Göppingen 1973 (= Litterae 16).
Die Handschriften A und B entstanden in Oswalds eigenem Auftrag. Auch an der Textredaktion dieser Handschriften beteiligte sich Oswald selbst, wie sich an zahlreichen Korrekturen und persönlichen Anmerkungen nachweisen lässt. Beispiel: Unter der Aufzeichnung des Liedes Kl 26 "Durch aubenteuer tal und perg" findet sich in Hs. A folgender lateinischer Kommentar: "Ultimus versus est verissimus. Per oswaldum Wolckenstainer" = Der letzte Vers ist nur allzu wahr. Durch mich Oswald Wolkenstein (beglaubigt).
Die Herstellungsorte können sich nicht urkundlich nachweisen lassen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Handschriften A und B im Skriptorium (= Schreibwerkstatt) des Augustiner Chorherrenstifts Neustift bei Brixen angefertigt worden sind. Der Dichter hatte dort ein Wohnrecht erworben und fungierte als weltlicher Schutzherr (= Vogt) des Klosters. Zudem ist Oswald von Wolkenstein in der Basilika des Stifts bestattet worden, ein Privileg, das außer den Äbten nur wenige hoch gestellte Persönlichkeiten genossen, die sich um das Kloster verdient gemacht hatten.
Die Maler der beiden Autorbilder konnten bisher nicht identifiziert werden.
In den beiden Prachthandschriften sowie in vereinzelten Nebenüberlieferungen sind insgesamt 134 Texte überliefert, die meisten in den kaum divergierenden Fassungen der Handschriften A (= Wien) und B (= Innsbruck) von 1425 respective 1432. Abweichungen zeigen sich eher in den Melodienotationen, wobei in Hs. B die mehrstimmigen Tonsätze oft auf Notenaufzeichnungen von lediglich 2 Stimmen reduziert sind.
Beide Liedersammlungen gehören zu den größten Buchschätzen des Mittelalters. In der kostbaren Ausstattung mit Autorbildnissen und künstlerisch anspruchsvollen Initialen, in der kalligrapghischen Qualität von Text und Melodieaufzeichnung dokumentieren Wolkensteins Liederbücher zugleich einen Anspruch auf höchste künstlerische Qualität. Da der Autor diese Prachthandschriften offenbar auf eigene Kosten anlegen ließ und zudem die erste Liederhandschrift einem der Herzöge von Österreich zum Geschenk gemacht hatte, lässt sich zugleich das außerordentliche künstlerische Selbstbewusstsein Oswalds von Wolkenstein ermessen. Den Rang seiner Kunst haben die unmittelbar nachfolgenden Generationen allerdings nicht mehr geschätzt. Die Wolkenstein-Forschung sieht darin einen der Gründe dafür, warum Oswald von Wolkenstein keine Schule begründet und auch keinen Nachfolger gefunden hat.
Zur Interpretation
Die heutige Beliebtheit des Südtirolers bietet die vielleicht wichtigste Erklärung dafür, weshalb Oswald von Wolkenstein im Unterschied zu den klassischen Minnesängern erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt worden ist. Denn all die Besonderheiten seiner Liedkunst, die wir heute als Zeichen seiner Genialität schätzen, werteten die romantischen Wiederererwecker deutscher Dichtung des Mittelalters als unvereinbar mit den Vorbildern der hochmittelalterlichen Klassik:
- Die Neuartigkeit seiner autobiographischen Lyrik,
- die Suggestivkraft seiner neuen Sprache sinnlicher Wahrnehmung in weltläufiger Sprachmischung voller Bilder mit lebensnahem Lokalkolorit und impressionistischen Klangmalereien,
- die facettenreichen Pointen seines Humors, seiner ironischen Desillusionseffekte, Bildmontagen und Selbstpersiflagen,
- der eigenmächtig freie, fast postmodern wirkende Umgang mit den Formen und Motiven des klassischen Minnesangs,
- die ungeheuren inneren Dissonanzen seines Werks, das unvermittelte Nebeneinander von reuelos genießerischer Sinnenfreude und reuevoll verzweifelter Jenseitsfurcht, der jähe Wechsel von unstillbarem Welterkundungsdrang zu resignierter Weltverneinung,
- die kongeniale Kompositionskunst seiner einstimmigen Melodien und seiner mehrstimmigen Sätze, worin Oswald erstmals in großem Umfang Vorbilder der französischen und italienischen Ars Nova neu gestaltet.
Inhaltlich lässt sich Wolkensteins Lyrik in drei Hauptthemenbereiche gliedern: weltliche Liebesdichtung, geistliche Dichtung, autobiographische Lieder.
Wolkensteins Liebeslyrik umfasst rund ein Drittel seiner mehr als 130 Lieder und Spruchgedichte. Im Unterschied zum klassischen Minnesang des 12. und 13. Jahrhunderts dominieren in Oswalds Liebesdichtung Liedtypen mit sinnlichen oder szenischen Liebesmotiven, die, wie beispielsweise das Tagelied und die Pastourelle, eher zu den Randerscheinungen des Minnesangs zählen, sowie ganz neue Inhaltstypen wie Neujahrsgrüße und Liebesduette. Außerdem besingt Oswald von Wolkenstein erstmals seine namentlich genannte Geliebte (und Ehefrau) Margarete in Motiven, Szenen und Bildern, die ganz neue Dimensionen der Sinnenfreude, der Zärtlichkeit und der Gefühlsinnigkeit erschließen. Diese neuartige Dimension emotionaler Wirkung weiß der Dichter durch die einzigartige Virtuosität seiner Reimkunst effektvoll zu steigern. Das ist besonders in solchen Liedern der Fall, worin Wolkenstein beispielsweise Sinneseindrücke von Vogelgesang, von Frühlingsfeiern oder von Liebeswonnen in Klangbilder von neuartig illusionistischer Wirkung verwandelt. In diesen Lieddichtungen steigert sich seine Sprache sinnlicher Wahrnehmung zu rauschenden Festen rein sinnlicher Klangspiele.
Die geistlichen Lieder machen zahlenmäßig rund ein Viertel seines Werks aus. Macht man indes den Textumfang zum Maßstab, so füllt der geistliche Liedteil fast die Hälfte von Wolkensteins Gesamtwerk. Oswald selbst hat der geistlichen Lieddichtung allergrößte Bedeutung beigemessen, da er jede seiner Liedersammlungen mit einer Gruppe geistlicher Lieder eröffnet. Über die subjektive Wertung des Autors hinaus findet Wolkensteins geistliche Lieddichtung auch bei seinen heutigen Interpreten eine starke Beachtung. In der Tat sind dem Dichter auf diesem Gebiet Lieder gelungen, die textlich wie musikalisch zu seinen herausragenden Schöpfungen zählen. Thematisch zeigt sich Wolkensteins geistliches Liedschaffen unverkennbar von den vorherrschenden Frömmigkeitsbewegungen seiner Zeit geprägt. Daher bilden bei Oswald wie im Glaubensleben des 15. Jahrhunderts die Marienverehrung sowie die so genannten ‘Vier letzten Dinge’, Tod, Jüngstes Gericht, Himmel und Hölle, die Schwerpunkte. In seinen höfischen Marienpreisliedern entwickelt der Autor beispielsweise einen ganz neuen Stil privater Andacht. Als Darstellungsmittel für diese neue Form intim-persönlicher Marienfrömmigkeit hat Oswald von Wolkenstein, ähnlich wie in der Liebeslyrik, eine neue Sprache beseelter Sinnlichkeit geschaffen. Kraft dieser Sprachgebung erschließen sich neuartige Dimensionen religiösen Erlebens, worin Leib und Seele gleichermaßen erfasst sind und die Grenzen zwischen Menschlichem und Göttlichem im Sog sinnlicher Suggestivkraft aufgehoben scheinen. In dieser Hinsicht entfalten Oswalds Marienlieder eine ganz ähnliche Wirkung wie die spätgotischen Andachtsbilder der so genannten ‚Schönen Madonnen’, deren spirituelle Suggestivkraft bekanntlich ebenfalls von Komponenten sinnlicher Anschauung ausgelöst wird. Wenn Wolkenstein hingegen seine Gefangenschaftserlebnisse zum Anlass eindringlicher Gewissensforschungen macht, vermag er seine Todesängste und Gewissensnöte in Bildern von solch packender Anschaulichkeit zu beschwören, dass der Eindruck unmittelbarer Erlebnisschilderungen entsteht. Insofern gelingt es dem Dichter selbst in solchen Liedtypen einer religiös motivierten Innenschau, Psychogramme seiner Innenwelt von unverwechselbar Individualität zu erzeugen.
Den übrigen Anteil an seinem lyrischen Werk füllt die Gruppe autobiographischer Lieder. Diese Dichtungen zählen heute zu den originellsten Liedtexten Oswalds von Wolkenstein. Zu Recht. Denn die Lieder dieser Gruppe lassen sich, soweit sie sich nicht anderen geistlichen oder weltlichen Liedtypen zuordnen, kaum noch nach traditionellen Liedgattungen gliedern. Unter die Lupe einer Detailanalyse genommen entpuppt sich nämlich jedes der autobiographischen Lieder als ein Liedtyp ‘sui generis’ und verdiente daher eigentlich das Prädikat eines Solitärs. In immer neuen Variationen inszeniert Oswald in diesen Liedern Episoden seines ereignisreichen Lebens zu Erzählliedern oder Situationsschilderungen höchster Faszinationskraft. Hier thematisiert Wolkenstein die interessantesten Höhen und Tiefen seines Lebens: seine Ritter- und Minneabenteuer, seine offenen Kämpfe wie seine privaten Querelen und vor allem seine ausgedehnten Reisen durch Europa, Afrika und Asien, wobei der Dichter seine künstlerischen Auftritte in den erlauchten Kreisen fremder Ritter- und Fürstengesellschaften äußerst wirkungsvoll zu inszenieren versteht. Gerade der letztgenannte Typ der ‚Reiselieder’ verdient besondere Beachtung, da Wolkenstein in diesen Dichtungen die bereisten Weltgegenden mit ihren unterschiedlichen Topographien, Menschen, Sprachen und Sitten aus eigener Anschauung und selbst erworbener Weltkenntnis schildert. So vermitteln beispielsweise die Reiseimpressionen aus Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien und anderen Mittelmeergegenden Bilder voller lebensnahem Lokalkolorit, wie sie selbst in der Lyrik dieser Nationen einzigartig sind.
Diese Dichtungen allein genügten um zu zeigen, dass mit Oswald von Wolkenstein nicht nur einer der genialsten Lyriker deutscher Sprache wieder entdeckt worden ist, sondern auch einer der bedeutendsten Dichter der Weltliteratur.
Trivia
In den Südtiroler Orten Seis am Schlern (ital.: Siusi), Völs (ital.: Fiè), Schloss Prösels (ital.: Castel Presule) und Kastelruth (ital.: Castelrotto) findet seit 1983 gemeinsam das größte alpine Reitturnier statt, der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt. Das Reitspiel ist mittelalterlichen Reitturnieren nachempfunden und beinhaltet die Disziplinen Labyrinth, Ringstechen, Hindernisgalopp und Slalom.
[ITALIANO]
Se volete compiere un viaggio nel tempo e riscoprire come hanno vissuto menestrelli, dame e paggi, lo potete fare percorrendo il Sentiero di Oswald von Wolkenstein.
Le 15 stazioni dislocate lungo il sentiero, forniscono non solo informazioni sul menestrello, ma anche sul periodo dominato da miti e favole. La struttura gerarchica della società del tempo, la vita a corte e figure medioevali, come cavalieri e damigelle, sono descritti nelle singole stazioni lungo il sentiero così come le "severe" regole sul come comportarsi a tavola.
Lungo il percorso ritroviamo anche figure surreali come il piccolo drago Dlawso (la mascotte), che sorveglia un misterioso tesoro d'oro e argento mai scoperto. Con un po' di fortuna si può vedere anche un unicorno...!
Oswald von Wolkenstein
La vita di Oswald von Wolkenstein è oggi, grazie alle sue varie canzoni autobiografiche e lettere, quasi perfettamente documentata.
Oswald von Wolkenstein era un poeta, compositore, menestrello ed anche un diplomatico nel servizio dell’imperatore Sigismondo I. Si presume che Oswald von Wolkenstein sia nato nel 1376 o 1377 a Castel Trostburg nei pressi di Ponte Gardena. Era il secondo di tre figli ed inoltre aveva anche 4 sorelle. I suoi genitori erano Friedrich von Wolkenstein e Katharina von Villanders.
Verso il 1387, quindi all’eta di 10 anni, Oswald von Wolkenstein abbandonò la sua casa natale ed iniziò a fare viaggi attraverso l’intera Europa fino all’Oriente. Durante questo periodo iniziò già a scrivere delle canzoni come per esempio sulla Spagna, sulla Prussia, Ungheria e vari altri paesi per i quali passava. Quando però suo padrè morì nel 1398, Oswald decise di ritornare a casa nell’Alto Adige, dove ebbe inizio un lungo litigio sull’eredità con i suoi fratelli. Solo nel 1407 l’eredità venne divisa e Oswald ricevette un terzo del castello Hauenstein (Castelvecchio, Siusi allo Sciliar). Gli altri due terzi furono dati al cavaliere Martin Jäger.
Nel 1415 la vita di Oswald von Wolkenstein raggiunse il suo culmine, quando potè far parte al Concilio di Costanza ed infine divenne consigliere del re. Von Wolkenstein si servì inoltre di tutte gli incassi di Castelvecchio, del quale però Oswald possedeva solo un terzo. Di seguito iniziarono varie dispute per il castello tra Jäger e von Wolkenstein. Nel 1421 venne infine inprigionato presso Castel Forst nei pressi di Merano, dove venne torturato ed umiliato. Dopo anni di lite, fuga e detenzione, Castelvecchio rimase in possesso di Oswald von Wolkenstein, ma dovette pagare una liquidazione al cavaliere Jäger.
Tra il 1423/25 Oswald fece fabbricare un primo manoscritto su pergamena con oltre 100 delle sue canzoni. Oggi questo documento è noto come il “Manoscritto A“. Nel 1431 fece invece produrre il suo secondo manoscritto, noto come “Manoscritto B“, altrettanto su pergamena.
Curiosità: su quasi tutti i ritratti, Oswald von Wolkenstein viene mostrato con l’occhio destro chiuso. Oggi non si sa dire con certezza, se l’occhio era già danneggiato dalla nascita o se era ad attribuire ad una ferita da piccolo bambino durante giocava…
Oswald von Wolkenstein
Oswald von Wolkenstein (presumibilmente Val Pusteria, 1377 – Merano, 2 agosto 1445) è stato un poeta e diplomatico tedesco. È stato inoltre anche un cantante e compositore, oltre che un uomo politico. Il suo casato deriva da Wolkenstein in Val Gardena.
Nacque con buona probabilità a Castel Schöneck, presso Falzes in Val Pusteria, dove il padre era castellano nell'anno della nascita di Oswald. Tuttavia visse per gran parte della sua vita presso Siusi allo Sciliar, dove sono ancora visibili i ruderi della sua abitazione, il Castelvecchio (in ted. Burg Hauenstein) immerso nei boschi ai piedi dello Sciliar.
La sua lapide è a Bressanone, nei pressi del Duomo, mentre la sua sepoltura avvenne - secondo disposizione testamentaria - nel convento agostianiano di Novacella.
Viaggiò in tutta Europa, fino in Georgia, e entrò a far parte dell'Ordine del Dragone che aveva tra i suoi componenti Vlad III di Valacchia e Sigismondo di Lussemburgo, imperatore del Sacro Romano Impero.
Il “Sentiero Oswald von Wolkenstein” offre un viaggio nel tempo e la possibilità di riscoprire come hanno vissuto menestrelli, dame e paggi. Lungo il sentiero sono dislocate 15 stazioni che forniscono informazioni sul menestrello, sul periodo dominato da miti e favole, sulla struttura gerarchica della società del tempo, sulla vita a corte, sulle figure medioevali.
Itinerario: alla seconda curva grande al disotto della Cabinovia Alpe di Siusi, a destra si dirama la stradina contrassegnata con il numero 2 che porta all’Hotel Salego. Da qui parte l’itinerario contrassegnato con il numero 3. In lieve salita e con diverse serpentine, attraverso il bosco il sentiero prosegue alle Rovine di Salego. Rimanendo sempre nella Selva di Castelvecchio, si sale fino ad arrivare alle Rovine di Castelvecchio, all’epoca sede del poeta e trovatore Oswald von Wolkenstein e punto più alto dell’itinerario. Da lì il sentiero si snoda interamente in mezzo a un bosco folto di larici in direzione Bagni di Razzes fino ad arrivare su una stradina forestale dove si gira per ritornare alle Rovine di Castelvecchio. Poco prima delle rovine, il sentiero sempre contrassegnato con il numero 3, girando a destra, scende in direzione Siusi fino ad una biforcazione. Tenendosi sulla sinistra una comoda passeggiata porta di nuovo al punto di partenza.
[ENGLISH]
Oswald von Wolkenstein
Oswald von Wolkenstein (1376 or 1377, presumably in Castle Schöneck in Kiens – August 2, 1445 in Meran) was a poet, composer and diplomat. In the latter capacity, he traveled through much ofEurope, even as far as Georgia (as recounted in "Durch Barbarei, Arabia"), and was inducted into the Order of the Dragon. He lived for a time in Seis am Schlern.
Life
Oswald's father was Friedrich von Wolkenstein and his mother Katharina von Villanders. When he was ten years old, Oswald left his family and became squire of a knight errant. Oswald described the journeys undertaken by him in the following 14 years in his autobiographical song "Es fügt sich...", mentioning travels to Crete, Prussia, Lithuania, Crimea, Turkey, the Holy Land, France, Lombardy and Spain, as well as being shipwrecked in the Black Sea.
After the death of his father in 1399, Oswald returned to the Tyrol and began a drawn out quarrel with his older brother Michael about their inheritance. In 1401-1402 Oswald participated in the failed Italian expedition of King Rupert of Germany. In 1407 he and his brother finally agreed on how to split the inheritance: Oswald received a third of Castle Hauenstein and the accompanying estates in Seis am Schlern. The other two thirds of the castle belong to a knight named Martin Jäger, but Oswald did not respect the property situation, occupying the entire castle and appropriating Jägers share of the tithe. In 1408, in preparation for a pilgrimage to the Holy Land, Oswald paid for a memorial stone to be installed on the wall of the cathedral in Brixen. The stone has survived, and shows him in the garb of a Crusader, with the long beard associated with pilgrims. Before he left, he wrote several songs for his beloved, Anna Hausmann, the wife of the Brixner burgher Hans Hausmann. After his return in 1410 he acquired the right to take up residence in the Augustiner-Chorherren cloister Neustift near Brixen.
In 1414 Oswald became a member of the entourage of Friedrich IV, Duke of Austria and Count of Tyrol at the Council of Constance (1414–1418); a portrait of Oswald can be found in the council's chronicle (by Ulrich von Richental). Oswald entered as diplomat in the service of Sigismund, King of the Holy Roman Empire and of Hungary. His first diplomatic voyage brought him to England, Scotland and Portugal, where he participated in the conquest of the Moorish city of Ceuta (see Battle of Ceuta). In 1416 he joined King Sigismund in France and they travelled together back to Constance.
In 1417 Oswald married Margarete von Schwangau, with whom he would have seven children. Later that year he returned to Tyrol, where he joined the Elefantenbund, an alliance of noblemen against Friedrich IV, who had been banned by King Sigismund for aiding the flight of Antipope John XXIII from the Council of Constance. With the help of the local population, especially the peasants, Friedrich was able to resist the King and the nobles and from 1418 onwards Friedrich pursued his enemies within Tyrol vigorously. In September 1421 Oswald was lured by his lover Anna Hausmann into a trap and apprehended by Martin Jäger, who brought Oswald to Innsbruck and handed him over to Count Friedrich. In March 1422 Friedrich, in exchange of a surety of 6,000 ducats and an oath to abjure all vengeance, released Oswald for the duration of five months, so that Oswald may settle his debts with Martin Jäger and other nobles. Oswald could not reach an agreement with his enemies and did not show up in Tirol Castle on August 24, 1422, opting rather to ride to Hungary, where he met King Sigismund. Together they plotted a war against Friedrich. The war was started by Oswald's brother Michael who wrote to Friedrich on September 5, 1422: "Therefore I want to be your enemy and be in an alliance with your enemies."[1]
In 1423 open hostilities culminated in the siege of Castle Greifenstein, during which Oswald with both his brothers was part of the castle's garrison. The siege was lifted in November 1423 through a successful sally. But because the burghers and peasants of Tyrol and the bishop of Brixen supported Count Friedrich, most of the nobles, including both brothers of Oswald, surrendered on December 17, 1423. Few nobles chose to continue to fight. The most prominent were: Hans von Villanders, the brothers Ulrich and Wilhelm von Starkenberg, who successfully defended castle Greifenstein for years to come, and Oswald, who in the end would be become the last to surrender.
In 1424 things calmed down and Oswald commissioned the Neustift monastery to create a manuscript of his songs. The calmness of the year was due to the new Binger Kurverein (Alliance of Bingen) by the Empire's Kurfürsten against Sigmund, who could not afford to fight three wars at once: the planned one against Friedrich, the brewing one against the Kurverein and the ongoing one against the Hussites. On 17 February 1425, King and Count made peace on Castle Hornstein; Oswald was present.
Oswald returned to Tyrol to find himself completely penniless. Count Friedrich insisted on the payment of the 6,000 ducat surety. Oswald tried in vain to get hold of the money, and fled the Tyrol. In 1425 he resided inCastle Neuhaus near Gais, which at this point was not yet part of the County of Tyrol, but part of the County of Görz. Friedrich immediately used the peace with King Sigismund to renew the siege of Castle Greifenstein.
After Wilhelm von Starkenberg's capitulation on 26 November 1426, Oswald was the last nobleman feuding with Count Friedrich, and was summoned to the Landtag in Bozen. Oswald again fled Tyrol, but his flight was discovered. He was apprehended near Wasserburg on Lake Constance, brought back to Tyrol, and imprisoned in Castle Vellenberg (later Castle Sonnenburg) in Innsbruck. Oswald now had no choice but to make peace with Count Friedrich, who forced him to pay Martin Jäger a compensation in exchange for the stolen tithes, and in the process allowed Oswald to acquire full ownership of Castle Hauenstein and its estates. Furthermore, Oswald had to swear to refrain from any contact with nobles from outside Tyrol unless sanctioned by Count Friedrich.
In 1428, Oswald broke his oath and travelled to Heidelberg to meet Kurfürst Ludwig von der Pfalz, Archbishop of Cologne, Count Dietrich II von Moers and Duke Adolf VII von Jülich, with the aim to garner the help of the League of the Holy Court in a dispute with his cousin Hans von Villanders, who owed Oswald 2,200 ducats. While there, Oswald entered into a fray between the Domkapitel of Brixen and the new Prince-Bishop of Brixen, Ulrich Putsch, who was a friend of Martin Jäger, a confidante of Count Friedrich, and soon-to-be bishop chancellor of the County of Tyrol. The clash culminated in a coup on 30 October 1429, supported by Friedrich and led by Oswald against the bishop, who while being a prisoner of Oswald was beaten publicly by him. Initially, King Sigismund backed Oswald, but when informed by the other side in the dispute, both Sigismund and Friedrich switched sides and reinstated bishop Ulrich.
In 1430 King Sigismund summoned the nobles of the Holy Roman Empire to a Reichstag in the city of Nuremberg and Oswald with his brother Michael immediately left Tyrol to meet the King, who instead of going directly to Nuremberg undertook a two-month detour to the South German cities of Überlingen and Constance to celebrate Christmas. During this period, Oswald wrote many songs of an erotic nature- the most famous being "Ain Graserin" (KL 76) about a bathing maid, whose "frizzy hair" between her legs leads a man to rape her on the spot. In Nuremberg, Oswald became a member of the first rank of theOrder of the Dragon - a rank King Sigismund awarded only to two dozen nobles. Along with the honor came the obligation to participate in Sigismund's disastrous expedition against the Hussites in Bohemiain 1431 (see also Hussite Wars). Oswald experienced firsthand the mass flight of the 130,000-strong Imperial army on 14 August 1431 when the entire Imperial army panicked after sighting the 50,000-strong Hussite army approaching and singing.
Sigismund sent Oswald back to Tyrol to prepare the county for an expected Hussite invasion of the Empire and invited the Hussites to the Council of Basel to negotiate. Sigismund himself fled to Milan and later to Piacenza under the pretext that he had to go now to Rome to be crowned emperor. During this time Oswald commissioned the cloister Neustift to create a second manuscript collection of his songs. Sigismund called him to join him in Piacenza and Oswald obliged. The unpleasantness of his visit inspired him to write the complaint-song "Wer die ougen vil verschüren", which he set to a French melody. In May of the same year, Oswald was sent by Sigismund to Basel. After over a year of negotiations, Sigismund was crowned Holy Roman Emperor on 31 May 1433 by Pope Eugenius IV, with Oswald probably in attendance.
During the next years, Oswald's life settled down, and almost no reports of fights, brawls or trials are preserved. This changed with the death of Count Friedrich on 24 June 1439. As the heir Sigismund was only twelve years old at the time, a guardian had to be found until Sigismund came of age. The Landstände of Tyrol choose Sigismund’s uncle Friedrich V, Duke of Austria. The contracts of the guardianship were put in Oswald's care. Oswald used the opportunity to seek the assistance of Friedrich V in his eighteen-year long legal wrangling with Hans von Villanders (over bonds Oswald had given his cousin to hold).
When the guardianship of Sigismund ended on 25 July 1443 and Friedrich, now King Friedrich III of the Holy Roman Empire, decided to prolong it for another six years, the Landstände of Tyrol organized an open revolt. Oswald became one of five military commanders and was tasked with the defence of the most important of all positions, the Mühlbacher Klause (Mühlbach fortress), which blocked the most likely invasion route from Styria, where King Friedrich had taken up residence. The cities of Meran and Bozen provided funds and troops to reinforce the fortress, and all other passes and entrances into Tyrol were blocked by troops. As the city of Trento backed the King, an army of 3,000 men was sent south to besiege the city. On 10 December, a Tyrolean delegation arrived in Graz to demand the release of Sigismund and the return of the county's treasures, taken by Friedrich in 1440. Friedrich refused and threatened war. The Tyroleans responded by sacking Trento and electing Johann Röttel as the new bishop on 4 January 1440. Röttel's first declaration was to fully support the Landstände against the King. Oswald was one of the electors and the main instigator of this election. The next session by the Landstände began in Meran on 16 May 1445, and as it was now clear that King Friedrich was not planning an attack, options were discussed on how to bring Sigismund to Tyrol.
Oswald died on 2 August 1445 in Meran, succumbing to an intense heatwave. His offices were taken over by Ulrich von Matsch. His body was brought to Monastery Neustift (Vahrn) and buried near the font in the monastery's church, where his grave was rediscovered in 1973.
He is one of the most important composers of the early German Renaissance, and his melodies are of high quality. There are three main topics of his work: travel, God and sex.