Steinreich's Erbe
Anton wurde 1916 als Sohn eines Bergmanns in Marpingen geboren. Seine Mutter war Hausfrau und musste neben ihm noch 4 weitere Kinder versorgen. Anton hatte eine schöne Kindheit, die allerdings von Entbehrungen geprägt war.
Nach der Schule erlernte er den Beruf des Bergmanns und trat zunächst in seines Vaters Fußstapfen. Mit 19 Jahren lernte er Lydia kennen und die beiden verliebten sich. Vier Jahre später begann der 2. Weltkrieg und Anton wurde eingezogen.
Er kämpfte unter anderem in Russland, wo er in Gefangenschaft geriet. 1947 kehrte Anton vom Krieg gezeichnet in seine Heimat zurück.
Lydia hatte zwischenzeitlich geheiratet, da Anton während seiner Gefangenschaft als verschollen galt.
Das hat Anton nie verkraftet. Er hat sich in dieser für ihn sehr schweren Zeit zurückgezogen und ist immer mehr zum Einzelgänger geworden. Seine Arbeit als Bergmann konnte er aufgrund seiner Kriegsverletzungen nicht mehr ausführen.
Da Anton aber ein Kämpfer war, suchte er eine neue berufliche Perspektive. Nachdem der Krieg einige Städte in Schutt und Asche gelegt hatte, musste vieles neu aufgebaut werden.
Anton erinnerte sich, dass seine Familie einen kleinen Steinbruch besaß und die Idee, mit diesen Steinen den Wiederaufbau voranzutreiben, gefiel ihm.
Von seinem Onkel, der ebenfalls einen Steinbruch betrieb, erlernte Anton alles, was er über den Abbau und den Vertrieb der Steine wissen musste.
Er setzte seine Geschäftsidee um, erschloss den Steinbruch seiner Familie und konnte schon bald 10 Arbeiter beschäftigen. Die Steine fanden reißenden Absatz. Anton konnte weitere Arbeiter einstellen und mehrere Steinbrüche sein Eigen nennen. Das Geschäft florierte.
Schnell wurde ihm im Ort der Name „Steinreich“ verpasst und alsbald hatte er einige Neider. Anton litt sehr darunter und zog sich immer mehr zurück. An dem vielen Geld, das er verdiente, konnte er sich nicht recht erfreuen. Sein Haus im Ort verließ er, zog in eine kleine Hütte und lebte dort sehr bescheiden.
Er war sehr naturverbunden und bewirtschaftete eine kleine Parzelle im Wald. Dort hatte er sich eine Schlafgelegenheit eingerichtet, ging seinem Hobby, dem Schnitzen nach, und verbrachte hier so manche einsame Nacht.
Anton lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1984 alleine und in seinem Testament hinterließ er sein Erbe allen, die es sich – aus seiner Sicht - „verdient“ haben.
Begebt euch auf Anton's Spuren und besucht die Orte seines Wirkens. Beweist, dass ihr Mut, Geschick und etwas Ausdauer besitzt und euch somit einen Teil von Steinreich's Erbe verdient habt.
Stift und Notizblock können nicht schaden. Der Rundweg ist für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen leider nicht geeignet. Nicht unbedingt bei oder nach starkem Regen gehen. Lange Hosen und festes Schuhwerk werden empfohlen. Ihr solltet mindestens 2 Stunden Zeit einplanen. Und bei der sich immer wieder ändernden Vegetation kann ein Trampelpfad mal mehr, mal weniger sichtbar sein ;-) Viel Spaß!