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Der "Hinkelstein" vom Loibltal EarthCache

Hidden : 7/24/2012
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Der "Hinkelstein" vom Loibltal


Felssturz

Als Felssturz bezeichnet man das plötzliche Abbrechen von Felsmassen mittlerer Dimensionen aus steilem Gelände. Beträgt das Volumen mehr als eine Million Kubikmeter, so spricht man bereits von einem Bergsturz, bei einem Volumen von weniger als 0.1 Kubikmeter spricht man hingegen nur von Steinschlag.
Felsstürze hinterlassen im Gelände deutlich erkennbare Sturzbahnen.


Kleinerer Felssturz an der Ostseite des Eigers (Bern, Schweiz) auf den Unteren Grindelwaldgletscher
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Eiger_Felsabbruch20060721.JPG


Die Felsmassen werden während des Sturzes oder beim Auftreffen auf die Hangoberfläche in kleinere Steine, Geröll und größere Blöcke zerteilt. Je nach Größe erreichen die einzelnen Komponenten unterschiedliche Geschwindigkeiten. Kleinere Brocken bleiben oft schon in der Sturzbahn liegen, größere können jedoch Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h erreichen und bahnen sich ihren Weg ins Tal.
Felsstürze entstehen oft an geologischen Trennflächen, Spalten und Klüften. Sie sind die Folge der stetigen Verwitterung und des damit verbundenen Zerfalls einer Felswand. Natürliche Tau- und Gefrierprozesse können diese physikalische Verwitterung des Gesteins fördern und beschleunigen.


Der "Hinkelstein"

Bei Fels-und Bergstürzen denkt man oft an historische Ereignisse, die vor hunderten Jahren stattfanden und nur aus Chroniken bekannt sind. Dass ein Felssturz sich aber auch heute jeder Zeit ereignen kann, wurde den Einwohnern von Unterloibl deutlich vor Augen geführt, als sie am Nachmittag des 23. Oktober 2011 durch lauten Lärm aus dem Alltag gerissen wurden.
30000 Kubikmeter Fels und Geröll lösten sich aus einer Felswand, die ungefähr 100 Höhenmeter über den Parkplätzen des beliebten Ausflugszieles der Tscheppaschlucht liegt. Die nach unten stürzenden Gesteinsmassen hinterließen dabei eine deutlich sichtbare Sturzbahn im steilen Gelände.

Besonders bemerkenswert waren dabei zwei ungewöhnlich große Felsbrocken, die mit großer Wucht bis auf die Parkplätze hinunterdonnerten. Deutlich konnte man dabei die Spur der Verwüstung erkennen, die sie hinterließen, bis sie endlich zum Stillstand kamen. Der kleinere (60 Tonnen) kam bereits am obersten Parkplatz zur Ruhe, der größere setzte seinen Weg weiter fort. Beim Übergang ins flache Gelände sprang er über einen kleinen Erdwall, hinterließ beim Wiederauftreffen ein riesiges Loch im Asphalt, durchbrach eine Gruppe von Bäumen und kam schließlich am Parkplatz darunter zum Stillstand. Durch das enorme Gewicht wurde auch hier noch die Asphaltdecke eingedrückt und beschädigt.


Der untere Teil der Sturzbahn des "Hinkelsteins"

Das Ereignis wurde sogar als ganz leichtes Erdbeben, an der seismischen Station OBKA, die in einem Bergstollen am Hochobir bei Bad Eisenkappel in 21km Entfernung liegt, registriert. Es erreichte eine Magnitude von 0.7 nach Richter.

Mittlerweile sind die Spuren des Felssturzes zum Großteil beseitigt und ein zusätzlicher Wall zum Schutz der Parkplätze wurde aufgeschüttet. Auch der kleinere Felsblock wurde weggeräumt.
Der große Felsblock, von den Einheimischen mittlerweile liebevoll als "Hinkelstein" bezeichnet, wird aber als Touristenattraktion bestehen bleiben.


Die beiden Felsblöcke, eine Woche nach dem Felssturz

Nur dem frühen Wintereinbruch in diesem Jahr ist es zu verdanken, dass beim Felssturz niemand zu schaden kam. Denn nach den heftigen Schneefällen in der Vorwoche schloss die Tscheppaschlucht bereits früher als geplant. Ansonsten hätten sich hier wohl viele Touristen und Autos befunden.


Geologie des Loibltals

Die wichtigste Störungslinie in den Karawanken ist sicher die periadriatische Naht. Sie verläuft in West-Ost-Richtung und trennt die Karawanken in Nord-und Südkarawanken. Die Nordkarawanken werden dann von weiteren, quer dazu laufenden Störungszonen in einzelne Blöcke geteilt.


Tektonische Skizze der Karawanken
Quelle: F. Bauer, Zur Geologie der westlichen Karawanken und zum Verlauf des periadriatischen Lineamentes, 1984

Höhere Auflösung

Eine der bedeutendsten, querverlaufenden Störungen ist dabei die Loibltalstörung, die von Ferlach kommend in Richtung Südwesten durch das Loibltal bis zur periadriatische Naht veräuft.
Bei der Loibltalstörung handelt es sich um eine stark zertrümmerte Zone zwischen dem Wettersteinkalk des Singerbergs im Westen und dem Wettersteindolomit im Osten. Am Fuß der östlichen Wände des Loibler Grintoutz ist diese einige Zehnmeter breite Zone sehr gut aufgeschlossen und zieht genau durch den Bereich des Felssturzes in Richtung der tertiären Schichten bei Ferlach.


Tektonische Skizze der Karawanken-Nordkette im Gebiet des Ferlacher Horns
Quelle: S. Prey , F. Kahler, Beiträge zu einem Karawankenprofil, 1957

Höhere Auflösung


Der Cache

Der Cache kann als Drive-In gemacht werden, da er sich am öffentlichen Parkplatz für die Tscheppaschlucht befindet. Bei Benützung dieses Parkplatzes wird jedoch eine Parkgebühr von 2€ eingehoben. Natürlich kann man den Cache auch gebührenfrei zu Fuß erreichen.

Um den Cache zu loggen, schick mir bitte ein Mail mit den Antworten auf folgende Fragen:

1) Beschreibe das Aussehen der Felswand, aus der der "Hinkelstein" gebrochen ist und überlege Dir, welche Faktoren hier einen Felssturz begünstigt haben.

2.) Schau Dir den Felsblock genau an. Eine Fläche unterscheidet sich deutlich vom Rest.(Farbe, Oberfläche) Beschreibe die Unterschiede und woher diese Deiner Meinung nach kommen. Schau dazu auch noch einnmal hinauf zum Abbruchgebiet und zu den daneben liegenden Felsen!.

3.) Miss den Umfang des Felsblocks und schätze sein Gewicht ab. Welche Auswirkungen hätte ein deutlich geringeres Gewicht gehabt?

Sobald Du die Mail geschickt hast, darfst Du den Cache loggen. Wenn etwas nicht stimmt, melde ich mich! Ich würde mich sehr freuen, wenn Du ein Foto von Dir beim "Hinkelstein" zusammen mit dem Log postest.


Viel Vergnügen!


FTF: gw76 02.08.2012



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