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Schoninger Sand - eine geologische Betrachtung EarthCache

Hidden : 9/12/2012
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Schoninger Sand
- eine geologische Betrachtung -

Eine geologische Betrachtung: Wie kam der Sand nach Schoningen?

Der Sand in der Sandgrube bei Schoningen erzählt die Geschichte dieses Landstrichs über viele Millionen Jahre. 

Der Sand ist der Rest eines großen Flusssystems, das hier vor ungefähr drei Millionen Jahren durch die heutige Solling-Region floss und dabei den Sand anschwemmte. Im oberen Bereich der Grubenwand wurden für genauere Untersuchungen der Sandschichten und -Strukturen mehrere Sand- und Kiesschichten freigelegt. Die unterschiedlichen Farben und Sandkorngrößen der verschiedenen Schichten verraten, dass mehrere Wasserläufe das Material angeschwemmt haben.


Die verschiedenen Sandschichten sowie die Schichten über dem Sand sind hier gut zu sehen.

Ein erster Fluss hat zunächst den hellen Sand der unteren Schicht in der Grube abgelagert. Ein zweiter Fluss muss später deutlich schneller geflossen sein, denn er hinterließ über der hellen Sandschicht eine Schotterbank. 
Je schneller ein Fluss fließt, umso größere Teile kann er bewegen.

Feiner Sand kann nur am Grund oder Rand eines langsam fließenden Gewässers liegen bleiben. Der erdgeschichtlich jüngste Fluss schwemmte dann rötlich-brauen Sand an.
Entstanden ist diese Flusslandschaft vor etwa 5,3 bis 2,5 Millionen Jahren. Ein Anhaltspunkt wäre Asche vom Bramberg-Vulkan, der vor fünf Millionen Jahren nahe Adelebsen ausgebrochen ist und dessen Asche bis Schoningen gelangt sein dürfte. Doch die konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Die Suche danach geht aber weiter.


Dafür konnte aber bereits das nächste Kapitel der Geschichte der Sandgrube geklärt werden: Über der rot-brauen Sandschichten konnten Ablagerungen aus der Weichsel-Eiszeit gefunden werden.
Es gab während der Weichsel-Eiszeit zwar keine Gletscher in Südniedersachsen, aber es war extrem kalt und windig. Durch Erosion - begünstigt durch Kälte und den starken Wind - wurden die obersten Schichten, und hier insbesondere der feine Sand abgetragen, die schwereren Steine blieben dagegen liegen. So entstand eine etwa zehn Zentimeter dicke Kiesschicht.
Der kräftige Wind transportierte aber auch Material vom Gletscher hier in die Region um Schoningen her: Löss aus der Eiszeit konnte darum als oberste Schicht gefunden werden. Ein Hinweis darauf war ein geringer Kalkanteil, den es in dieser Sandgrube so eigentlich nicht geben dürfte. Dort wachsen viele Pflanzen, die fruchtbaren Lössboden bevorzugen. Auch sie sind einer der Puzzlesteine, die verraten, was auf dem Hügel vor langer Zeit geschah.

Vom Gebirge zum Meer:
Die Gegend um die Schoninger Sandgrube hat ihr Aussehen mehrfach radikal verändert.
„Vor etwa 350 Millionen Jahren gab es hier das große Variskische Gebirge“, wo heute nur noch die sanften Hügel der Umgebung zu sehen sind.
Wind und Wetter haben das Gebirge abgetragen, und die Landschaft verschwand unter dem flachen Zechsteinmeer.

Das Zechsteinmeer war ein flaches Randmeer, das sich im Perm vor etwa 258 Mio. Jahren durch Absenkungsvorgänge der Erdkruste zu bilden begann. Innerhalb von ca. 7–30 Mio. Jahren erstreckte es sich mit einer Fläche von ca. 1 Mio. km² (vergleichsweise ca. 1000 km × 1000 km) über weite Teile Europas. Ein Größenvergleich mit dem schwarzen Meer bietet sich an. Das Gebiet reichte von Mittelengland, Norddeutschland über Polen bis nach Litauen, in Nord-Süd-Richtung von Dänemark über Mitteldeutschland bis in die oberrheinische Tiefebene an den Alpenrand.
Im tropisch-heißen Klima vor etwa 260 Millionen Jahren verdunstete viel Wasser, und es kam zu Salzablagerungen. Salz, das zum Beispiel auch den Stein- und Kalisalzbergbau in Volpriehausen ermöglichte.

Die Auffaltung der Alpen, die vor etwa 100 Millionen Jahren begonnen hat, veränderte auch die Landschaft nördlich des entstandenen Gebirges. Mittelgebirge entstanden durch Bruchtektonik aus den alten variskischen Gesteinen. Ein Beispiel dafür ist der Harz. 

In anderen Regionen zerbrach das variskische Grundgebirge und mit ihm Schichten wie der für die Region typische Buntsandstein. Angeregt durch diese Aktivitäten stieg auch das Steinsalz aufgrund seiner relativ geringen Dichte auf und sorgte für weitere Hebungen der Landschaft wie im Solling.

Kurzer Geschichtlicher Abriß zur Sandgrube:
Im Jahr 1886 wurde der Sand bei Schoningen entdeckt. Ein Landwirt hat daraufhin das Land erworben und 1887 mit dem Abbau begonnen und setzte diesen bis 1930 fort. 


In den ersten Jahrzehnten der Sandgewinnung wurde der Sand mit Pferdefuhrwerken transportiert, aus dieser Zeit ist auch noch das alte Sandsteingebäude neben der Infotafel, welches vor einigen Jahren restauriert wurde.

Der Betrieb wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch ein Maurergeschäft wieder aufgenommen. In den 1960er-Jahren ruhte die Arbeit in der Grube erneut.
Der intensivste Abbau erfolgte in der Zeit von 1982 bis 2005 durch das Unternehmen Sand-Schönitz.
Im Jahr 2005 wurde die Sandgrube geschlossen und das Gelände renaturiert.

Parken ist am Ortsrand ohne weiteres möglich. Den kleinen Fußweg auf dem Weg zur alten Sandgrube versüßen noch ein paar Tradis, die nebenbei gesucht und gefunden werden können.

Nun zu den Logbedingungen:
Schön wäre ein Foto von Dir/Euch mit GPS vor dem aus Sandstein gebauten alten Gebäude neben der Infotafel und als Pflichtaufgabe maile mir bitte die Antworten auf die folgenden Fragen:

1. Auf der Infotafel vor Ort findest du den Namen der Sandgrube. Nenne mir den Namen.
2. Etwas nördlich der Startkoordinaten bei der Infotafel hast du einen guten Blick auf
    die frei gelegten Sandschichten der Steilwand.
    Beschreibe bitte mit Deinen eigenen Worten, welche unterschiedlich gefärbten
    Sandschichten du erkennen kannst, wie hoch sie ungefähr sind und wie viel Grad 
    Neigung die Sandschichten in der Sandgrube ungefähr haben.
3. Eine farbig gut zu erkennende Sandschicht im oberen Bereich ist deutlich dünner
    als die restlichen Schichten. Welche Färbung und hat sie und was glaubst du ist der
    Grund dafür, dass diese Schicht nicht so stark ausgeprägt ist?
4. Die oberste Schicht aus Löss wurde während der Weichsel-Eiszeit abgelagert.
    Nenne mir den Zeitraum der Weichsel-Eiszeit (vor ?????? bis ????? Jahren)?

Der Log darf mit der Zusendung der Antwort an mich erfolgen. Sollte etwas falsch beantwortet sein, melden ich mich. 
Logs, die ohne vorherige Zusendung der Antworten erfolgen, werden kommentarlos gelöscht.

Bitte beachte Folgendes:
Die Sandgrube ist in Privatbesitz und wird seit dem Jahr 2005 renaturiert. Sie muss und darf für das Loggen des Earthcaches nicht betreten werden. Alle Fotos können bequem vom Rand der Grube gemacht werden und alle relevanten Aufschlüsse sind gut vom Weg aus zu sehen/erkennen.

Quelle:
- HNA - Ausgabe Solling - über die neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen
- Wikipedia

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