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Das Gießenbachtal im Karwendelgebirge EarthCache

Hidden : 9/20/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:







Das Gießenbachtal im Karwendelgebirge

Ein kleiner interessanter Earthcache, der auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen ist.

Der Alpenpark Karwendel umfasst beinahe das gesamte Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km² das größte Tiroler Schutzgebiet und der größte Naturpark Österreichs. Auf Grund der klimatischen und topographischen Gegebenheiten verfügt das Karwendel über eine außergewöhnlich hohe Vielfalt an natürlichen Lebensräumen, wie schroffen Felswänden, ursprünglichen Wäldern und türkisfarbenen Wildflüssen.

Geologisch betrachtet steckt das Karwendelgebirge mit einem Alter von nur 350 Millionen Jahren noch in den Kinderschuhen. Das Massiv besteht größtenteils aus Hauptdolomit und Wettersteinkalk, welche sich vor 200 Millionen Jahren in den seichten Lagunen des damaligen Urmeeres Tethys gebildet haben.

Dieses Urmeer erklärt auch, warum man heute im Karwendelgebirge Fossilien finden kann. Der Kalk abgestorbener Meerestiere, pflanzliche Überreste und abtransportierte Fluss- und Meeressedimente lagerten sich in den Lagunen ab und bildeten drei bis vier Kilometer dicke Schichten.

Vor 115 Millionen Jahren wurden diese unter hohem Druck zu Gestein gewordenen Sedimente von Süden her aufgeschoben. Im Zuge dessen wurden die einstigen Lagunen angehoben und die Ablagerungsschichten in Ost-West-Richtung gefaltet. Das Karwendelmassiv war entstanden.



Das Landschaftsbild des Gießenbachtales ist nach der letzten Eiszeit, also vor etwa 15.000 Jahren, entstanden. Der mächtige Inntal-Gletscher, welcher während der Eiszeiten das heutige Land Tirol durchfloss, bildete mit dem Isar-Loisach-Gletscher einen Zweiggletscher, dessen östliche Zunge sich in nördlicher Richtung über den Seefelder Sattel weit in das bayerische Alpenvorland ausdehnte.

Im Zuge dessen kam es aus nordwestlicher Richtung und später mit einem weiteren Anwachsen des Eisstromes auch aus westlicher Richtung (über das Seefelder Joch) zu einer starken Vereisung des Gießenbachtales, bei der der kleine lokale Eppzirler Talgletscher zurückgehalten und zur Seite gedrängt wurde.

Beim späteren Abschmelzen der Gletscher und dem damit verbundenen Zerfall des glazialen Eispanzers entstanden mächtige Schmelzwasserströme, welche tief in das Grundgestein einschnitten. Enorme Sedimentmengen lagerten sich ab, so dass die ehemalige obere Hälfte des Bachlaufes noch heute ein trockenes erhöhtes Tal ist, welches durch spätglaziale und holozäne Sedimente wesentlich verfüllt wurde.

Das heutige Gießenbachtal zeigt ein konvexes Längsprofil. Nur die Klamm im Unterlauf war durch Toteis versperrt, obwohl die Sedimentation der Eiszerfallsphase bereits eingesetzt hatte. Somit bildete sich hier eine enge Schlucht mit beinahe senkrechten Felswänden.

Außer glazial überformten Felsflächen und ehemaligen Nunatakkern, über die Oberfläche von Gletschern aufragende Felsen, ist die Morphologie des Einzugsgebiets somit bestimmt durch einen Schub außerordentlich rascher Sedimentation vom Eiszerfall bis ins frühe Spätglazial, gefolgt von einer Hangstabilisierung durch Bewachsung und dem Einschneiden von Gerinnen. Die rasche Sedimentation wurde und wird durch den Untergrund des tektonisch verformtem Hauptdolomits gefördert, da dieser unter reichlicher Schuttbildung recht rasch verwittert. Somit werden Erosion und Sedimentation auch zukünftig maßgeblich das Erscheinungsbild des Gießenbachtales prägen.



Sogenannte Leitgeschiebe, Gesteinsarten mit einem sicher feststellbaren Heimatgebiet von eng umgrenzter Ausdehnung, beweisen uns heute diese eiszeitliche Entstehungsgeschichte. Die im Engadin entstandenen Juliergranite, welche an den grünen Oligoklasen und an den bronzefarben angewitterten Biotiten leicht erkennbar sind und deren Verbreitung im Inntal beträchtlich ist, sind im Gießenbachtal ebenso nachweisbar wie ein weniger verbreitetes Serpentinit-Geschiebe aus dem Unterengadin.



Heute dringt kaum ein Sonnenstrahl bis zum Grund der Gießenbachklamm vor, und bedingt durch den reißenden Bach herrscht stets eine hohe Luftfeuchtigkeit. Arten, welche hier leben, mussten sich in einem langwierigen Entwicklungsprozess an die lokalen Bedingungen anpassen.

Begebt Euch nun an die angegebenen Koordinaten, haltet inne, bestaunt den tosenden Gießenbach und macht Euch selbst ein Bild von der Entstehung der Klamm! Schaut euch ein wenig um und beantwortet mir ein paar Fragen. Nutzt dazu die Kontaktmöglichkeiten über mein Geocaching-Profil. Bei eventuellen Fehlern melde ich mich bei euch. Euren Vor-Ort-Besuch dürft ihr sofort loggen.

1) In welchem chronostratigraphischen System entstand das Karwendelmassiv? Die entsprechende Antwort findet Ihr auf der nahen Infotafel.

2) In welchem Glazial entstand die Gießenbachklamm? Dazu noch ein Hinweis, die Benennung der Glaziale im Alpenraum erfolgte in der Regel nach Flüssen.

3) Beschreibt mit wenigen Worten (z.B. Form, Farbe, Größe) zwei markante Gerölle, die Ihr am oder im Bachlauf des Gießenbaches seht. Worin besteht der offensichtlichste Unterschied zum anstehenden Dolomit-/Kalk-Gestein?

4) Fügt eurem Online-Log ein Vor-Ort-Foto von euch oder einem persönlichen Gegenstand als Anwesenheitsbeweis hinzu! Hierbei handelt es sich um eine Logbedingung gemäß den Earthcache-Guidelines vom 10.06.2019!

HINWEIS: Ich erwarte von euch eine Nachricht mit den Antworten und ein Vor-Ort-Foto im Log!

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit diesem Earthcache!

Quellen (10.10.2012):

http://www.karwendel.org/de/alpenpark_karwendel/gebietsgrenzen_und_steckbrief.php
http://www.geologie.ac.at/filestore/download/JB0933_155_A.pdf
http://www.uibk.ac.at/geologie/staff/Sanders_2012.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Isar-Loisach-Gletscher
http://de.wikipedia.org/wiki/Inn-Gletscher

Bei den im Listing veröffentlichten Fotos handelt es sich um eigene Aufnahmen vom 16.09.2012.


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