Kleine Baumschule—kleiner Tradiweg mit 9 einheimischen Baumarten
Aus allgemeinen Informationen—bis hin zu altem Wissen in Kurzform—legen wir einen kleinen Baumweg. Es sind meist größere Dosen, also frohes Trading ;-)
Bäume sind wie Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiss, der erfährt Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das einzige unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.
Hermann Hesse
Ahorn

Auch ein Ahorn musste natürlich noch rein in die Baumschule.
Der Cache ist nahe bei den Ahornbäumen gut zu finden, hier steht eine Gruppe von 8 Bäumen.
Auf der nördlichen Erdhalbkugel gebt es ungefähr 120 verschiedene Ahornarten. Die bei uns bekanntesten sind Feldahorn, Spitzahorn und der Bergahorn.
Er wird mit den Qualitäten Wind, Farbe, Licht und Form in Verbindung gebraucht. Das intensive Spiel seiner Farben schenkt Fröhlichkeit und Lebenslust, tröstet die Traurigen und vertreibt die Schwere.
Ein interessanter Gesichtspunkt ist dass der Ahorn in einer alten Schrift erwähnt wird, die vor ca. 3500 Jahren von ägyptischen Priestern angefertigt wurde.
Der Ahorn hat eine Rinde mit engen Längsrissen und grobgezahnte Blätter.
Sein zweiteiliger Flugsamen sieht wie ein Propeller aus und fliegt auch so.
"Es wird dieser Baum in Ehren gehalten wegen seines lustigen Schattens" schrieb Jakobus Theodorus Tabernaemontanus über den Ahron in seinem 1588 erschienenen "Neuw Kreuterbuch" (Abbildung 1). Unsere Vorfahren empfanden die Ahorn Bäume als "mild und lustig", nicht ernsthaft genug, um ihm wichtige oder weise Sprüche zuzuweisen. Zusammen mit Lärche, Birke und Eberesche wurde er zu den "heiteren Bäumen unserer Breiten" gerechnet.
Der Ahorn stand für Ruhe, Gelassenheit und Harmonie, konnte depressive Menschen trösten, vertrieb Hexen und böse Geister, sollte Hoffnungen und Träume erfüllen.
Besonders Türschwellen aus dem Holz des Ahron boten Schutz vor Hexen und Zauberern, sie trauten sich nicht über eine Türschwelle aus Holz von einem Ahornbaum. Es genügte bereits, wenn nur die Verankerungszapfen der Schwelle aus dem Holz des Ahorn bestanden. Ängstliche Naturen, die ganz sicher gehen wollten, stellten zusätzlich Zweige der Ahorn-Bäume mit ihren entfernt an gespreizte, abwehrende Hände erinnernden Blätter in die Fenster. Die Kelten sahen den Ahorn als Zeichen der Ganzheit, das weiße Holz symbolisierte eine besondere innere Reinheit.
Der Bergahorn wurde in seinen ursprünglichen Verbreitungsgebieten—Alpen, Pyrenäen, Karpaten und Mittelgebirge—oft als beschützender Hausbaum in der Nähe der Gehöfte gepflanzt.
Die heilenden Kräfte vom Ahorn sind heute nur noch Wenigen bekannt. Der Ahornbaum steht aber auf der Liste der wichtigsten Heilpflanzen, die ägyptische Priester circa 1600 v. Chr. verfassten. Auf dieser Papyrusrolle wird außer dem Ahorn nur noch der Wacholder als einziger Baum genannt. Die nächste Aufzeichnung über die heilkundliche Nutzung von Ahorn stammt von Hildegard von Bingen aus dem 12. Jahrhundert. Sie schreibt in ihrem Buch über die Natur: De Ahorn. Der Ahorn ist kalt und trocken. Gegen tägliches Fieber hilft ein Bad in Wasser, in dem Zweige vom Ahorn mit den Blättern gekocht sind, wenn man nach dem Bad jeweils den aus der Ahorn-Rinde ausgepressten Saft in Wein trinkt. Das Auflegen von am Feuer erwärmtem Ahorn-Holz auf die erkrankten Stellen vertreibt die Gicht. (Das Werk wurde zwischen 1151 und 1158 verfasst, ist aber nicht erhalten, der Text ist aus zahlreichen Abschriften bekannt).
Hinweise
Die Strecke ist nicht für Kinderwagen geeignet, teils sehr holprig und schlammig.
Zecken könnte es auch reichlich haben.