Kleine Baumschule—kleiner Tradiweg mit 9 einheimischen Baumarten
Aus allgemeinen Informationen—bis hin zu altem Wissen in Kurzform—legen wir einen kleinen Baumweg. Es sind meist größere Dosen, also frohes Trading ;-)
Bäume sind wie Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiss, der erfährt Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte, sie predigen, um das einzige unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.
Hermann Hesse
Die Tanne

Nach längerem Suchen, tatsächlich auch hier ganz wenige echte Weißtannen gefunden. Bäume mit orangenem Ring dort an der Stelle sind Tannen, ihr Grün ist anders wie das Grün der Fichten nebendran.
Die Tannen (Abies) gehören zur Familie der Kieferngewächse und sind eng mit der Fichte verwandt.
Alle Tannen sind immergrüne Nadelbäume. Die Tanne wird auch Weißtanne genannt, da ihre Rinde eine silbrig-weiße Farbe hat.
Manche Arten bleiben mit 20 m Höhe recht klein, andere erreichen fast 100 m.
Alle Tannen haben flache, biegsame Nadeln, die auf der Unterseite oft zwei helle Streifen tragen. Anders als bei vielen anderen Kieferngewächsen zerfallen die aufrecht stehenden Zapfen am Baum. Die Schuppen fallen einzeln ab. Man findet deshalb keine ganzen Tannenzapfen auf dem Waldboden.
Mit 60 bis 70 Jahren blüht die Tanne zum ersten Mal.
Nicht nur für den Weihnachtsbrauch ist die Tanne unerlässlich; früher nutzten die Menschen ebenso ihr Harz, um es für die Mund- und Zahnpflege , wie ein Stück Kaugummi, zu kauen. Bei sibirischen Bewohnern kann man noch heute ähnliche Gewohnheiten beobachten, nur mit einem Unterschied: sie kauen das Harz von Zedern (!) und haben oft bis ins hohe Alter hinein vorzeigbare und gesunde Zähne!
Harz für gesunde Zähne und Tannenzapfen gegen Husten - die Tanne ist ein echtes Allheilmittel. Die unreifen Tannenzapfen, Tannentriebe und Zucker wurden zu einem zähflüssigen Hustensirup verkocht, der hervorragend gegen Husten half. Wer in den kalten Herbst- und Wintermonaten Probleme mit den Bronchien hatte, griff gerne auf diesen Tannensirup zurück, der den Husten behob.
Der Mittelhochdeutsche "tan" bedeutet soviel wie Wald oder Forst. Der dunkle Tann ist der Schauplatz vieler Sagen und Märchen. Schon bei den alten Germanen war die immergrüne Tanne ein Symbol von Lebenskraft und ständigem Wachstum und Fruchtbarkeit. Die Tanne war der "Mittwinterbaum".
Tannen und Fichten werden häufig in einen Topf geworfen, das ist nicht so.
Fichten sind Flachwurzler, Tannen Tiefwurzler, Fichtenzapfen hängen nach unten, bei der Tanne nach oben.
Bei der Fichte sind die Nadeln rings um den Zweig angeordnet, kommen wie aus kleinen Schuppen sind sehr spitz und hart. Fichtennadeln sind kürzer wie Tannennadeln.Tannennadeln sind weicher und haben einen bläulichen Schimmer und kommen direkt aus dem Zweig.
Bereits die alten Germanen schätzten unsere alt bekannte Tanne sehr, denn sie war, so glaubten die Germanen, der Wohnsitz der Erntegeister. So ist es wenig überraschend, dass die Tanne von den Germanen verehrt und sie um eine gute und reiche Ernte gebeten wurde. Als Geschenk brachte man der Tanne kleine Gaben mit und hängte sie an die Zweige. Aus diesem Brauch entstand das Weihnachtsbaumschmücken, das in seiner Urform so rein gar nichts mit dem Christentum zu tun hatte.
Die Tanne wächst geradlinig nach oben. Sie bietet Schutz und ist ein Sinnbild für Schönheit, Stärke und Größe. Sie strahlt Achtung und Würde aus und wird deshalb auch als die „Königin des Waldes“ bezeichnet. Sie hilft auch bei der Kontemplation, stärkt das Urvertrauen und den Sinn für Gemeinschaft. Die Tanne ist bei vielen Völkern ein uraltes Symbol für Licht und Liebe.
Hinweise
Die Strecke ist nicht für Kinderwagen geeignet, teils sehr holprig und schlammig.
Zecken könnte es auch reichlich haben.