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Seide Mystery Cache

This cache has been archived.

Yulara: Da der Cache in der Wildruhezone liegt, möchte ich ihn archivieren.

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Hidden : 10/19/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Ein Rätselcache für Literaturfreunde


Es war das Jahr 1861. Flaubert schrieb gerade Salammbô, das elektrische Licht war noch graue Theorie, und Abraham Lincoln führte jenseits des Ozeans einen Krieg, dessen Ende er nie erleben sollte.
Hervé Joncour war zweiunddreissig Jahre alt.
Er kaufte und verkaufte.
Seidenraupen.
(...)
Lavilledieu war der Name des Städtchens, in dem Hervé Joncour lebte. Hélène der seiner Frau

Wegen der Nosemaseuche muss Hervé Joncour die Seidenraupeneier in Japan beschaffen.
Hervé Joncour legte seine Zigarette auf die Tischkante und sagte: "Und wo genau soll dieses Japan liegen?"
"Immer geradeaus."
Sagte Baldabiou.
"Am Ende der Welt."
(...)
Hervé Joncour machte sich mit achtzigtausend Goldfrancs und mit den Namen dreier Männer, die Baldabiou ihm besorgt hatte - einem chinesischen, einem holländischen und einem japanischen -, auf den Weg. Er passierte die Grenze bei Metz, durchquerte Württemberg und Bayern, reiste nach Österreich ein, erreichte mit dem Zug Wien und Budapest, um dann bis Kiew weiterzufahren. Er legte zu Pferd zweitausend Kilometer russische Steppe zurück, überquerte den Ural, gelangte nach Sibirien und fuhr vierzig Tage bis zum Baikalsee, der von den Einheimischen "das Meer" genannt wurde. Er folgte dem Lauf des Amur an der chinesichen Grenze entlang flussabwärts bis zum Ozean, und als er den Ozean erreicht hatte, blieb er elf Tage im Hafen von Sabirk, bevor ihn ein Schiff holländischer Schmuggler nach Kap Teraya an die Westküste Japans brachte. Zu Fuss zog er auf Nebenstrassen durch die Provinzen Ishikawa, Toyama und Niigata, kam in die Provinz Fukushima und erreichte die Stadt Shirakawa.

Und dort am Ende der Welt kommt es zu einer Begegnung, die das Leben des französischen Seidenraupenhändlers tiefgreifend beeinflusst:
Man schob eine Trennwand aus Reispapier zur Seite, und Hervé Joncour trat ein. Hara Kei sass mit gekreuzten Beinen im hintersten Winkel des Raumes auf dem Boden. Er trug ein dunkles Gewand und keinen Schmuck. Das einzig sichtbare Zeichen seiner Macht: eine reglos neben ihm liegende Frau, den Kopf auf seinem Schoss, die Augen geschlossen, die Arme unter dem weiten roten Kleid verborgen, das sich auf der aschfarbenen Bastmatte wie eine Flamme ringsumher ausbreitete.
(...)
Sechs Monate nach seiner Rückkehr nach Lavilledieu erhielt Hervé Joncour mit der Post einen senffarbenen Umschlag. Als er ihn öffnete, fand er sieben Seiten darin, die in einer geometrischen Schrift eng beschrieben waren. Schwarze Tinte. Japanische Schriftzeichen.
(...)
Madame Blanche empfing ihn ohne ein Wort. Das Haar schwarz, glänzend, das Gesicht asiatische, makellos. An den Fingern wie Ringe kleine blaue Blumen. Ein langes weisses Gewand, nahezu durchsichtig. Nackte Füsse. Hervé Joncour setzte sich ihr gegenüber. Er zog den Brief aus der Tasche.
"Erinnern Sie sich an mich?"
Madame Blanche antwortete mit einem kaum merklichen Kopfnicken.
"Ich brauche Sie noch einmal."
Er gab ihr den Brief. Sie hatte keinerlei Veranlassung, es zu tun, doch sie nahm ihn und faltete ihn auseinander. Sie betrachtete eine nach der anderen die sieben Seiten, dann schaute sie wieder auf zu Hervé Joncour.
(...)

Mehr ist nachzulesen in "Seide" von Alessandro Baricco.



Der Cache ist zu finden bei:
N 47°(A-5) (B+4). (C-1) (D+6) E
E 007° (F-1) (G+6). H (I-6) (J-4)



Additional Hints (No hints available.)