Auftakt zur Karnevalssaison
(5. Jahreszeit)
11.11.12 11:11 Uhr
Wie wahrscheinlich auch diejenigen wissen,
die "Karnevalsmuffel" sind, wird die Saison
IMMER
am 11.11. um 11 Uhr 11 eröffnet.
Nach dem Berliner Brauchtum wird
der Start mit Pfannkuchen , Sekt und Kaffee gefeiert,
was mir den Anlass dazu gab daraus ein Event zu stricken.
Um dann gemeinsam Starten zu können würden wir uns 10:50Uhr
bei den eingezeichneten Koordinaten treffen.
Mitzubringen sind:
1. Gute Laune
2. etwas Kleingeld für Pfannkuchen
(diese richtig leckeren Dickmacher werden von "Die Dicken"
gefertigt und sind für einen schmalen Taler vor Ort zu erwerben)
3. Warme Getränke
4. Sitzgelegenheiten
Gegen eventuelle Verkleidungen (auch ganz kleine), Partyschlangen und Konfetti ist nichts einzuwenden!
Um allen gerecht zu werden, mag ich in folgender Textpassage noch kurz was zum Thema schreiben:
Ursprung von Karneval und Fasching
Die Traditionen von Karneval oder Fasching finden ihre Wurzeln in der Winteraustreibung, die überall dort betrieben wurde, wo es eben kalt genug war. Mit gruseligen Masken, bunten Kostümen und viel Tanz und Geschrei wollte man so vielerorts die bösen Geister des Winters vertreiben, denn der war in dunkelster Vorzeit bekanntlich kein Spaß. Nach der Christianisierung wurde diese Tradition weiter behalten und auch gleich als Möglichkeit genommen, sich vor der Fastenzeit, noch einmal ordentlich den Bauch mit Süßem und Fettigem vollzuschlagen (daher auch die in Fett frittierten Krapfen) und ausgelassen zu feiern, bevor es für die nächsten sechs Wochen wieder besinnlich und mager zugehen sollte.
Unterschied zwischen Fasching, Karneval und Fastnacht
Das sind regionale, mundartspezifische Unterschiede: was in Teilen Bayerns und Österreichs der Fasching ist, ist für die Rheinländer der Karneval und für Schwaben, Saarländer, Westösterreicher und in Teilen Frankens und Hessens die Fastnacht. Bezeichnet wird allerdings ungefähr das Gleiche: Das Wort Fasching geht auf das mittelniederdeutsche Wort „Vaschang“ zurück, das wörtlich den letzten alkoholischen Ausschank vor der Fastenzeit bezeichnet. Der Ausdruck Fastnacht geht auf Althochdeutsch für „Fastenzeit“ und „Vorabend“ zurück. Und der Karneval stammt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Fleisch weglassen“. Womit wir also wieder beim Essen, Trinken und Feiern wären.
Der Karneval im Rheinland
In Aachen, Köln, Düsseldorf und Mainz hat der Karneval aber noch eine weitere wichtige Bedeutung. Die militärisch anmutenden Umzüge, Narrengrüße und Uniform-Kostüme stammen noch aus der Zeit der französischen und preußischen Besetzung Anfang des 19. Jahrhunderts und waren einst als Formen der Verhöhnung des preußischen und französischen Militarismus gedacht. Die zügellosen Karnevalsfeiern waren zu dieser Zeit verboten, was natürlich dazu führte, dass man nach Ende der Besetzung wieder umso heftiger feierte. Daher stammt auch noch die Tradition der Karnevalsvereine, denn es wurde nach 1815 sogar ein Komitee gegründet, um die verlorene Karneval-Tradition, wenn auch gesittet, wieder zu beleben. Und bis heute gelten Köln, Düsseldorf und Mainz nicht zu unrecht als die Hochburgen des deutschen Karnevals mit wochenlangen Prunksitzungen, bunten Umzügen mit riesigen Karnevalswägen und ausgelassenem Feiern. Insbesondere ab dem Donnerstag vor Aschermittwoch, der Weiberfastnacht (einigen von uns auch als unsinniger Donnerstag bekannt) wird hier verkleidet und gefeiert was das Zeug hält. Rosenmontag und Faschingsdienstag sind dann noch für die Straßenumzüge und natürlich noch mehr Feiern reserviert. Um Punkt 24 Uhr am Faschingsdienstag ist allerdings Zapfenstreich und es zieht wieder, wenn auch verkaterte, Ruhe im Land ein.
Offiziell beginnt der Karneval an manchen Orten bereits am 11.11. um 11 Uhr 11, da November wegen Allerheiligen und Allerseelen schon als Trauermonat vorgesehen ist und Dezember für die Vorweihnachtszeit reserviert ist, sieht man zu dieser Zeit verkleidete Gestalten eher weniger häufig. Die Feiern fangen erst so langsam nach dem Dreikönigstag an und finden ihren Höhepunkt in der Woche vor Aschermittwoch.
Frühere Bedeutung
Die verschiedenen Bräuche wurzeln in zwei wohl zusammenhängenden Umständen. In der von Byzanz beeinflussten Christenheit lag der Martinstag zunächst am Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit ab dem 11. November, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein – in den orthodoxen Kirchen teilweise bis heute – vor Weihnachten begangen wurde. Am letzten Tag vor Beginn dieser Fastenzeit konnten die Menschen – analog zur Fastnacht noch einmal schlemmen. So wird noch heute beim rheinischen Karneval die neue „Session“ am 11. November ausgerufen.