Der Oberingenieur Heinrich Gröschner, geboren am 28.06.1887, wohnte Am Stallmannshof 11, nicht weit entfernt von dem am 08.07.1955 nach ihm benannten Straßenzug.
Nach dem Ende der Nazi-Diktatur wurde noch im Jahre 1945 mit der Zustimmung der Militärregierung ein Bürgerausschuss gebildet, der die lokalen Belange regeln sollte; ihm gehörten zunächst 15 Mitglieder an. Mit Beschluss vom 16.11.1945 wurde er auf 24 Mit-glieder erweitert.
Der Erlass der neuen Gemeindeordnung führte dazu, dass an die Stelle des Bürgerausschusses die aus 43 Mitgliedern bestehende Stadtvertretung, die auf Vorschlag der Stadtverwaltung und im Einvernehmen mit den politischen Parteien durch die Militärregierung ernannt wurde, trat. Zu dieser Stadtvertretung, deren Mitglieder am 09.05.1946 vereidigt wurden, gehörte auch Heinrich Gröschner.
Die erste Kommunalwahl nach dem Kriege fand am 13.10.1946 statt. In ihr wurde Heinrich Gröschner zum Stadtverordneten gewählt.
In der konstituierenden Sitzung des Rates der Stadt am 04.11.1946 in der Aula des Staatlichen Gymnasiums an der von-Bock-Straße wurde Heinrich Gröschner auf Vorschlag der CDU, der SPD und im Einvernehmen mit dem Stadtverordneten Wilhelm Dörnhaus (FDP) zum Bürgermeister und damit zum Vertreter des Oberbürgermeisters Wilhelm Diederichs gewählt.
Die Wahl erfolgte bei eigener Stimmenthaltung mit 36 Stimmen gegen die Stimme des Stadtverordneten Ernst Scheuken, KPD.
Heinrich Gröschner nahm die Wahl an, dankte für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen und erklärte, er werde alles tun, was in seinen Kräften steht, um den gegenwärtigen Notstand der Bevölkerung lindern zu helfen. Sodann nahm er neben dem Oberbürgermeister am Verwaltungstisch Platz.
In einer Berichterstattung aus den Anfängen der gewerkschaftlichen Arbeit nach dem Kriege wird bereits wenige Tage nach dem Einmarsch der Alliierten von Zusammenkünften der Antifa, der Bewegung der Antifaschisten, berichtet. So kam es bereits am 22.04.1945 zu einer Vorstandswahl, bei der Heinrich Gröschner zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurde, nachdem er in den Tagen zuvor bereits an Gesprächen mit der Militärregierung beteiligt war.
Am 27.02.1948 starb Heinrich Gröschner und wurde wenige Tage später auf dem Auberg-Friedhof in Saarn beerdigt.
Zu seinem Nachfolger als Bürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr wählten die Mitglieder des Rates der Stadt in ihrer Sitzung am 08.03.1948 den Stadtverordneten Heinrich Thöne. Er wurde nach der Kommunalwahl am 17.10.1948 Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr und blieb dies bis zur Kommunalwahl am 09.11.1969.
F. Wilhelm von Gehlen