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Auf den Spuren einer kosmischen Katastrophe

A cache by Rennie* Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 10/20/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size: not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


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Auf den Spuren einer kosmischen Katastrophe

Rundgang durch das Erlebnisgeotop "Lindle"


Beim Erlebnisgeotop "Lindle" in einem alten Kalksteinbruch erfahrt Ihr in einem 3,5 km langen Rundgang viel Wissenswertes über die tektonischen Vorgänge beim Rieskraterereignis. Im alten Kalksteinbruch am Kraterrand seht Ihr zertrümmerte und chaotisch abgelagerte, wild aneinander stehende Gesteinsschichten, gekippte Gesteinsschollen und völlig zerstörte Ablagerungen. Außerdem wurden durch den Impakt (Einschlag) des Meteoriten geologisch ältere Gesteine auf Neueren abgelagert. Ja, sogar völlig neue Mineralien sind dabei entstanden. Wohl nirgends im Ries kann man in freier Natur auf so engem Raum so viel über die Geologie des Rieses erfahren.


Entstehung des Rieses:

Vor ca. 15 Millionen Jahren schlug im heutigen Ries ein Gesteinsmeteorit mit einem Durchmesser von ca. 1000m und einer Geschwindigkeit von über 70000 km/h ein. Am Einschlagort entstanden Temperaturen von über 20 000° Celsius und es baute sich ein enormer Druck von mehreren Millionen Bar auf. Diese Druckwelle rast mit Überschallgeschwindigkeit durch das Gestein, wodurch dieses zertrümmert und verändert wurde. Gleichzeitig entstehen Hochdruckminerale wie Coesit und Stishovit. Selbst mikroskopisch kleine Diamanten wurden im Ries gefunden. In den ersten Augenblicken des Impaktes war der Krater ca. 4,5 km tief. Eine geschlossene Decke aus Bunten Trümmermassen legt sich im Umkreis von 50 km um den Krater.

Sekunden später fällt dieser Krater bereits in sich zusammen und der gestauchte Kraterboden wölbt sich wieder empor. Am Kraterrand rutschen riesige Gesteinsschollen wieder ab (sog. Megablöcke) und erweitern den Kraterdurchmesser. Die entstandene Glutwolke fällt ebenfalls in sich zusammen und lagert sich als zum Teil über 100m starke Gesteinsmasse dem sogenannten Suevit oder Schwabenstein im Krater und benachbarten Regionen ab. Innerhalb weniger Minuten sind alle Gesteinsbewegungen beendet und jegliches Leben in einem Umkreis von über 100km zerstört.
 

Zum Earthcache:

Das Erlebnisgeotop befindet sich in der Nähe von Hohlheim und führt auf einem Lehrpfad durch den ehemaligen Steinbruch Arlt am Rieskraterrand. Bei Eurem Spaziergang kommt ihr an insgesamt 13 Schautafeln vorbei die sich mit der Geologie, der Natur und Besiedelung beschäftigen, des weiteren werdet ihr tolle Ein- und Ausblicke in den Steinbruch und ins Ries haben. Für den Earthcache braucht Ihr nur die geologischen Tafeln (im Listing als Stage beschrieben), nur die herausgehobenen sind für die Lösung des Earthcaches erforderlich (Station 3/7/8) Jedoch lohnt es sich die anderen, ob geologisch oder nicht zu lesen. Ich habe im weiteren Text die Beschreibungen kurz gehalten, da ich meine, dass die Schautafeln die Vorgänge viel besser veranschaulichen. Bitte denkt an festes Schuhwerk! Der Weg ist auch mit Kindern gut machbar, allerdings wird es mit Kinderwagen schwer. Nehmt einen Hammer mit, wenn ihr Feuerstein bei  Station 2 schlagen möchtet. Ein Foto kann auch nicht schaden, es gibt tolle Ausblicke!

Geotop Lindle


Station 1:

Am Start befindet sich die erste Infotafel. Sie beschäftigt sich mit Entstehung und Nutzung des Kalksteinbruches und als die heutige Bedeutung als Biotop.

Station 2:

Hier seht ihr eine Übersichttafel auf der anstehende Gesteine und Störungen dokumentiert sind. Ganz in der Nähe  dürfen sich kleine und große Geologen ein Stück Feuerstein aus den Felsen schlagen.


Station 3:


Zerstörung bis fast zur Unkenntlichkeit (Schautafel 6)

An diesem Ort kann man vielleicht am ehesten die gewaltige Kraft der Stoßwelle beim Einschlag des Meteoriten erahnen.
 Der hier anstehende Massenkalk wurde extrem zertrümmert und die nur zentimetergroßen Kluftabstände zum Teil später wieder verkittet (postriesisch). Solche Formationen werden im Ries als Grieß bzw. Griesstein bezeichnet. Die Grundmasse dieses "Felsens" besteht unter dem Druck zermahlenem Gestein, der mit kleinen eckigen Bruchstücken durchsetzt ist.

Die sonst für Juragestein typische waagrechte Lagerung ist nicht mehr oder nur stark verändert zu erkennen.

 Der rechts befindliche Bankkalk zeigt deutlich geringere Zerstörung. Die Schichtung ist noch zu erkennen, allerdings zeigt diese auch deutliche Klüfte. Des weiteren können hier durch die Stoßwelle verursachte Verschiebungen und Verbiegungen beobachtet werden.

 Jetzt könnt ihr auch folgende Frage beantworten:


Was ist eine "monomikte Deformationsbreccie"?



Station 4:

Neben einer tollen Aussicht könnt ihr hier alles über Megablöcke und den aufgeschlossenen Gesteinen an der Felswand erfahren.


Station 5:

Hier geht es um Riesseekalke


Station 6:

Wenn ihr noch Lust habt, könnt ihr am Waypoint 2 zur Aussichtsplattform abbiegen.


Station 7:

Rätsel Ries und die Bedeutung für die Wissenschaft (Schautafel 12)

Jahrhundertelang standen Wissenschaftler vor dem Rätsel wie diese einzigartige Landschaft wohl entstanden sei. Manchmal war sogar die Rede von der "Sphinx des Rieses". Die einen Geologen glaubten an die Entstehung durch einen Gletscher, der das Ries herausgebildet hatte. Andere glaubten an einen vulkanischen Ursprung, bei dieser Theorie wurde der Suevit als Produkt eines Vulkanausbruches verstanden.
Wieder andere waren überzeugt, dass ein so mächtiger Krater nur durch eine Explosion entstanden sein konnte. Die Frage für sie war nur noch, ob dies eine Wasserdampf oder Gasexplosion war.

Heute ist bewiesen, dass das Ries durch kosmischen Ursprungs ist. Den endgültigen Beweis dafür erbrachten die US-Wissenschaftler Eugene M. Shoemaker und Edward C. T. Chao denen es als erste gelang die Hochdruckminerialen Coesit und Stihovit nachzuweisen. Diese Mineralien waren aus anderen gesicherten Meteoritenkratern bekannt, aber auch von Atomexplosionen. Diese Hochdruckmodifikationen des Quarzes gelten als Fingerabdruck eines Meteoritenkraters.

 Das Ries ist inzwischen ein sehr wichtiger Vergleichskrater für die Erforschung von Meteoritenkratern und dies nicht nur für Krater weltweit, sondern auch für die Erforschung von Impaktstrukturen auf benachbarten Himmelskörpern.

Einen nicht unwesentlichen Anteil am Ruf des Rieses einer der besterforschtesten Krater auf unserem Planeten zu sein, trug das 1970 durchgeführte Fiedtraining (Geländeerkundung) der NASA bei. Neben dem Suevitsteinbruch in Otting, erforschten die Astronauten der Apollo 14 Mission im benachbarten Steinbruch Siegling die auch hier im "Lindle" vorkommenden umgekehrten Lagerungen der Gesteine (Inverse Lagerung).  Zudem lernten die Mondfahrer vieles über die Zertrümmerung der Gesteine, um diese besser einschätzen zu können. Ebenso wurden auch die hier vorkommenden Schliffspuren studiert, die durch die Bewegung der verschiedenen Gesteinsschichten nach dem Einschlag entstanden.
Diese Forschungsarbeiten erleichterten den Astronauten das Erkennen und Sammeln von lohnenswerten Gesteinsproben auf unserem Erdtrabanten.

Durch die Kontakte mit der Nasa konnte auch ein Stück echtes Mondgestein nach Nördlingen geholt werden. Es wird im sehr empfehlenswerten Rieskratermuseum ausgestellt. Zudem existiert in Nördlingen noch das ZERIN (Zentrum für Rieskrater und Impaktforschung). Hier lagern Bohrkerne aus Tiefenbohrungen im Ries. Diese dienen Wissenschaftlern weltweit für die Erforschung von Meteoritenkratern und deren Entstehung (nicht öffentlich).

Beantwortet hier noch folgende Fragen:

Welcher der 4 Astronauten, die Nördlingen besuchten, nahm nie an einer Mondlandemission teil?

Auf wie vielen Pfosten steht die benachbarte Plattform?



Station 8:

Hier steht alles auf dem Kopf (Schautafel 13)

 Seht ein weiteres Kuriosum in der Riesgeologie.

Je nachdem wie weit die Gesteine vom Einschlagspunkt entfernt lagen wurden sie unterschiedlich durch Hitze und Druck verändert. In der inneren Zone verdampfte das Gestein oder es wurde aufgeschmolzen. Im äußeren Bereich wurden sie in abnehmendem Maße verändert (progressive Stosswellenmorphose).
Die neueren, obenliegenden Gesteinsschichten (vor allem ältere Juraschichten, Obere Trias) wurden mit Teilen des Weißjuras vermischt und wurden in flacher Bahn bzw. als Gesteinswelle beim Impakt kreisförmig ausgeworfen.  Diese Gesteinsformation wird als  bunte Trümmermassen (bunte Breccie) bezeichnet und lagerte sich nach einer Minute schnell ab.

Das tieferliegende ältere, kristalline Gestein wurde dagegen sehr viel höher und steiler ausgeworfen, gleichzeitig erfuhr es wesentlich stärkere Umgestaltung durch Aufschmelzung. Grund dafür war die entstehende extreme Hitze beim Aufprall und das Abbremsen des Meteoriten und dessen Explosion.
Durch die längere Flugdauer (ca. 5-10 Minuten) der älteren Gesteine lagerten sich diese auf Neueren ab.
Dies ist auch der Grund dafür, daß sich der Suevit (das wohl bekannteste Rieser Gestein, dass beim Riesereignis entstand) stets auf den bunten Trümmermassen ablagerte.

Jedoch wurden auch andere Gesteinsschichten gedreht, wie Ihr hier an diesem Beispiel bei der Schautafel seht. Doch:


Aus welchem mittleren Jurazeitalter stammt die ältere, rötliche Scholle?






 
Um den Earthcache zu loggen müsst ihr mir folgende Fragen beantworten:

Was ist eine "monomikte Deformationsbreccie"?  (Schautafel 6)

Welcher der 4 NASA-Astronauten, die im Ries forschten nahm nie an einer Mondlandemission teil (Schautafel 12)?

Auf wie vielen Pfosten steht der Aussichtsturm bei Station 7?

Aus welchem mittleren Jurazeitalter stammt die obere, ältere rötliche Scholle (Schautafel 13)?


 Sendet die richtigen Antworten an mich. Ihr dürft dann gleich loggen, wenn etwas nicht stimmt melde ich mich bei Euch.

 Über Fotos von euch am oder im Steinbruch würde ich mich freuen!


Quellen:
Rieskratermuseum Nördlingen, Geopark Ries

Additional Hints (Decrypt)

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)



 

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