Der 24-jährige Cambridge-Student Timothy D. aus der amerikanischen Kleinstadt Blacksburg im Bundesstaat Virginia ist ein großer Bewunderer der Arbeit der Geheimdienste. Schon als Kind beschäftigte er sich - sehr zum Leidwesen seiner Eltern - stundenlang mit Spionageromanen und Agentenfilmen, Geheimschriften und allem was dazu gehört.
Deshalb war er mehr als erfreut, als ihm vor einer Woche sein Onkel Howard C. Cunningham, seines Zeichens Chief Superintendent im CIA-Hauptquartier in Langley, einen Praktikumsplatz in der dortigen kryptographischen Abteilung anbot. Es liegt auf der Hand, dass man den jungen Mann nicht ein zweites Mal bitten muss und so trat er bereits zwei Tage nach dem Telefonat seinen Dienst in Langley an.
Das ist nun genau fünf Tage her, fünf Tage in denen sich Timothy mehr als einmal gefragt hat, ob Agentenarbeit nicht doch mehr ist als das Anfertigen von Kopien, das Ablegen von Unterlagen in Aktenordner oder das Kaffeekochen. So hatte er sich den Alltag eines Agenten wahrlich nicht vorgestellt.
Und da heute ein besonders langweiliger und ereignisloser Tag war und die Mitarbeiter der Kryptographieabteilung schon zeitig Schluss gemacht hatten, schaute er sich mal genauer in dem Großraumbüro um. Dabei weckte ein alter Aktenschrank mit beschrifteten Schubladen sein Interesse, der sich bei genauerer Betrachtung als Sammelplatz für ungelöste Fälle herausstellte. Es kann ja nichts schaden, dachte er sich, und nahm die erste Aktenmappe aus der obersten Schublade mit zu seinem Platz.
Bei der Durchsicht der Unterlagen stellte sich heraus, dass es sich hier um einen Mordfall aus dem Jahr 2007 handelte. Ein ca. 30 Jahre alter ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter war offensichtlich von seinem Mörder beim Entschlüsseln einer geheimen Nachricht überrascht und erschossen worden. Die Ermittlungen verliefen nach langen Recherchen immer wieder in einer Sackgasse und wurden aus diesem Grund vor 2 Jahren eingestellt. Man war zu dem Schluss gekommen, dass einzig der Ermordete wusste, wie die ihm übermittelte Nachricht zu entschlüsseln ist. Aber nachdem sich Timothy das Tatortfoto näher angeschaut hatte, hatte er schon eine Idee, wie man die Art der Verschlüsselung und somit auch die Bedeutung der Nachricht herausbekommen könnte...