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Am Heydevelthof Traditional Cache

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Mi747: Hier ist Ende....

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Hidden : 11/25/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Das schöne Leutherheide... Und besonders der Heydevelthof sind meiner Meinung nach einen Besuch wert. Der Cache ist jetzt ein Nano. Für Kinder und kleine Menschen evtl. nicht zu schaffen.

Mir Persönlich imponiert der Heydevelthof sehr hier, vor allem dessen Geschichte...

Leutherheide, mit ca. 350 Einwohnern, gehörte früher mit der Gemeinde Leuth zum Herzogtum Geldern, Amt Krickenbeck. Das unmittelbar benachbarte Ritzbruch gehörte ebenso wie die Gemeinde Breyell zum Herzogtum Jülich, Amt Brüggen. Der kleine Bach zwischen Leutherheide und Ritzbruch bildete die Grenze zwischen den ehemaligen Herzogtümern. Die „Schanz“, eine etwas erhöhte mit Eichen bestandene Halbinsel, gelegen im nahen Kleinen de Wittsee, früher vom festen Land durch ein Sumpfgebiet nur schwer zugänglich, diente in Kriegszeiten den Dorfbewohnern und umliegenden Bauern mit ihrem Vieh als Fluchtburg vor durchziehenden Soldaten und Marodeuren.

Der Heydevelthof liegt in Leutherheide, also im ehemals Geldrischen. Er ist, wie das Dorf, etwas geduckt am Rande einer kleinen Erhebung angelegt, um so Schutz vor den am Niederrhein vom Meer her fegenden Westwinden zu haben. Der älteste erhaltene Teil des Heydevelthofes ist die im Westteil des Hofgevierts gelegene ehemalige Scheune. Fachleute datieren das eigene Dachgebälk, ohne Eisennägel, nur mit Holzzapfen verbunden, aus der Zeit um 1650, also kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648).

Das große Wohnhaus steht zum Teil auf den alten Fundamenten des einstöckigen Bauernhauses. Der Wohnteil der Bauernfamilie – nur dieser war unterkellert – lag nach Osten, angrenzend nach Westen der Stall für das Vieh und im Winkel dazu die oben erwähnte Scheune. Ursprünglich mag der Hof an die 20 Morgen = 5 Hektar groß gewesen sein. In dem Maße, wie sich der Hof durch Landerwerb vergrößerte, das war etwa ab 1750, wurde durch weitere Gebäude das Geviert geschlossen. Die großen, alten Bäume im Park, Platane, Blutbuche, Esskastanie und die Esskastanien an der Einfahrt sind um 1820, also zur Franzosenzeit am Niederrhein, gepflanzt worden und demnach an die 170 bis 180 Jahre alt.

Der Name HEYDEVELTHOF stammt von dem Bauern Mattias (Thys) Heydevelts, welcher den bescheidenen Besitz zu Anfang des 18. Jahrhunderts erwarb und später wesentlich vergrößerte. Neben der Landwirtschaft betrieb er hier eine ländliche Schnapsbrennerei und eine kleine Bierbrauerei. Als angesehener Bürger bekleidete Matthias Heydevelts bis zu seinem Tode 1754 im Leuther Kollegium das Amt des Schöffen. Leutherheide gehörte bis 1944 zur Gemeinde Leuth.

Ein Nachfahre dieses Heydevelts hatte nur Töchter. Eine davon heiratete 1766 den Bauern Gottfried Schmitter aus Lobberich, der dann auf den Hof zog und der bisher vorwiegend ländlichen Betätigung den Getreidehandel hinzufügte. Auch Gottfried Schmitter war, wie später sein Sohn, Schöffe und dazu noch Bürgermeister (zur Franzosenzeit – maire).

Durch Heirat gelangte der Heydevelthof in den Besitz des Bauern Bontenackels (Schabbershof), Leuth. Eine Erbtochter Bontenackels heiratete 1823 den Bauernsohn Michael Josef Simons aus Metgesheide (Breyell). Dieser Begründer der Leutherheider Simonssippe (gestorben 1873) zog mit seiner Frau auf den Hof und baute hier die Branntweinbrennerei zu einer für die damalige Zeit modernen Produktionsstätte aus. Damit begann der wirtschaftliche Aufstieg der Familie Simons, weit über den bäuerlichen Betrieb hinaus. In dem Maße, wie die Wirtschaftsgebäude des Heydevelthofes für den gewerblichen Zweck genutzt und ausgebaut wurden, ist in späteren Jahren das zugehörige Land, also die bäuerliche Wirtschaft, auf die neu geschaffene, benachbarte Hofstelle „Gotzenhof“ übertragen worden

Der Sohn Gottfried (1830-1912) mit der wohlhabenden Familie Spielmanns aus Breyell (Vorbruch) versippt, entwickelte das Unternehmen zu einer der bedeutendsten Destillerien am Niederrhein. Zahlreiche Pferdefuhrwerke, später Motorlastwagen, belieferten die Kunden von Kleve bis Aachen. Das Unternehmen firmierte

M. J. & G. Simons OHG, Leutherheide

und datierte die Gründung der Destillerie auf das Jahr 1808. Die Firma bestand bis zum Jahre 1961, also über 150 Jahre. Dann wurde sie als nicht mehr lebensfähig liquidiert. Einschließlich der Ära Heydevelts-Schmitter ist in Leutherheide über 200 Jahre die Korn- und Branntweinbrennerei betrieben worden. Das Unternehmen Simons war über viele Jahrzehnte der größte Steuerzahler der Gemeinde Leuth.

Drei Generationen Simons – Michael-Josef, Gottfried und Viktor haben das kleine Leutherheide am Niederrhein bekannt gemacht, ihrer Heimat in vielen Ehrenämtern gedient und die Kirche, besonders die St. Peter- und Paul-Kapelle (erster Teil erbaut 1628) unterstützt. Der Kirchengemeinde schenkten die Simons das schöne Pfarrhaus und den Leutherheider Friedhof. Den Heydevelthof bauten sie für den Betrieb der Destillerie und als Stammhaus der Familie aus. Um die Jahrhundertwende wurde für ein Familienmitglied Simons die benachbarte „Villa Ursula“ errichtet.

Viktor Simons (1860-1928) heiratete 1898 Sophie Siepers (1866-1950) aus Krefeld. Diese Sophie Diepers war eine Tante von Frau Eva Kleinewefers, geb. Diepers, Krefeld, und ihr Mann Viktor war der Patenonkel ihrer Nichte. Als junges Mädchen verbrachte Eva Diepers viele Sommerferien bei Tante und Onkel mit Cousinen und Vettern auf dem Lande in Leutherheide. Haus, Dorf und Landschaft waren ihr vertraut.

1961, als die Firma liquidiert wurde und das Stammhaus, der schöne Heydevelthof zu gewerblicher Nutzung verkauft werden sollte, wandte sich Vetter Dr. Ernst Simons, als Arzt in Württemberg ansässig, an seine Cousine Eva in Krefeld. Nach längeren Verhandlungen, die für die Familie Simons von dem angesehenen Breyeller Bürgermeister i.R. Walter Brückenhaus geführt wurden, kaufte der Krefelder Unternehmer Dipl.-Ing. Senator E.h. Paul Kleinewefers 1961 das Stammhaus Simons mit dem zugehörigen Park. Dieser wurde durch Zukäufe auf 6 Morgen abgerundet und neu gestaltet; Haus und Hof wurden restauriert und innen umgebaut. Dabei wurde auch der Westteil des Hauses unterkellert. Es stellte sich heraus, dass die „Fundamente“ in diesem Hausteil (ganz früher Stall) kaum 50 cm tief in die Erde gingen und an vielen Stellen noch aus nur luftgetrockneten Ziegeln bestanden. An die Destillerie erinnert ein Brunnen im Hof, der noch in Betrieb ist und gutes Wasser liefert.

Die Arbeiten zur Restaurierung und Modernisierung des ausgedehnten Besitzes, unter Leitung des Krefelder Architekten Wilhelm Kessel und unter maßgeblicher Mitwirkung von Frau Eva Kleinewefers, wurden 1964 abgeschlossen. Seitdem wohnten Paul und Eva Kleinewefers mit ihren sporadisch anwesenden, erwachsenen Kindern und Enkeln in Leutherheide und wurden hier heimisch. An die Restaurierung des schönen Baues und an einen Wiederaufbau im Ersten Weltkrieg nach einem Brand erinnern an der Südostecke Jahreszahlen und Buchstaben:

1915 - 1916

V.iktor            S.imons

S.ophie           D.iepers

1961 – 1964

P.aul        K.leinewefers

E.va                D.iepers

Am 24. April 1979 um die Mittagsstunde, zehn Tage nach Ostern, verunglückte Frau Eva Kleinewefers (geb. 1909) auf der Umgehungsstraße von St. Tönis auf tragische Weise tödlich. Ein ausgebrochenes Pferd sprang plötzlich von der Seite auf das Auto, in welchem sie allein fuhr.

Unter dem Eindruck dieses Unglücks, welches ihm nach fast neunundvierzigjähriger Ehe jäh den Lebenskameraden entriss, und weil die Familie des Hauses nicht mehr bedurfte, schenkte Paul Kleinewefers (geb. 1905) nach längeren Verhandlungen, die mit einem Schenkungsvertrag am 21. August 1980 abgeschlossen wurden, den Heydevelthof dem Bistum Aachen. Hatte das schöne, alte Haus bisher nur einer Familie gedient, soll es nun als

Eva-Kleinewefers-Haus

vielen als „Stätte der Begegnung“ Tage der Besinnung, geistige, religiöse und kulturelle Bereicherung und Erholung vom Alltag vermitteln.


Seid 2005 ist der Heydevelthof jedoch wieder im Besitz der Familie Kleinewefers, da das Bistum Aachen keine Verwendung mehr dafür hatte.

Seit Herbst 2012 wird der Hof als „Akademie Heydevelthof“ geführt.

Additional Hints (Decrypt)

30

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)