Schloß ruine Rettenberg.
Am heutigen Bauernhof fällt sofort eine (aus dem Jahre 1959) alte Ansicht von Rettenberg auf. Es zeigt die Übergabe von Rettenberg im Jahre 1492 durch Kaiser Maximilian I. an seinen Ratgeber und Freund Ritter Florian Waldauf zu Waldenstein. Dieser ließ die nahegelegene und bereits verfallene Burg Alt-Rettenberg abreißen und mit dem Abbruchmaterial etwa 850m weiter nördlich das neue Gerichtsschloss Neu-Rettenberg errichten.
Als Ritter Florian Waldauf im Jahre 1510 starb, war das neue Schloss noch nicht ganz fertig und so baute der neue Besitzer, Oswald Freiherr von Wolkenstein, die Anlage aus, sodaß sich das Schloss 1559 in einem sehr gutem Zustand befand. Danach wechselten die Besitzer rasch und Rettenberg fiel 1649 an die Grafen Fieger von Friedberg, die jedoch wenig Interesse am Schlossgebäude zeigten und damit den Verfall einleiteten. 1798 kaufte der Kolsasser Pfarrer das schon teilweise verfallenen Schloss. Als 1825 die Gerichtsbarkeit von Rettenberg auf das Landgericht in Hall überging setzte endgültig der Verfall der gesamten Anlage ein.
Rettenberg, eigentlich richtigerweise Neu-Rettenberg, der Nachfolgebau von Alt-Rettenberg, ist eine rechteckige Anlage mit den Resten des einstigen Palas inmitten, das jahrhundertelang als Gerichtsburg der mächtigen Grafen von Rottenburg (Rottenburg bei Rotholz) diente. Allerdings besaßen die eingesetzten Richter nur die niedere Gerichtsbarkeit, todeswürdige Verbrechen wurden im Hochgericht Rottenburg abgehalten. Als die Rottenburger im 16. Jh. ausstarben ging deren gesamter Besitz und somit auch Alt-Rettenberg an die Tiroler Landesfürsten über, die es in weiterer Folge als Pfand verliehen bzw zu Lehen gaben.