21. Türchen:
Sonnenwenden aus astronomischer Sicht
Während einer Sonnenwende (lateinisch: solstitium = „Stillstand der Sonne“) erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. Diese maximale Deklination (etwa 23° 26' 20") erreicht sie jedes Jahr zweimal: einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators; je nach Hemisphäre (also Nord- oder Südhalbkugel der Erde) spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Auf der Nordhalbkugel fällt die Sommersonnenwende gegenwärtig stets auf den 21. Juni, die Wintersonnenwende auf den 21. oder 22. Dezember.
Die unterschiedlichen Tage für die Wintersonnenwende kommen dadurch zu Stande, dass das Sonnenjahr knapp sechs Stunden länger ist als das kalendarische Jahr mit 365 Tagen. Entsprechend verschiebt sich der Zeitpunkt der Sonnenwenden in Jahren, die keine Schaltjahre sind, um etwa sechs Stunden zu späteren Uhrzeiten. In einem Schaltjahr (z. B. 2012) springt der Termin zum Ausgleich wieder um etwa 18 Stunden zurück. Im Jahr 2020 wird dadurch auch die Sommersonnenwende betroffen sein und auf den 20. statt gegenwärtig üblich 21. Juni fallen.
Die genauen Termine für die Wintersonnenwende in den nächsten Jahren sind:
- 2012: 21. Dezember 12:12 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 01:09 Uhr)
- 2013: 21. Dezember 18:11 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 07:04 Uhr)
- 2014: 22. Dezember 00:03 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 12:51 Uhr)
- 2015: 22. Dezember 05:48 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 18:38 Uhr)
- 2016: 21. Dezember 11:44 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 00:34 Uhr)
- 2017: 21. Dezember 17:34 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 06:24 Uhr)
- 2018: 21. Dezember 23:23 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 12:07 Uhr)
- 2019: 22. Dezember 05:19 Uhr MEZ (Sommer: 21. Juni 17:54 Uhr)
- 2020: 21. Dezember 11:02 Uhr MEZ (Sommer: 20. Juni 23:44 Uhr)
(Quelle: Wikipedia)
Die Wintersonnenwende in Brauchtum und Aberglaube
Die Wintersonnenwende war in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest, das oft ausgiebig gefeiert wurde, auch vor und nach dem eigentlichen Tag (z.B. im antiken Rom die Saturnalien zu Ehren des Gottes Saturn). Die Kelten feierten mit der Wintersonnenwende den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit der Nacht. Seit dem 6./7.Jhd wird in Nordeuropa das Julfest zur Wintersonnenwende gefeiert: Licht und Feuer spielen hierbei ebenfalls eine große Rolle in der Symbolik. Zum Julfest wurde früher im Wald ein Baum gefällt und ins Haus gebracht. Sein Stamm sollte die zwölf Nächte des Festes hindurch brennen und Licht und Wärme spenden. Im christlichen Weihnachtsbrauchtum ist der Julblock oder Yulelog bis heute als Christklotz, Weihnachtsscheit oder Christklotz erhalten. Vor allem in Skandinavien sind viele mittelalterliche Bräuche des Julfest erhalten geblieben, die heute an Weihnachten (in Skandinavien als jul oder jol bezeichnet) noch gepflegt werden. So bringt in Schweden ein Ziegenbock aus Stroh, der sog. Julbock, die Weihnachtsgeschenke. Der Ziegenbock war Begleiter des Donnergotts Thor und steht für die jährlich wiederkehrende Fruchtbarkeit der Erde.
Und auch viel Aberglauben rankt sich um die Wintersonnenwende. Schon in vorchristlicher Zeit fürchtete man sich vor den bösen Geistern der Rauhnächte. Als Raunächte bezeichnet man die 12 langen Winternächte zwischen Weihnachten und 6. Januar bzw. Wintersonnenwende und Neujahr, denen oft eine besondere Bedeutung zugemessen wurde. Man unternahm lärmende Umzüge mit Schellen, Schießen und Peitschenknallen, um böse Geister zu vertreiben. Das heute noch in der Alpenregion bekannte Perchtenlaufen leitet sich davon ab. Die Rauhnächte waren auch eine gute Zeit um Orakel zu befragen. Bis heute erhalten hat sich dies im Sylvesterbrauchtum in Form des Bleigießens. Das Wetter glaubt man mit Hilfe von aufgeschnittenen Zwiebeln oder Nussschalen prophezeien zu können.
Da ab der Wintersonnenwende die Tage wieder länger werden, vermutete man aber auch gute Kräfte in dieser Zeit. Als Zeichen für einen neuen Jahresanfang schmückte man die Häuser mit grünen Zweigen und verbrannte heilkräftige Kräuter, um mit der Räucherung das Haus zu reinigen. Fichten- und Tannenzweige galten als Sinnbild des Lebens. Auch Eibe, Wachholder, Buchsbaum, Mistel und Stechpalme wurden besondere schützende und heilende Kräfte zugesprochen. Diese immergrünen Pflanzen galten als Symbol für die Wiederkehr der Sonne. In ihnen saßen die Vegetationsgeister die Fruchtbarkeit und Leben spendeten.
Auch am Cache findet ihr eine solch mystische Pflanze. Die Christrose (Helleborus niger) pflanzte man früher auf Bauernhöfen neben die Haustüre, um böse Geister von Mensch und Vieh fernzuhalten. Seit frühchristlicher Zeit gilt der Winterblüher als weihnachtliches Symbol der Hoffnung.
Zum Cache
An den Koordinaten findet ihr einen (guten) Waldgeist, der eine Cachedose vor den bösen Geistern der Rauhnächte beschützt. Seid nett zu dem Waldgeist, dann zeigt er euch auch das Logbuch…..
Parken könnt ihr am Sportplatz in Vollnkirchen: N 50° 29.397 E 008° 32.981
Der direkte Weg vom Parkplatz zur Dose beträgt ca 700 m, ist aber u.U. matschig. Über asphaltierte Feldwege ist es ca 300 m weiter. Bitte versucht nicht auf den grünen Planwegen näher an die Dose heranzufahren, es gibt viele aufmerksame Dorfmuggel, denen das nicht entgehen würde….