Wieso man in Regensburg „auf großem Fuß“ lebt
Hinweise
Länge des Weges: 1,2km
Suchzeit: ca. 20-30 Minuten
Barrierefreiheit: kinderwagentauglich
Reihenfolge der Stationen: egal, sinnvoll ist die angegebene Reihenfolge!
… und nun zum Cache …
Vorbemerkung
„Keine Stadt ist berühmter. Groß ist ihr Überfluss an Gold, Silber und anderen Metallen, kostbarem Purpur und Waren aller Art.“ (aus einer St. Emmeramer Handschrift)
Regensburg spielte im Mittelalter eine bedeutende Rolle, sowohl als Freie Reichsstadt, als auch als große Handelsmetropole. Kaum eine Stadt im Mittelalter hatte so weitreichende Handelsverbindungen wie Regensburg. Dementsprechend blühte die Stadt im Mittelalter kulturell geradezu auf. Aber was rede ich? Komm doch mit und sieh dir selbst an, wie in Regensburg Handel getrieben wurde!!
1.Station: Die Steinerne Brücke N 49°01.350´ E 012°05.831´

„Der prueck gleicht kaine in Deutschland.“ (Hans Sachs, Nürnberger Meistersinger)
Die Steinerne Brücke galt - und gilt noch heute- als ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Neben dem Dom ist sie das bekannteste Wahrzeichen Regensburgs. Nach „nur“ 11 Jahren Bauzeit wurde sie im Jahr 1145 fertiggestellt. Viele Menschen waren derart von dieser menschlichen Leistung beeindruckt, dass sie die Brücke oft als „das 8. Weltwunder“ bezeichneten.
Für den Handel in Regensburg spielte sie eine immense Rolle. Hier kreuzten sich einige der größten mittelalterlichen Handelsstraßen Europas: von Italien über Regensburg bis nach Prag, vom Westen bis in die Donauländer. Hinter der schnellen Bauzeit der Brücke steckten somit also auch zweifellos die Patrizier, die Kaufleute Regensburgs, die den Brückenbau mitfinanzierten. Sie brauchten einen festen Donauübergang für ihre Handelsgeschäfte und profitierten von den vielen Händlern, die auf den Handelsstraßen nach Regensburg kamen, denn: Umsonst war nichts! Wer die Brücke benutzen wollte, musste Zoll zahlen!
An der Brücke ließen sich auch viele Müller nieder, die die Strömung des Flusses nutzten, um ihre Getreide-, Schleif- oder Blechmühlen mit Wasserkraft zu versorgen und Walkmühlen für die Produktion von Textilien zu betreiben. Dafür mussten sie eine jährliche Pacht an die Brückenverwaltung zahlen. Somit konnte sich die Brücke praktisch „selbst finanzieren“.
2.Station: Der Amberger Salzstadl N 49°01.266´ E 012°05.796´
Der Amberger Salzstadl , vor dem du nun stehst, wurde erst 1487 errichtet, also schon am Ende des Mittelalters. Trotzdem will ich ihn dir zeigen, da Salz damals eine große Rolle gespielt hat: Es war das wichtigste Handelsgut, und das schon seit den Römern! Das Salz wurde von Hallein und Berchtesgarden nach Passau gebracht, und von dort auf der Donau bis nach Regensburg gezogen. Und das flussaufwärts! Ein sogenannter „Salzzug“ bestand aus etwa 50 Reitern, die an Zugseilen mehrere hintereinander hängende Kähne zogen, auf denen das Salz offen aufgehäuft lag.
Das Salz im Amberger Stadl war für Amberg bestimmt und wurde in Regensburg nur zwischengelagert. Übrigens: Der größere Regensburger Salzstadl auf der anderen Seite des Brückturms wurde erst viel später, nämlich 1610, erbaut.
FRAGE: In die Mauer des Salzstadls wurde ein jüdischer Grabstein eingebaut.
Was ist die letzte Ziffer der ersten Jahreszahl? A=
3.Station: Das Runtingerhaus N 49°01.274´ E 012°05.623´
Das rötlich gestrichene Haus vor dir ist das Runtingerhaus. Es ist eines der ältesten und am besten erhaltenen Patrizierhäuser Regensburgs. Über kaum einen anderen Regensburger Kaufmann wissen wir heute mehr als über Matthäus Runtinger, dem dieses imposante Gebäude gehörte: Er unterhielt unter anderem Handelsbeziehungen mit venezianischen Kaufleuten, die damals die wichtigsten Handelspartner Regensburgs waren. Außerdem verlieh er Geld gegen Zinsen, obwohl ihm das als Christ verboten war. Auch über sein wirtschaftliches Vorgehen ist viel bekannt: Er kaufte Luxuswaren aus dem Süden oder Westen und tauschte sie gegen Rohstoffe aus dem Osten. Tuche importierte er aus dem Norden und tauschte sie in Böhmen gegen Silber ein, dass er wiederum brauchte, um in Venedig Pfeffer, Safran, Brokat und Samt zu kaufen. Mit Geld zu handeln war im Mittelalter sehr gefährlich, da die Zahl der Diebe und Betrüger groß war. Um sicherzugehen, dass – angekommen in Venedig- der Richtige das Geld in Empfang nahm, zerbrach der Kaufmann zuvor eine Münze. Eine Hälfte gab er dem Empfänger, der später das Geld entgegennehmen sollte, die andere behielt er selbst. Vor der Geldübergabe wurde geprüft, ob die Münzhälften zusammen passten. Zusätzlich wurde auch noch ein Losungswort vereinbart. Unterwegs tarnte man seine Münzen, indem man sie in Salzscheiben versteckte.
Erschreckend, aber wahr: Eigentum war das höchste Gut im Mittelalter. Wer damals in Regensburg auch nur einen einzigen Pfennig stahl, wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mörder dagegen wurden lediglich zwei bis vier Jahre aus der Stadt verbannt.
FRAGE: Mit was wird ein Gast laut einem Schild im Gasthaus „Zum Sauseneck“ bewirtet?
1. Bier und Met: B=2
2. Wein und Met: B=7
3. Met und Most: B=3
4. Bier und Wein: B=6
Wenn du willst, kannst du nun der Keplerstraße weiterfolgen, bis du zur Kirche St. Oswald kommst, die heute als Einziges noch von dem ehemaligen mittelalterlichen Hafen zeugt, der hier an der Donau angesiedelt war. Der heilige Oswald war der Schutzpatron der Reisenden und Kaufleute. Diese Station ist für den Cache aber nicht unbedingt erforderlich.
4.Station: Das Alte Rathaus + Kohlenmarkt N 49°01.213´ E 012°05.670´
Suche das Rathaustor und die Maße, die dort an der Wand hängen. Was das denn jetzt schon wieder sein soll?! Nun, die Freie Reichsstadt Regensburg hatte sogenannte „Stadtmaße“, an die sich jeder Händler und Kaufmann halten musste. Sie wurden am Rathaus aufgehängt, damit jeder Einkäufer sich vergewissern konnte, dass er nicht betrogen worden war, z.B. indem man ihm nicht genügend Stoff für sein Geld gegeben hatte.
In der Mitte hängt der „Stadtschuh“, der in dem Fall sehr lang, nämlich 32 Zentimeter ist. Daher kommt auch das Sprichwort „Regensburg lebt auf großem Fuß“.
Rechts ist die „Stadt-Ölln“ (Elle), die noch übertriebener ist: es passen sogar 2 Ellen nach heutigem Verständnis des Längenmaßes hinein!
Links hängt der „Stadtklafter“. Eigentlich sollte er der Körpergröße eines erwachsenen Mannes entsprechen. Aber auch hier ist das Stadtmaß größer ausgefallen.
All diese Maße galten also für Regensburg. Und wehe dem Betrüger! Der musste nämlich manchmal ein ganzes Wochenende am Pranger stehen!

FRAGE: Wie viele Stufen führen insgesamt zu der Tür, die sich rechts neben den Längenmaßen befindet?
1. 7 => C=2
2. 8 => C= 5
3. 9 => C= 1
4. 10 => C= 3
Dreh dich nun um und betrachte den Kohlenmarkt. Er wurde vom Stadtrat als Wochenmarkt eingerichtet, da seine Lage in der Nähe des Rathauses sehr gelegen kam. Wer woanders verkaufte, musste mit 60 Pfennig Geldstrafe rechnen.
5.Station: Der Goldene Turm N 49°01.155´ E 012°05.727´
Der Goldene Turm ist ein sehr besonderer Patrizierturm. Er ist nämlich der höchste Wohnturm nördlich der Alpen. Kein Wunder, mit seinen 9 Stockwerken ist er fast 50 Meter hoch. Weil die Straße, in der er steht, für das Mittelalter ungewöhnlich breit war, hatten seine Bewohner, italienische Kaufleute, ein sehr großes Repräsentationsbefürfnis. Allgemein galt: Je reicher eine Patrizierfamilie war, desto höher bauten sie ihre Türme.
Der Goldene Turm ist aber nicht nur Wohnturm, sondern auch Wehrturm gewesen. Während seine Prunkfassade direkt zur Straße zeigt, kann man an den Seiten des Turmes je eine Schießscharte erkennen.
6.Station: Haus Heuport N 49°01.172´ E 012°05.822´
Wie der Name schon sagt: Hier, an der Grenze zum mittelalterlichen jüdischen Ghetto, von dem heute nichts mehr zu sehen ist, hat im Mittelalter ein Heumarkt stattgefunden (Heuport=Pforte zum Heu). Heuport, Dombrowski und Kaiserhof waren früher eine(! )Patrizieranlage, samt Hausturm und offener Loggia (einer Art Verbindungsgang, durch Säulen hin offen zum Außenraum). Heute kann man nur noch Spuren davon erkennen. Der Erbauer des Heuport war Carl Kratzer, der Schirmherr der Regensburger Fernkaufleute war.
Gehe durch das Tor in die Vorhalle. An der Treppe stehen zwei Figuren.
FRAGE: Mit welchem Gegenstand in seiner Hand versucht der Jüngling, die Jungfrau zu verführen?
1. Einem Geldsack => D= 3
2. Einem Weinkelch => D= 6
3. Einem Apfel=> D= 4
4. Einer goldenen Kugel=> D= 1
Super, jetzt hast du es fast geschafft! Setz nun die Koordinaten, die du herausgefunden hast, in die Formel ein und mache dich auf den Weg zum Final!!
Finalkoordinaten:
N 49°0(10-A).1(B-2)5´
E 012°06.(C-1)(8-D)5´
Quellen:
- Peter Brielmaier / Uwe Moosburger- Regensburg- Metropole im Mittelalter (2007)
- Donaustrudl – Die etwas andere Stadtführung (2007)
- Konrad M. Färber – Regensburg – Der andere Stadtführer (1995)