Möhler wurde erstmals in einem Heberegister des Klosters Freckenhorst im 11. Jahrhundert als Rittergut „Mudelare“ erwähnt. Vermutlich entstand schon im 13. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Schlosses eine burgähnliche Anlage. Die nächste urkundliche Erwähnung stammt dann erst wieder aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im „Verzeichnis der wuesten Erben und Guether“ des Fürstbistums Münster heißt es: „Ampt Stromberg, Kerspell Olde - Moeler, Wendt zustendig“.
Hauptflügel des Herrenhauses von Schloss Möhler
Die ältesten noch stehenden Häuser des Dorfes Möhler stammen aus dem 17. Jahrhundert. Mit dem Bau des neuen Schlosses zwischen 1710 und 1715 siedelten sich neben den Bauern auch Handwerker an, so dass sich aus dem einstigen Rittergut ein Dorf entwickelte. Vom Schloss sind heute noch der Hauptflügel und der Barockpark erhalten.
Aus dem Material der abgerissenen Seitenflügel des Schlosses wurde 1853 die Ludgerus-Kapelle am Dorfrand erbaut. Seitdem wird Möhler auch als die „Kapellengemeinde“ bezeichnet. Sie ist der erste realisierte Sakralbau des Münsteraner Diözesanbaumeisters Emil von Manger. 1854 weihte Johann Georg Müller als Bischof von Münster die neugotische Kapelle ein. Sie ist heute eine Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer in Oelde. Der 1906 gegründete Kapellenverein e. V. hatte zunächst das Ziel, Geld für einen Erweiterungsbau der Kapelle zu sammeln. Nachdem dieses Ziel erreicht war und 1922 der Erweiterungsbau konsekriert wurde, kümmert sich der Kapellenverein bis heute um alle Angelegenheiten die die Kapelle betreffen, zum Beispiel die Instandhaltung des Gebäudes.