Die steinerne Pflugschar
Vor langer Zeit gab es in Breitenlesau noch keinen Schmied. Die Bauern mussten deshalb immer die Waischenfelder Schmiede aufsuchen. Eines Tages stellte nun ein Breitenlesauer Bauer beim Ackern fest, dass seine Pflugschar schadhaft war. Da er aber keine Zeit hatte, schickte er seine Tochter mit der Pflugschar zum Schmied nach Waischenfeld. Um ihr das Tragen zu erleichtern, band er die Pflugschar dem Mädchen mit einem festen Strick um den Hals. Dann schickte er sie auf den Weg. Die Bauerntochter jedoch kam nie wieder. Sie schien verschwunden.
Als einige Breitenlesauer den Schmied in Waischenfeld nach dem Verbleib des Mädchens fragten, erfuhren sie zu ihrem Erstaunen, dass die Bauerstochter dort gar nicht angekommen war. So machte man sich auf den Weg um sie zu suchen. Die Bauern hatten gerade den halben Weg zurückgelegt und waren an einem Felsen angelangt, da sahen alle zu ihrem Entsetzen das Mädchen tot am Boden liegen. Auf dem abschüssigen Weg war es anscheinend ins Laufen geraten; der dicke Strick, mit dem die eiserne Pflugschar an seinem Hals befestigt war, hatte sich eingedreht und ihm die Luft abgeschnürt. So musste es, da keine Hilfe kam, eines furchtbaren Todes sterben.
An dieser Stelle meißelte man später eine Pflugschar in den Felsen, die man heute noch sehen kann.