Ein Drache ist ein
schlangenartiges Mischwesen der
Mythologie, in dem sich Eigenschaften von
Reptilien,
Vögeln und
Raubtieren in unterschiedlichen Variationen miteinander verbinden. Häufig ist er geflügelt, mit Adlerklauen oder Löwenpranken ausgestattet und speit
Feuer. Der Drache ist als
Fabelwesen aus
Mythen,
Märchen und
Sagen bekannt; bis in die Neuzeit wurde er als real existierendes Tier angesehen.
In orientalischen und westlichen
Schöpfungsmythen ist der Drache ein Sinnbild des
Chaos, ein gott- und menschenfeindliches
Ungeheuer, das die fruchtbringenden Wasser zurückhält und Sonne und Mond zu verschlingen droht. Es muss von einem Helden oder Gott im Kampf überwunden und getötet werden, damit die Welt entstehen oder weiterbestehen kann.
Der ostasiatische Drache ist dagegen ein ambivalentes Wesen mit überwiegend positiven Eigenschaften. Er ist ein Regen- und ein Glücksbringer, ein Symbol der Fruchtbarkeit und der kaiserlichen Macht.
Erzählungen und Bilder von Drachen sind vielen Kulturen und Epochen bekannt, entsprechend mannigfaltig sind seine Erscheinungsformen. Grundsätzlich handelt es sich um ein
Mischwesen, das sich aus mehreren real existierenden Tieren zusammensetzt, doch werden die mehrköpfigen Schlangen der antiken Mythologien ebenfalls als Drachen betitelt. Die
Schlangenanteile sind bei den meisten Drachen vorherrschend. Der Körper ist meist
geschuppt. Der Kopf – oder die Köpfe, oft sind es drei oder sieben – stammt von einem
Krokodil, einem
Löwen, einem
Panther oder einem
Wolf. Die Füße sind Tatzen von
Raubkatzen oder
Adlerklauen. Meist besitzt der Drache vier; es gibt aber auch zweifüßige Formen wie die
Wyvern und schlangenartige Mischwesen ohne Füße. Diese werden in Typologien als Kriech-Drachen den Flug-Drachen gegenübergestellt. Die Flügel des Drachen erinnern an
Greifvögel oder
Fledermäuse. Verbreitete Elemente sind eine gespaltene Zunge, ein scharfer, durchdringender Blick, der feurige Schlund und ein giftiger Atem.