Ein Vampir ist im
Volksglauben und in der
Mythologie eine
blutsaugende Nachtgestalt. Dabei handelt es sich meist um einen wiederbelebten menschlichen Leichnam, der sich von menschlichem oder tierischem Blut ernährt und – je nach Kultur und Mythos – mit verschiedenen übernatürlichen Kräften ausgestattet ist.
Die Vorlagen für die heute in
Westeuropa am meisten verbreitete Vorstellung von Vampiren stammen ursprünglich aus dem
südosteuropäischen Volksglauben bzw. der
slawischen und rumänischen Mythologie. Der Vampirglaube hat sich aus dem
Karpatenraum nach
Rumänien (
Transsilvanien),
Ungarn, ins östliche
Österreich,
Bulgarien,
Albanien,
Serbien und
Griechenland verbreitet. Dabei ist der wissenschaftlich belegte Vampirglaube in erster Linie als sozialanthropologisches Phänomen zu verstehen, bei dem für die Schädigung Einzelner oder der Dorfgemeinschaft durch Krankheiten, Missernten oder Ähnliches ein Verantwortlicher gesucht wird. Das „Blutsaugen“ der Vampire gehört nicht zu den im Volksglauben in erster Linie überlieferten Elementen, wichtiger ist das Verlassen des eigenen Grabes, das von den betroffenen Dorfgemeinschaften aufgespürt werden musste. Fand sich in einem verdächtigen Grab ein nicht verwester Leichnam, so wurde dieser auf verschiedene Weise nochmals getötet und dann verbrannt, was auch in den meisten Filmen etc. heute noch das Ende eines Vampirs ist.
Der vom Vampirmythos abgeleitete
Vampirismus gehtauf den Aberglauben zurück, dass das Trinken von Blut, als Essenz des Lebens, lebenspendend sei. Sehr bekannt ist in diesem Zusammenhang die als „Blutgräfin“ berüchtigte
Erzsébet Báthory, die aus einer
ungarischen Adelsfamilie stammt. Sie soll nach dem Tod ihres Ehemannes im Blut von über sechshundert, durch Versprechen auf ihr Schloss gelockten jungfräulichen Dienstmädchen gebadet haben, um sich jung zu halten. Ebenso hat das Treiben der Gräfin Báthory zur Entstehung des Vampirmythos in Osteuropa beigetragen.
Der bekannteste Vampir, der in der rumänischen Volksmythologie existiert, ist
Dracula (
Vlad III. Drăculea), der an Vlad Ţepeş (deutsch: „der Pfähler“) angelehnt ist.