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Rühler Bimmel km 5,7 – Haltepunkt Heiligenstein Traditional Cache

Hidden : 10/24/2014
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   small (small)

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Geocache Description:

Rühler Bimmel, von Wutha nach Ruhla, von 1880 bis 1967, geographische Expedition zu alten Spuren und geheimen Lagern


Eine Einleitung zur Rühler Bimmel und Informationen zur Geocache-Serie "Rühler Bimmel" befinden sich im Listing des Geocaches "Rühler Bimmel - Bonus" (GC44NCZ).


Haltepunkt Heiligenstein

Ein Haltepunkt Heiligenstein war beim Bau der Strecke nicht vorgesehen. Erst durch Anträge von Bürgern wurde er zweieinhalb Monate nach Aufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke eingerichtet. Ebenso wie in Farnroda wurde hier aber „nur nach Bedürfnis gehalten.“ Eine einfache Wellblechhütte von 3 mal 4 Metern musste als Wartehäuschen ausreichen. Später wurde sie durch eine gleich große aber gemauerte Variante ersetzt. Bei längerer Wartezeit konnte man sich in dem nahegelegenen Gasthaus Lutherhäuschen (inzwischen abgerissen) aufhalten, in dem auch die Fahrkarten verkauft wurden und immer ein kühles Bierchen auf den Heizer und Lokführer wartete.

Der Haltepunkt Heiligenstein mit Blick Richtung Ruhla
Bild 1: Der Haltepunkt Heiligenstein mit Blick Richtung Ruhla.

Bild 2: Das Wartehäuschen vorm 'Schweizer Haus'."

In den Jahren 1917 und 1918 ließ die Betriebsführung die Früh- und Spätzüge (Arbeiterzüge) in Heiligenstein nicht mehr halten, angeblich weil die Züge schon überfüllt waren. Das führte natürlich zu Protesten der Bevölkerung.

Nach Stilllegung der Rühler Bimmel 1967 mussten die betroffenen Pendler, Bewohner und der Ort erneut um eine Haltestelle – nun für Busse – im Ortsteil Heiligenstein kämpfen. Ein Kompromiss war dann wohl eine Haltestelle weiter Richtung Bahnhof Thal am Schreiberbrunnen.
 
Zwischen dem Haltepunkt Heiligenstein und dem Bahnhof Ruhla besaß die Trasse ihre stärkste Steigung.
Ein  älteres Ehepaar, das in Thal direkt an der Strecke wohnte, erzählte mir, dass sie den Fünf-Uhr-Zug von Ruhla kommend im Schlaf kaum hörten, da er frei lief, also durch das Gefälle einfach rollte. Die Dampflok musste nicht mit hohem Dampfdruck angetrieben werden und so fehlte das typische Schnaufgeräusch. Auch wurden unterwegs immer mal verspätete Passagiere aufgenommen, denn das Anhalten bzw. Bremsen und Weiterfahren bedeutete keinen großen Aufwand.
Im Gegensatz dazu war der Anstieg besonders im Winter mit Problemen verbunden. Ein ehemaliger Angestellter des Uhrenwerkes Ruhla berichtete, dass er früh bei Schnee und Eis von Thal kommend zu Fuß schneller als die Bahn war.


Die ehemalige Bahnsteigkante ist heute noch zu erkennen.
Bild 3: Die ehemalige Bahnsteigkante ist heute noch zu erkennen.
Spuren

Wie auch am Haltepunkt Farnroda ist hier die alte Bahnsteigkante aus hellem kieselhaltigem Beton noch sehr gut erhalten. Sogar der Bahnsteig ist ein kurzes Stück noch „begehbar“. Der Höhenunterschied zwischen früherem Gleisbett - heute Straße (!) und Radweg - und Bahnsteig dürfte auch noch passen. Da, wo einst das Wartehäuschen stand, ist heute immer noch ungenutzte Wiese. Der Gartenzaun und die Häuser im Hintergrund können als Orientierung für die Fotos oben dienen.


Zum Geocache

Das Versteck befindet sich ca. 200 Meter vom ehemaligen Haltepunkt Heiligenstein entfernt in Richtung Ruhla. Auch wenn es nicht so aus sieht - hier können nicht nur schnelle Fahrradfahrer von Ruhla runter kommen, sondern auch Anwohnerautos durchfahren. Bitte aufpassen!


Spuren auf dem Weg zum nächsten Geocache Richtung Ruhla

Langschwellen in der Uferböschung.
Bild 4: Langschwellen in der Uferböschung.
Als Zufahrt zum Bauhof der Stadt Ruhla führt bei Kilometer 6,1 (Wegpunkt „Bauhof“ N 50° 54.663 E 10° 22.960) eine Brücke über den Erbstrom. Von der Brücke aus kann man flussabwärts die umfangreiche Verbauung von Langschwellen in der steilen Uferböschung sehen. Eine Walzzeichen-Jahreszahl ist nicht mehr zu erkennen, aber ca. hundert Jahre dürften sie hier schon dem Wasser ausgesetzt sein.

Zwischen dem Haltepunkt Heiligenstein und dem Bahnhof Ruhla gab es kurz hintereinander drei Gleisanschlüsse für ortsansässige Firmen:
  • bei Kilometer 6,58 (Wegpunkt „GA-R1“ N 50° 54.532 E 010° 22.646) für die Uhren- und Maschinenfabrik Ruhla (Gebrüder Thiel), in späteren Jahren soll sich hier eine Schrottsammelstelle befunden haben,
  • bei Kilometer 6,67 (Wegpunkt „GA-R2“ N 50° 54.502 E 010° 22.600) anfangs für das Gaswerk Ruhla, später für einen Kohlehandel, der heute noch existiert,
  • und bei Kilometer 6,71 (Wegpunkt „GA-R3“ N 50° 54.450 E 010° 22.527) anfangs für eine Firma Frenzel (ein Säurehandel), später gehörte das Gelände auch zur Uhren- und Maschinenfabrik Ruhla.

Die Flächen werden weiterhin für Gewerbeansiedlungen genutzt. Von den Anschlüssen sind immerhin noch die zurückspringenden Zäune bzw. Grundstücksgrenzen erkennbar.


Betonsockel.
Bild 5: Betonsockel.
Am Wegpunkt „Betonsockel“ (N 50° 54.558 E 010° 22.680) kann man im Winter und Frühling oben an der südlichen Wegböschung zwei alte Betonsockel sehen. Auf dem linken liegt noch ein verrottender Holzauflagebalken. Auf diesen und weiteren Fundamenten ruhte ab ca. 1950 eine Dachkonstruktion über dem Ladebereich des Gleisanschlusses der Uhren- und Maschinenfabrik Ruhla.


Textquellen

[Rockstuhl] Rockstuhl, Harald: Die Geschichte der Ruhlaer Eisenbahn, „Rühler Bimmel“ 1880 – 1967; Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 1997, ISBN 3-929000-62-8

[Ruhla] Stadtarchiv, Stadtverwaltung Ruhla, Carl-Gareis-Straße 16, 99842 Ruhla

Bildquellen

Bild 1: Günter Meyer, Zwickau
Bild 2: Günter Fromm, Erfurt
Bild 3, 4, 5: Andre Geyer, Wutha-Farnroda
Mit freundlicher Genehmigung der Urheber bzw. Eigentümer.


Additional Hints (Decrypt)

Jvrfrafrvgr, hagre rvare nygra Fgnuyfpujryyr

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)