Der Tagebau
Der ehemalige Tagebauraum bei Tröbitz und Domsdorf im Süden Brandenburgs stellt unter allen Lausitzer Bergbaugebieten eine Besonderheit dar. Hier haben sich auf einer relativ kleinen Fläche Tief- und Tagebaugebiete abgewechselt und eine Landschaft hinterlassen, aus der die Bergbautätigkeit nach wie vor ablesbar ist. Bereits 1847 wurde mit dem Kohlenabbau in einer kleinen Grube begonnen. Im Jahr 1958, nach über 100 Jahren des Bergbaus, war mit dem Tagebau Tröbitz-Westfeld das Kapitel des Braunkohlenabbaus in diesem Raum abgeschlossen.
1847 begann auch hier die Förderung der Braunkohle. Als die Vorräte 1955 zu Ende gingen, wurde die Abbautätigkeit eingestellt. Der Förderbrückentagebau Domsdorf, auch bekannt unter der Bezeichnung "Schadewitzer Feld", baute seid 1937 Kohle ab. Er hinterließ das Restloch 124. Mit einer Gesamtfläche von 51,8 Hektar und einer Länge von ca. 3000 Metern ist es einer der grössten in dieser Abbauregion. Die schlauchartige Form wurde durch den Schwenkbetrieb hervorgerufen, bei dem sich die Förderbrückevon einem Punkt ausgehend, im Uhrzeigersinn von Norden nach Süden bewegte. Wind- und Wassererosion gestalteten im Laufe der Jahre die gekippten Erdmassen zu solcher Rippenstruktur.
Die Geologie
Hauptentstehungszeit der Lausitzer Braunkohle ist das Miozän vor 5 bis 25 Millionen Jahren. Bei Braunkohle spielt das organische Material abgestorbener Bäume, Sträucher und Gräser eine Rolle, welches nach der Überdeckung mit verschiedensten Sedimenten unter Druck und Luftabschluss den geochemischen Prozess der Inkohlung durchlief. Da Braunkohle meist in einem jüngeren Erdzeitalter entstanden ist und dadurch noch nicht die komplette Inkohlungsreihe „durchlaufen“ hat, unterscheidet sie sich qualitativ von anderen Kohlen; zum Beispiel durch einen höheren Schwefelgehalt und eine grobere, lockerere und porösere Grundmasse, in der manchmal aber auch große Stubbenhorizonte (mitunter ganze Baumstümpfe) zu finden sind.
Inkohlung ist die Umwandlung von Pflanzenresten in Kohle. Entsprechend der Dauer der Inkohlung steigt der Anteil an Kohlenstoff. Der Prozess der Inkohlung verläuft über die Bildung von Torf, Braunkohle, Steinkohle und Anthrazit und endet mit der Bildung von Graphit. Braunkohle und Steinkohle können dabei noch weiter differenziert werden. Während für den Prozess der Inkohlung bis zur Braunkohle vor allem die biochemischen Bedingungen im Vordergrund stehen, besonders Sauerstoffverarmung aufgrund Luftabschlusses, gewinnen mit der Umwandlung in Steinkohle, Anthrazit und Graphit vor allem geochemische Faktoren (höherer Druck und höhere Temperatur) an Bedeutung. Durch den Prozess der Inkohlung entstanden die großen Braun- und Steinkohlelagerstätten der Erde.
Vor 17 Millionen Jahren
Das Gebiet der heutigen Lausitz war im Tertiärzeitalter Teil eines Sedimentationsbecken, das sich vom Atlantik bis weit nach Osteuropa erstreckte. Von der Nordsee her drang in regelmäßigen Perioden das Meer bis in die Lausitz vor. Wich es zurück, blieben vernässte Niederungen - ein willkommener Lebensraum für eine üppige Moorvegetation. Im Süden reichte das Moorgebiet bis an die noch teilweise aktive Vulkankette der Oberlausitz und Niederböhmens heran. Das Klima war subtropisch. Atlantische Tiefdruckgebiete führten Feuchtigkeit heran, die an den Vulkangebirgen abregnete. Über Flusssysteme gelangte das Wasser ins Moor. Hoch- und Niedrigwasser wechselten im Rhythmus der Jahreszeiten.
Die Vegetation der Tertiärmoore
Das Moor änderte ständig sein Aussehen. Herrschten zunächst Verwandte der Sumpfzypressen vor, gruppierten sich später hartlaubige, immergrüne Sträucher um Koniferengruppen mit dem Mammutbaum oder der Spießtanne. Zeitweise beherrschten auch Riedmoore das Landschaftbild, durchsetzt mit Torfmoos-Rasen, umgeben von Palmenbüschen und Kiefern-Waldmooren. Auf dem zunehmend sauren und nährstoffarmen Moorboden konnten schließlich nur noch wenige Baum- und Straucharten wachsen, wie die Schirmtanne und der Gagelstrauch. Karge Moorwald-Inseln zwischen kaum bewachsenen Torffl ächen - so bot sich das Land dar, bis das Meer erneut fast zu den Vulkanbergen hin vorstiess. Zog es sich zurück, nahmen die Sumpfzypressen wieder ihre Standorte ein als Pioniere für eine neue Folge der Moorvegetation.
Quellen: Bröschüre "Entstehung der Lausitzer Braunkohle" von Vattenfall, Broschüre "06 Wandlung und Perspektiven / Tröbitz, Domsdorf" von der LMBV, Infotafel vor Ort, wikipedia, Bild (http://www.oder-neisse-info.de)
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Die folgenden Fragen solltet ihr beantworten. Zum beantworten der Fragen muss nicht das Restloch betreten werden !!!
1.) Zwischen wieviel Prozent muss der Kohlenstoffgehalt liegen, um von Braunkohle sprechen zu können?
2.) Wie tief ist das Restloch von der Erdoberfläche aus gesehen (Schätzung)? Wie tief liegt hier also die Braunkohle?
3.) Braunkohle wird durch seine äusseren Eigenschaften in 4 Arten von Kohle unterteilt. Welche ?
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