Mitte des 14. Jahrhunderts, das Fürstentum Lüneburg ist noch kein Jahrhundert alt, die Ordnung außerhalb größerer Städte wird immer brüchiger. Es wird geplündert und geraubt, Ritter und andere Herrschaften tragen ihre Fehden offen aus, Kämpfe und andere Streitigkeiten sind an der Tagesordnung. Die Antwort auf die sich ausbreitende Unsicherheit war vielerorts das Anlegen von städtischen Landwehren – so auch im Lüneburger Land.
Vielleicht wurde sogar schon im Jahre 1355 mit einem Vorgängerbau der Lüneburger Landwehr im Bereich der späteren Hasenburg begonnen, bis 1369 ist jedoch diesbezüglich nichts nachweisbar. Weiterhin ist es möglich, dass mit der Anlage in den 70er Jahren des 14. Jahrhunderts begonnen wurde, als Lüneburg mehrere Privilegien verliehen wurden, z.B. die Gerichtsbarkeit und das Recht, auch außerhalb der Stadt Gefahren für diese abzuwehren. Erst durch den Satebrief aus dem Jahr 1392 wurde die rechtliche Grundlage für den Bau der Landwehr festgeschrieben, so dass der Ratsherr und Sodmeister Johann Semmelbecker von 1397 bis 1406 die Alte Landwehr errichtete.
Mit ihr sollte nicht nur das Umfahren der Hansestadt Lüneburg verhindert werden, um so das Stapelrecht von 1392 durchzusetzen und die Händler zu zwingen, ihre Waren auf dem Lüneburger Marktplatz als Hauptmarkt des Fürstentums zu "stapeln" und zum Verkauf anzubieten. Sie hatte auch die Aufgabe, das städtische Umland außerhalb der Stadtmauern zu sichern, auch wenn durch die Landwehr nur eine Verzögerung eines potentiellen Angriffes erreicht werden konnte, die allerdings ausreichend gewesen wäre, sich in der Stadt um die Mobilisierung der Verteidigung zu kümmern – die Auseinandersetzungen und Schlachten des Satekrieges von 1396 dürften hier sicherlich nicht spurlos an der städtischen Bevölkerung vorübergegangen sein. Hierzu passt, dass ungefähr während des Baus der Alten Landwehr auch die Lüneburger Stadtmauern samt Türme und Tore errichtet wurden.
Vor diesem Hintergrund wären auch die Ausmaße der Alten Landwehr zu erklären: Auf einer Länge von neun Kilometern, rund vier Kilometer westlich von Lüneburg vom Hasenburger Bach im Süden bis zur Ilmenau bei Bardowick im Norden, und auf einer Breite von durchschnittlich 46 Metern wurden fünf parallel verlaufende, rund zwei Meter tiefe, bewässerte Gräben und dazwischen vier dicht mit Sträuchern und Bäumen bepflanzte Wälle angelegt, ausgestattet mit fünf Stauseen, drei Wasserburgen und drei großen Übergängen, die allesamt mit Wachtürmen bewehrt waren. Einer dieser Wachtürme ist die Hasenburg. Es wird davon ausgegangen, dass sie bereits im Jahre 1397 von Albert Hoyne errichtet wurde; somit dürfte sie eines der ersten Bauwerke der Alten Landwehr gewesen sein.
Hier im Süden floss die Bunerbeck, wie der Hasenburger (Mühlen-)Bach auf einer Karte von 1580 noch genannt wurde. Durch fünf Staudämme, bei denen es sich wahrscheinlich um hölzerne, Schleusen genannte Wehre gehandelt hat, an denen die Überläufe kontrolliert werden konnten, wurde der wasserreiche Bach auf einer Länge von ca. vier Kilometern dazu gebracht, sein Bett zu verlassen. Auf diese Weise wurde die Strecke zwischen der Mündung des Kranken Heinrich in den Hasenburger Bach bei Reppenstedt bis zur Roten Schleuse vollständig vernässt, so dass das Bachtal in Sümpfe und Teiche verwandelt wurde; man spricht hierbei auch von der Nassen Landwehr. Hierdurch wurde die Errichtung von zusätzlichen Erdwerken überflüssig gemacht.
In der ersten Zeit wurde der Hasenburger Bach noch mit einer Furtdurchfahrt unterhalb des Dammes überquert. Erst 1545, als südlich der Hasenburg eine Mühle angelegt wurde, konnte der Frachtweg über den zu dieser Zeit entstandenen Mühlendamm geführt werden. Die Höhe des damaligen Dammes dürfte dabei etwas tiefer als die heutige Fahrbahnhöhe verlaufen sein.
Auf der südlichen Seite des Hasenburger Baches wurde die Querung durch einen abschließbaren Schlagbaum gesichert. Dieser wurde morgens geöffnet und nachts wieder geschlossen. Hierfür waren die Landwehrknechte verantwortlich, die zusammen mit dem Wärter in der Hasenburg Zuflucht fanden und diese ständig bewohnten. Es wird davon ausgegangen, dass diese zur eigenen Versorgung auch Landwirtschaft betrieben, wofür sowohl einzelne Positionen der mittelalterlichen Ausgabenlisten sprechen, als auch, dass sich an den Kontrollposten landwirtschaftlich genutzte Nebengebäude fanden.
Als bedeutender Verkehrsknotenpunkt kontrollierte die Hasenburg die wichtigsten überregionalen Handelswege von und nach Süden. Hier teilte sich die Straße von Lüneburg kommend in drei Wege, die alle nach Celle, der damaligen Residenzstadt des Fürstentums Lüneburg, führten: einen Hessenkarrenweg genannten Post- und Frachtweg über Melbeck, Bardenhagen, Velgen und Ebstorf, einen Karrenweg über Häcklingen, Kolkhagen und Barnstedt sowie einen Frachtweg über Embsen, Betzendorf und Wulfsode.
Mit der Zeit verlor die Landwehr an Bedeutung. Seit dem 17. Jahrhundert begann man im Norden mit der Einebnung der Alten Landwehr; die Schlagbäume verrichteten allerdings bis ins 19. Jahrhundert ihren Dienst. Ab der Mitte des Jahrhunderts wurde die Anlage jedoch nicht mehr gewartet und fiel dem Verfall anheim. Die Schleusen und Stauteiche verschwanden weitestgehend und die anderen beiden Wehrtürme, die Eulenburg in Reppenstedt und die Papenburg im Norden, wurden abgerissen und als Baumaterial für neue Bauten verwertet. Lediglich die Hasenburg überlebte.
Nicht ganz unbedeutend für das Überleben der Hasenburg dürfte es gewesen sein, dass sie schon sehr früh mit anderen Nutzungen als ausschließlich zur Überwachung der Landwehr genutzt wurde. Eine der ersten Nebennutzungen dürfte die als Landwehrschänke gewesen sein, in der unter anderem im 15. und 16. Jahrhundert Gläubige auf dem hier verlaufenden Pilgerweg ihre erste Rast machten.
Eine Papiermühle hat sich auf dem Gelände angesiedelt und von 1857 bis 1871 dann eine Papierfabrik. Nur wenige Jahres später, zwischen 1873 und 1875, gründeten Beneckendorff und Behrens hier die Hasenburger Brauerei AG – ein Flaschenfund lässt vermuten, dass das Bier auch in der Krugwirtschaft ausgeschenkt wurde, auf jeden Fall wurde die Hasenburg im 19. Jahrhundert als Ausflugsziel immer beliebter, was durch einige Postkarten aus dieser Zeit bezeugt wird.
Der Große Krieg ging auch an der Hasenburg nicht spurlos vorüber, so musste 1919 die Brauerei als letzte große Konkurrenz zur Kronenbrauerei schließen. Ca. 1925 beherbergte die Hasenburg ein Kinder- und Versorgungsheim. In den 1960er und 1970er Jahren war die Hasenburg bekannt für die Diskothek "Mirage" (die später in "La Batcharta" umbenannt wurde) und einen Gnadenhof für alte Pferde. Und noch heute wird die Hasenburg als Hotel und Restaurant genutzt, wie schon vor vielen hundert Jahren.
Aber was hat die Hasenburg denn nun mit Hasen zu tun? Eher nichts, denn genau so, wie es sich bei ihr um keine Burg, sondern vielmehr einen Kontrollposten der Landwehr gehandelt hat, geht der Name Hasenburg nicht auf das Hasentier, sondern das im Umkreis von Lüneburg gebräuchliche Wort hâs zurück, was soviel wie dunkel bedeutet.

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