Am Drees
Ein Eisenhaltiger Mineralbrunnen bei Darscheid
Ein beliebtes Wanderziel aller Sommergäste von Darscheid und seiner Umgebung ist der Sauerbrunnen am Rande des Lehwaldes, der wegen seiner ortsnahen Lage Darscheider Drees genannt wird. Seit alters her wurden hier viele Krüge mit Drees, d.i. sprudelndes Wasser, gefüllt.
Einst säumten 150jährige Fichten den Weg und rahmten die steingefaßte Quelle kreisförmig ein. Sie mußten leider wegen altersbedingter Rotfäule entfernt werden. Laubbäume, meist Roßkastanien, sollten die gestörte Schönheit schnell wiedergewinnen. Die Natur half mit, die entstandene Lücke zu schließen.Das alles geschah, während perlender Drees unaufhörlich aus dem Röhrchen floß und auf dem Steinboden plätschernd zersprang. So blieb unser Sauerbrunnen
1945, in der die Brunnenlage häufig unter mutwilligen Beschädigungen zu leiden hatte. Es entstand die Frage, wie man die Jugend, die zum Brunnen kommt, ansprechen soll, um weitere Demolierungen zu verhüten. Und so entnen die kleine erholsame Stille, abseits des hastigen Getriebes der lärmenden Welt.


Der Darscheider Drees wird nicht wirtschaftlich genutzt, er gehört dennoch zu den großartigen Geschenken, die der Vulkanismus in unserer Eifelheimat hinterlassen hat. Seit jenen Zeiten steigt Kohlensäure aus noch nicht völlig erkalteten Glutströmen aufwärts durch die Erdrinde, vermischt sich mit Quellwasser und quillt mit ihm aus dem Boden. Die Menge der in der Eifel täglich dem Boden entströmenden Kohlensäure wird von Geologen auf 200 Tonnen geschätzt. Das ist das letzte Atmen der einst lebendigen feuerspeienden Berge.
Nach dem Kriege 1870/71 wurde der Säuerung zum ersten Mal gefaßt. Mehrere Kohlensäurequellen, die sich durch rötliche Bodenfärbungen anzeigten, mußten in eine Brunnenstube geleitet werden. In diesem Hohlraum, der etwa 2 m tief, tonnenförmig, von starken Eichenbalken umgeben und mit gestampftem Lehm abgedichtet ist, sammelt sich das Wasser, steigt hoch bis in die steinerne Kuppel, wo es die Öffnung findet, hinauszufließen in die lichte Welt. Hinter der Kuppel erhob sich eine rundbogige Grotte, aus Vulkanschlacken erbaut, die den fließenden Wasserspender schützend überragte. Ein vielgeliebtes romantisches Bild!
Im Jahre 1966 war eine grundlegende Renovierung des Brunnens notwendig geworden. Die Kreis-, Forst- und Gemeindeverwaltung führten den Neuaufbau planmäßig durch. Der oberirdische Aufbau erhielt ein komplett neues Gesicht. Die Grotte entstand nicht mehr; in der aus behauenen Kalksteinen erbauten Rundmauer ragt nur ein Sandstein leicht hervor, es ist der Grundstein des ersten Brunnens, mit der Jahreszahl 1871.
- Achtung KEIN TRINKWASSER -