Der Neustädter See ist kein typischer See der eiszeitlichen Mecklenburger Seenplatte. In dieser eher seenarmen Ecke des Landes ist er nach verbreiteten Erkenntnissen vielmehr ein Einsturzsee mit trichterförmiger Tiefenstruktur. Einige Vermutungen besagen, dass ausgewaschene Salzlager in der Tiefe einst zur Entstehung führten. - Andererseits liegt auf der Südostseite der Stadt die heißeste Tiefenwasserbohrung Deutschlands, die weit über 90°C heißes Wasser zu Heizzwecken fördert. Die grabenähnliche Struktur Elbtal - Lewitzwanne - Schweriner See - Wismar- und Deutsche Bucht (einige verlängern diese Linie sogar bis zum Oslograben) führt genau unter der Stadt entlang. Es könnten also auch ganz andere Ursachen zur Entstehung geführt haben. Das ist sicher noch ein weites Feld der Forschung.
Zumindest aus den letzten Jahrhunderten (angeblich) und Jahrzehnten (erlebt) sind aber weder örtliche Vulkanausbrüche, noch Erdbeben oder gar Erdfälle bekannt - wenn man mal von zusammenrutschenden Erdlöchern von Fuchs- und Hase im Zuckersand der
umliegenden Kieferwälder absieht.
Mecklenburgs "Griese Gegend" eben. Umso spannender war und ist es jedoch besonders für die regionale Jugend, sich hier im See so richtig austoben zu können. Immerhin sind die nächsten natürlichen Seen erst in Schwerin, Parchim oder Lenzen zu finden, weshalb nicht nur die neustädtische Jugend gerne diesen See nutzte und nutzt. Badestellen, Ruderbootsverleih, Zeltplatz, private und betriebliche Ferienbungalows, Tauchverein, Segeln privat oder im Verein - all das war und ist teilweise auch heute noch hier vertreten.
Der See ist ein reiner Grundwassersee mit kiesigem Grund und hervorragender Wasserqualität, ohne natürliche Zu- oder Abflüsse. Motorboote sind deshalb nur für den Notfall dem Bademeister oder Regattaleiter vorbehalten. Am Ostende gibt es eine große Badeanstalt, allgemein "Das Volksbad" genannt. Daneben gab bzw. gibt es Zeltplätze, Gaststätten, Verkaufsstellen und vorwendisch sogar ein Zeltkino. Ansonsten ist der See fast ringsherum bewaldet und mit einem Schilfgürtel versehen, der aber für einige "Wissende" durchaus Lücken hatte, wo man schnell nach der Arbeit -auch ohne Eintritt zu bezahlen- Abkühlung fand.
Der Segelverein ist irgendwann an das Westende des Sees umgezogen, in neu zwischen den Bäumen gebaute Unterkünfte und ganz in der Nähe der einst so fernen Amerika-Boje. Diese bildete neben den Bojen "Volksbad" und "Tuckude" den olympischen Dreieckskurs, wodurch hier sogar reguläre Segel-Wettkämpfe möglich wurden.
Im Nordwesten ist der Waldgürtel leider seit einigen Jahren durch Abholzung unterbrochen und gibt den Blick auf eine recht unschön wirkende Gebäudefront frei. Dieser Gebäudekomplex hat eine recht wechselhafte Geschichte: Entstanden als HJ-Schule, war dort nach dem 2. Weltkrieg lange Zeit eine Tbk-Heistätte, bis es schließlich in den späten 70ern/Anfang 80er zum NVA-Lazarett wurde und bis zur Wende blieb. Das ist noch vielen ehemaligen Patienten überregional bekannt, die mit dem Namen "Neustadt-Glewe" zuerst See und Lazarett in zumeist angenehmer Erinnerung verbinden.
Das Volksbad hat einen sehr weiten Flach- und Nichtschwimmerbereich mit sauberem Kies- bzw. Sandgrund. Algen und Kraut treten erst in tieferen Bereichen auf. Es ist deshalb besonders auch für Kinder zu empfehlen.
Von der Brücke aus links ist ein Durchgang zum Campingplatz mit einer großen, "Sandkuhle" genannten Fläche, die zum Volleyballspielen u.ä. einlud. Auch heute ist dort in der Nähe noch ein Spielplatz zu finden.
Dieser Cache liegt nahe aber außerhalb der Umzäunung, nicht weit zur (momentanen) Wasserkante. Der Spiegel des Sees schwankt ein wenig bei langer Trockenheit gemäß dem Spiegel des umliegenden Grundwassers. - Auf der "Landzunge" in unmittelbarer Nähe der Dose befand sich seit jeher ein Bootsverleih für Paddel und später auch Tretboote. Das kleine schilfgedeckte Haus am Ende verschwand jedoch irgendwann. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand davon noch Bilder besitzt und diese hier beim Log hochladen könnte.
Bitte nutzt nicht einen der wenigen Parkplätze des Seerestaurants, außer Ihr seit dort Gäste, was sich nach kurzer Wanderung natürlich anbietet!
Ansonsten zweigt der Weg zum Cache am letzten Kreisel vor dem Volksbad halblinks ab. Das Tor am Restaurant stand zwar in letzter Zeit offen, aber ob das Bestand hat, ist ungewiss.
Apropos: Seeseitig befand sich genau zwischen Tor, See und Seerestaurant einst eine Freilichtbühne, auf der regelmäßig u.a. Open-Air-Rockkonzerte stattfanden. Gruppen wie die Puhdys, Citty, Silly und viele weitere traten hier regelmäßig im Sommer auf! Eine einmalige Akustik und Kulisse, noch dazu ohne jemanden damit "zu stören"!
Im Waldgürtel beginnt hier südwestwärts ein unbefestigter aber recht guter Fuß- und Radweg, der einst rund um den gesamten See führte.
Bitte Stift mitbringen. - Bei Badewetter ist mit erhöhtem Muggelaufkommen zu rechnen!