Die Mordbrücke Traditional Cache
Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions
in our disclaimer.
MORD!
Kapitalverbrechen, Dramen, üble Machenschaften – das alles fasziniert die Menschheit seit .......... ??? Naja – auf jeden Fall schon recht lange.
Daher: Hier ein Cache mit besonders grausliger Geschichte.
Es begab sich also im Jahre des Herrn 1834, das sich am 15. Juli des Jahres der Postbote Bernhard Wilhelm Thöle, verheiratet und Vater von 8 Kindern, auf den Weg von Harpstedt nach Bassum machte. Im Gepäck hatte er, neben der Amtspost, auch Privatpost und einiges an Bargeld. So waren dies für einen Herren aus Hoya 36 Thaler und 19 Grote, für eine Hutmacherin in Bassum weitere 78 Grote.
Zwischenruf:
Es ist nicht ganz einfach, diese Summen auf die heutige Kaufkraft umzurechnen, aber es dürfte sich um einen Betrag von insgesamt etwa 1000,- € handeln. Man bedenke hierbei jedoch, dass die Bareinkünfte z. B. eines Schulmeisters zu der Zeit bei ca. 50 – 100 Thalern pro Jahr, die eines Großknechts bei vielleicht 30 Thalern pro Jahr lagen. Junge Handwerksgesellen, einfache Hofknechte etc. dürften da entsprechend noch weniger bekommen haben. Für den Großteil der Bevölkerung reichte das Einkommen gerade eben zur Deckung der Grundbedürfnisse. Geld zum Sparen war kaum über.
Aber weiter mit der Geschichte:
Unterwegs bekam der Postbote Gesellschaft in Form des 21-jährigen Tischlers Heinrich S., der nach eigenem bekunden zur Zeit Soldat und als solcher im Augenblick auf Urlaub sei. Aber der Postbote hatte den Soldaten durchschaut und ihm auf den Kopf zu gesagt, dass er glaube, dieser habe sich unerlaubt von seiner Truppe entfernt. Weiters wurde dann wohl nicht mehr viel gesprochen.
Der Heinrich S. wiederum nahm scheinbar an, dass der Postbote in seinem Felleisen eine namhafte Summe Geldes mit sich führte, ließ sich ein wenig zurückfallen, lud seine versteckt mitgeführte Pistole und schoss hinterrücks auf den Postboten. Nachdem dieser aber nur verletzt, nicht aber tödlich getroffen war, nahm der Täter dem Opfer noch seinen Stock ab und schlug ihn mit demselben mit mehreren Hieben tot. Er durchsuchte nun die Sachen des Postboten, ließ alles ohne Wert zurück und flüchtete mit seiner Beute weg von der Straße in Richtung des Ortes Beckeln.
Die Tat aber war nicht unbemerkt geblieben. Ein in der Nähe tätiger Mann hatte den Schuss gehört und noch aus der Ferne gesehen, wie der Täter auf das Opfer einschlug und dann flüchtete. Er nahm einen weiteren, ebenfalls in der Nähe arbeitenden, Mann hinzu und gemeinsam eilte man zum Tatort. Sie fanden den armen Postboten nur noch tot vor. Es verblieb dann einer der zwei am Tatort, der andere setzte sich auf sein Pferd und ritt nach Harpstedt, um dort die Tat anzuzeigen. Sofort wurde nun die Suche nach dem Täter organisiert, und noch am Abend des gleichen Tages konnte der Tatverdächtige auf seinem Weg von Beckeln nach Harpstedt festgenommen werden.
In den darauffolgenden Vernehmungen konnte dieser zu seinem Aufenthaltsort am Morgen des Tattages und dem Zweck seines Aufenthalts in Beckeln keine klare Auskunft geben, verstrickte sich in Widersprüche und gestand letztlich die Tat.
Als Strafe für ein solches Verbrechen war der Tod vorgesehen, zu dem er, nicht zuletzt zur Abschreckung anderer, dann auch verurteilt wurde. Beschlossen war die Hinrichtung mittels der Anwendung eiserner Schrauben, und sein Leichnam sollte dernach auf das Rad geflochten werden (was üblicherweise geschah, um ihn öffentlich zu präsentieren). Das Urteil wurde von allerhöchster Stelle bestätigt, jedoch wurde er zum Tod durch Enthauptung begnadigt und letztlich am 26.05.1835 entsprechend hingerichtet. Es war dies dann die letzte Hinrichtung im Gebiet der heutigen Samtgemeinde.
Ohne das nun jeder alle Einzelheiten zu dieser Mordtat sofort parat hat, sind doch die Tat als solche und ihre Geschichte im Groben vielen Bürgern unserer Gegend noch bekannt. Und in Erinnerung daran wird der Bachübergang an dieser Stelle auch heute noch Mörderbrücke oder Mordbrücke genannt.
(Quellen: mündliche Überlieferung; Chronik der Samtgemeinde Harpstedt Teil 2 von Dirk Heile)
Additional Hints
(Decrypt)
Rvare qre teößgra Uvgf qre Erq Ubg Puvyv Crccref.......
Treasures
You'll collect a digital Treasure from one of these collections when you find and log this geocache:

Loading Treasures