N50° 09.256
Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Aldenhagen bezieht sich auf die Jahre 1204-1220. Dass Altenhain noch älter sein muss, lässt sich indirekt daraus schließen, dass das benachbarte Neuenhain schon seit 1191 bezeugt ist. Die Namensendung auf -hain weist darauf hin, dass die Siedlung nach dem Jahre 1000 auf gerodetem Waldland entstand und zum Schutz mit einem Haingraben umgeben wurde. In Altenhain gab es wie in einem Reichsdorf königshörige Bauern, die auf Königsgut saßen und daneben höfische Bauern, die zum Fronhof des Klosters Limburg in Sulzbach gehörten. Das Königsgut und die damit verbundenen Rechte gingen nach und nach auf den Inhaber der Vogtei über. In der Vogtei über die Sulzbacher Mark wechselten sich die Herren von Falkenstein, von Eppstein, von Sulzbach und von Königstein ab. 1581 ging Altenhain an die Kurpfalz, 1650 im Bergsträßer Rezess an Kurmainz und 1803 an Nassau-Usingen und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Königstein. In der Reformationszeit wurde um 1535 der lutherische Gottesdienst eingeführt. Mit der Kurpfälzischen Herrschaft kam 1581 das calvinistische Bekenntnis nach Altenhain. Nach der Übernahme durch Kurmainz 1650 blieb der reformierte Glauben erhalten. Der katholische Gottesdienst trat gleichberechtigt daneben. Viele Familien wechselten unter dem neuen Landesherrn vom reformierten zum katholischen Glauben. Die Gebietsreform in Hessen hat Altenhain in zwei Etappen verändert. Am 1. August 1972 wurde die Altenhainer Siedlung Johanniswald in die Stadt Königstein eingegliedert und dem Stadtteil Schneidhain zugeordnet. Und am 1. Januar 1977 ging das verbliebene Altenhain in der Stadt Bad Soden am Taunus auf.
Das alte Rathaus ist wohl im 16. Jahrhundert erbaut worden. 1652 wurde es als "Ratsstube" instand gesetzt, Uhr und Glockentürmchen werden 1695 erwähnt. In den Jahren 1706 - 1710 wurde aus Fachwerk die katholische Kirche Maria Geburt errichtet, die 1931 durch einen Steinbau aus Feldsteinen und Quadern unter dekorativer Verwendung von Ziegelmauerwerk ersetzt wurde. Sie entstand nach Plänen des bayerischen Kirchenbaumeisters Albert Boßlet. Die Kirche wurde im Modell auf der Weltausstellung 1933 in Chicago gezeigt. Die Indiepop Band Morning Boy wurde 2008 in Altenhain gegründet. Der seit 2009 eingetragene Verein, Altenhainer Theater e.V. führt in dem Gasthaus "Zum Grünen Baum" seine Stücke seit 1991 vor. Der Altenhainer Geschichtsverein e.V. hat den Zweck, die Geschichte der engeren Heimat, insbesondere von Altenhain und seiner Gemarkung, zu erforschen, darzustellen und an der Erhaltung ihrer kulturellen Güter mitzuwirken. Das soll erreicht werden durch Sammlung und Bearbeitung heimatkundlichen Materials, durch Mitarbeit an einer heimatkundlichen Sammlung, durch Veröffentlichungen in Vereinsmitteilungen, Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Der "junge" Geschichtsverein veranstaltet seit seiner Gründung im Mai 2008 regelmäßig an jedem ersten Donnerstag im Monat einen kulturellen Vortragsabend. Die Abende sind gut besucht und werden durch Bild- und Filmbeiträge lebendig und attraktiv gehalten. Das Publikum wird in das Veranstaltungsgeschehen eingebunden und aktiv beteiligt, zum Beispiel beim Lesen alter Urkunden und Enträtseln von Bild- und Fotodokumenten. Das Interesse und die Resonanz an den Donnerstagstreffen unter dem Motto "Alehaaner Dorfgeschichte(n)" ist ungebrochen groß und motiviert in der Altenhainer Geschichte weiter zu forschen.
E008° 29.046