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Sandbruch "Hohe Straße" EarthCache

Hidden : 4/5/2013
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Wenn ihr wissen wollt, mit was man früher in Aspach und Umgebung sein Geld verdienen konnte, dann seid ihr hier richtig. Schon Euer Ur-Ur-Opa könnte hier gearbeitet haben. Bereits seit Jahrhunderten wurde hier in diesem Sandsteinbruch der schnell zerbröselnde Stubensandstein abgebaut. Die Leute früher haben diesen Stubensandstein benötigt, um mit ihm die Holzböden in ihren Wohnhäusern auszufegen. Daher kommt auch der Name, vom auskehren der "guten Stube". In manchen Gegenden wird er auch Fegsandstein genannt.



Das besondere hier an diesem Sandsteinbruch ist die Sprenkelung des Sandsteins. Man spricht hier auch vom Tiger- oder Leopardensandstein.


Es handelt sich hierbei um hellen (oft gelblichen) Sandstein mit dunklen Flecken. Bei der Entstehung des Sandsteins wurden Metalle im Sand mit abgelagert. Durch die Oxidation der Metalle im Gestein entstand die nun sichtbare fleckige Färbung des Gesteins. Direkt hinter dem Schild ist mit etwas Phantasie die Sprenkelung des Sandsteins noch sichtbar. Die Steine am Wegpunkt zeigen die sprenkelung deutlich. Leider ist das Gestein im Sandbruch hier schon sehr stark verwittert und zerbröselt leicht. Der Tigersandstein kommt in Deutschland hauptsächlich auf der Fränkischen und Schwäbischen Alb, der Filderebene und im Buntsandstein-Deckgebirge des Odenwalds vor.

Der Sandstein hier im Raum Aspach war sehr leicht abzubauen, da er nur wenige Meter unter der Erde liegt. Das Gestein war dadurch gleichzeitig auch ein billiges Baumaterial in früheren Zeiten. Daher wurde das Gestein auch sehr gerne zum Bau von Mauern und Gebäuden eingesetzt. Der zerbröselte Sandstein wurde auch sehr gerne im Straßenbau als Untergrund verwendet.

Dieser Sandsteinbruch wurde zwischen 1965 und 1977 kommerziell betrieben und in diesen Jahren bis zu seinen heutigen Ausmaßen vergrößert. Bei diesem Abbau wurde so tief gegraben, bis man auf die darunterliegende Tonschicht stieß. Das kann man hier sehr gut sehen, da das Regenwasser im gesamten Sandbruch nur erschwert abfließen kann und daher kleine Tümpel im morastigen Untergrund bildet. Dieser Sandsteinbruch ist eine Oase für allerlei Insekten und anderes Getier, dass sich hier in dieser einmaligen Landschaft wohl fühlt. Aus diesem Grund ist das ganze Areal hier ein Naturdenkmal.

Bitte verhaltet Euch entsprechend, verlasst die Wege nicht und klettert hier nicht herum!





Zur geologischen Geschichte:

Stubensandstein ist ein Sediment. Es stammt aus der Keuperzeit (210 bis 200 Mio. Jahre). Es ist eine Mischung aus Sand, Dreck und Geröll ist relativ unsortiert und grob, zusammengehalten durch toniges Material. Er ist weich und bröckelig, was sich mit eigener Hand fühlen läßt: An manchen Sandstein-Mauern bröselt der angelöste Sand ab, wenn man mit der Hand darüber fährt. Probiert das ruhig einmal hinter dem Schild aus. Früher holten sich die Leute den Sand, der sich am Fuß von bröckeligen Felswänden ansammelte, um damit die Stube auszufegen. Daher kommt der Name. Hier im Wald bei Aspach ist er in signifikanter Weise vorhanden. So besteht der Boden des Waldes fast überall aus diesem abgeriebenen Sandstein. Das helle und warm wirkende Gestein wurde früher gern als Baumaterial für gotische Kirchen und andere Gebäude verwendet. Der Steinmetz schätzte den gut zu bearbeitenden Stubensandstein. Stubensandstein hat allerdings den Nachteil, dass er nicht sonderlich witterungsbeständig ist. So muss der am Kölner Dom verbaute Sandstein größtenteils ersetzt werden. An vielen bekannten Bauwerken wurde Stubensandstein verarbeitet: beispielsweise das Kloster Bebenhausen, die Neckarbrücke in Tübingen, die Esslinger Frauenkirche, die Reutlinger Marienkirche und auch das Ulmer Münster. Auch für das Münchner Rathaus und das Schloss Neuschwanstein wurde Stubensandstein verbaut.

Woraus besteht Sandstein?

Sandstein ist ein Sedimentgestein aus miteinander verkitteten Sandkörnern, die vorwiegend aus Quarz bestehen.

Wie entsteht Sandstein?

Sandstein entsteht durch die Verkittung (Zementation) von lockerem Sand und hat daher die gleichen Entstehungsbedingungen wie dieser. Er ist im Gegensatz zu chemischen und biogenen, von Lebewesen abgelagerten Gesteinen wie Kalkstein oder Kohle klastischen Ursprungs, besteht also aus Trümmern verwitterter und abgetragener Gesteine. Da Quarz ein relativ verwitterungsresistentes Mineral ist, welches außerdem in sehr vielen Gesteinen vorkommt, reichert es sich beim Verwitterungs- und Transportprozess stark an, während andere Mineralkörner zerfallen. Deshalb bestehen die Sandsteine ganz überwiegend aus diesem Mineral.

Wo entstand der Sandstein?

Die wichtigsten Entstehungsräume für Sandsteine sind die Meere, dabei vor allem die küstennahen Flachmeere, die Schelfe. Der Sand stammt aber meist vom Festland und wird durch Flüsse und Meeresströmungen an seinen endgültigen Ablagerungsort transportiert. Es gibt aber auch zahlreiche Sandsteinvorkommen, die auf dem Festland entstanden sind. Dabei überwiegen die fluvialen, das heißt die von Flüssen abgelagerten Sandsteine deutlich über die äolischen, also vom Wind abgelagerten.

Wo kommt der Sandstein vor?

Im Meer gebildete Sandsteine finden sich in deutschen Mittelgebirgen mit großer Lagerstättenmächtigkeit zum Beispiel im Elbsandsteingebirge sowie im Zittauer Gebirge. Die in Deutschland weit verbreiteten Sandsteine des Buntsandsteins weisen mitunter ein breites Farbspektrum und im Querschnitt zur Lagerstätte oft Merkmale der Schrägschichtung auf. Nicht zwingend sind diese stets farbig, so gibt es auch zahlreiche weiße und hellgraue Sandsteinvorkommen (Kraftsdorfer Sandstein) innerhalb der lithostratigrafischen Einheit Buntsandstein. Im Alpengebiet treten Sandsteine schwerpunktweise in der Molassezone auf.

Durch den Auflastdruck der jüngeren, überlagernden Ablagerungen, durch den Druck und die natürlichen Chemikalien des Meer- oder Grundwassers und teilweise auch durch Beimischungen im Sandstein selbst kommt es zur Verfestigung (Diagenese) des Sandes. Dieser Prozess läuft unterschiedlich schnell ab und dauert zwischen wenigen Jahrzehnten und mehreren Millionen Jahren. Frühere Lebewesen haben Versteinerungen und in den ursprünglichen Sandablagerungen Strukturen ihrer ehemaligen Behausungen sowie Bewegungsspuren (Bioturbation) hinterlassen.

Sandstein ist ein auf der Erdoberfläche sehr weit verbreitetes Gestein und kommt praktisch auf allen Kontinenten vor. Dort tritt er bevorzugt auf geologisch älteren Plattformen auf, die aber in ihrer Geschichte einst Beckenräume gewesen sind. Ein weiterer wichtiger Verbreitungs- und Entstehungsraum sind die aktuellen Schelfzonen der Meere und Kontinentalränder. Innerhalb von sehr alten kontinentalen Schilden, jungen Gebirgen und in den tiefen Ozeanbecken tritt er hingegen zurück. Bodenbildung auf Sandstein

Landwirtschaftliche Nutzung:

Auf Grund des Vorherrschens von Quarz entstehen in Mitteleuropa aus Sandstein im Allgemeinen nährstoffarme Böden, die außerdem zur Versauerung neigen. Je nach Wasserangebot und Entwicklungstiefe des Bodens findet man Ranker, Braunerden oder Podsole. Meist werden diese Böden forstwirtschaftlich genutzt (zum Beispiel im Thüringer Holzland).

Ausnahmen bilden hingegen Sandsteine mit einem kalkigen oder stark tonigen Bindemittel sowie Sandsteine, in die kalkige oder tonige Schichten eingelagert sind. Die Böden auf diesen Gesteinen sind dann meist nährstoffreicher und können auch landwirtschaftlich genutzt werden. Ein Beispiel sind Sandsteine des Keupers in Süddeutschland.

Frühere Nutzung:

Sandsteine wurden in Form von Lesesteinen oder vielmehr als natürliches Baumaterial aus Steinbrüchen der näheren Umgebung für Trockenmauern verwendet – bedeutende Biotope für zahlreiche sukkulente Pflanzen und wichtige Rückzugsräume für Insekten. In dem unverfugten Mauerwerk finden nicht nur Spinnen und Käfer Unterschlupf, sondern auch größere Tiere wie Eidechsen und Blindschleichen. Insbesondere in Weinbaugebieten prägen Trockenmauern aus Sandstein das Landschaftsbild der Flussläufe Süddeutschlands sowie der Einzugsgebiete von Rhein und Main.



Logbedingung:

Damit ihr einen Earthcache loggen könnt, müsst ihr wie immer ein paar Fragen beantworten. Die Fragen können vor Ort an der Tafel beantwortet werden. Über ein Bild von Euch oder euerem GPS vor Ort würde ich mich sehr freuen. Es ist aber keine Logbedingung. Ihr dürft sofort nach der Beantwortung der Fragen loggen. Falls es Probleme mit euren Antworten gibt, so werde ich mich bei Euch melden.

Frage 1: Was kann man noch ausser fossilen Hölzern im Sandstein entdecken?
Frage 2: Durch welche Metalle entstehen die Flecken im Sandstein?
Frage 3: Sammelt hinter dem Schild etwas Sand und schätzt die Korngröße. Wie groß sind die größten und kleinsten Sandkörner?

Die Antworten schreibt ihr mir in einer Email an : Hohe.Strasse@kellermaster.de. oder auf mein GC-Profil. In den Betreff schreibt ihr Euren GC-Namen und in der Nachricht sollte dann Eure Antworten auf meine Fragen stehen.


Quellenangaben :

Texte : Wikipedia und Mineralienatlas
Hintergrund : www.earthcache.org
Bilder: Kellermaster

Additional Hints (No hints available.)