Pocken - geplettet Multi-Cache
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 (small)
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Kurzer Multi zum Thema "Peter Plett und die Pockenimpfung"-- Zeitbedarf 10 Minuten
Pocken sind -nein, waren !- eine fürchterliche Krankheit -
in ihren Auswirkungen vergleichbar mit der Pest.
Um die Wende 18./19. Jahrhundert erfanden unabhängig von einander fünf verschiedene Leute eine Impfung gegen diese Geißel der Menschheit, der man bis dahin völlig hilflos gegenüberstand und die immer wieder Mengen von Kindern und auch Erwachsenen das Leben kostete - oder zumindest ihre Gesichter ganz bös entstellte.

Der erste dieser Entdecker war ein gewisser
PETER PLETT ( 1766 - 1823), der hier in Stakendorf wirkte. Er war der erste, der zielgerichtet impfte.
Allerdings wird allgemein nicht ihm, sondern fälschlicherweise dem Engländer EDWARD JENNER das Verdienst dieser Entdeckung zugeschrieben.
Wo liegt die Dose ?
Am Startpunkt findest Du eine kleine Info-Tafel.
Gehe von dort A Meter in der Richtung B Grad.
Die Tagesdaten von Peter Pletts Geburts- und Sterbetag sind c. Dann ist A = c + 10.
Peter Plett wurde d Jahre alt. B = d x 5. Du landest nicht genau am Cache, sondern dicht dabei.
Nun halte Dich an den Hint.
Die Geschichte hinter allem
Mit etwa 20 Jahren diente Peter Plett als Hauslehrer bei dem „Holländer“ Wiese auf Gut Schönweide („Holländer“ wurden die Pächter der Milchwirtschaft auf einem Gute genannt.). Ein Hauptthema bei gelegentlichen Klöhnschnacks waren die immer wieder zahlreichen Todesfälle bei den häufigen Pocken-Epidemien – damals „Blattern“ genannt. Vor allem Kinder waren betroffen, und manchmal starb die Hälfte der Dorfjugend innerhalb eines halben Jahres.
Ärzte versuchten dies und das, immer ohne Erfolg. Sogar die Impfung von Gesunden mit Pocken-Sekret – was katastrophale Folgen hatte und schnell wieder aufgegeben wurde. Plett hatte selbst bei diesen Impfungen zugesehen und wusste, wie das gemacht wurde. Pocken hatten die Pest als Geißel der Menschheit abgelöst, und man hatte nichts dagegen in der Hand.
Als Hauslehrer des „Holländers“ hatte Peter Plett natürlich sehr viel Kontakt gerade mit Melkerinnen, und da fiel ihm etwas auf : Melkerinnen wurden merkwürdigerweise so gut wie niemals Opfer der Pocken. Und das, obwohl sie beim Melken immer wieder mit den sog. „Kuhpocken“, einer für Menschen recht ungefährlichen Form der Pocken in Berührung kamen, die ihre eitrigen Geschwüre gerade am Kuheuter entwickeln.

Hinzu kamen die Schilderungen von Betroffenen, dass einige zwar selbst Kuhpocken bekamen, diese aber gut überstanden und danach lebenslang von Menschenpocken verschont blieben.
Peter Plett war offenbar kein ganz Dummer. Er griff sich zwei Mädchen und ließ sich zunächst hoch und heilig versprechen, dass ihre Eltern nichts von dem erführen, was er mit ihnen vorhatte. Dann machte er, wie er es sich von den Impfärzten abgeschaut hatte, bei beiden Kindern einen sehr kleinen Schnitt zwischen Daumen und Zeigefinger, in den er vorsichtig das Sekret eines Kuhpocken-Geschwüres einmassierte.
Die Kinder hielten Wort und erzählten nichts. Nur leider entzündeten sich die Schnittstellen – die Pocken „gingen auf“- so dass dann doch alles herauskam und zu einem Mordsaufstand der Eltern führte. Nach einer Woche war aber alles überstanden und den Kindern ging es fortan bestens. Sie bekamen übrigens niemals die Pocken ...
Nun zählte Peter Plett zwei und zwei zusammen und hatte eine
geniale Idee : Wenn die harmlosen Kuhpocken Menschen gegen die oft tödlichen Menschenpocken schützten – weshalb dann nicht die Kuhpocken-Infektion künstlich herbeiführen ?!?
So machte er auf seiner nächsten Dienststelle im Gut Schönweide mit Schulkindern, unter anderem mit drei Kindern des Verwalters Martini dasselbe Experiment noch einmal – diesmal mit Wissen der Eltern.
1791 – die erste Impfung gegen Pocken - ein Riesen-Durchbruch im Gesundheitswesen !

Edward Jenner impft
Von Peter Plett ist kein Bild erhalten – wahrscheinlich gab es nie eines ...
1795 traf er noch dazu seinen alten Arbeitgeber Martini vom Gut Wittenberg wieder, der ihm freudestrahlend berichtete, alle seine Kinder hätten mittlerweile die Pocken gehabt, teilweise recht bösartig – außer den drei geimpften, die seien völlig gesund geblieben !
Danach hatte Peter Plett mehrere Stellen als Haus- und Schullehrer inne. In Probsteierhagen freundete er sich mit Pastor Schmidt an, der irgendwann die Pfarrstelle in Schönberg übernahm, von Pletts Idee begeistert war und ab 1801 mit Rundschriften dafür warb. So begann sich die Kunde langsam in Schleswig-Holstein zu verbreiten, wo ja bekanntlich alles nicht soo schnell geht ....
Pastor Schmidt besorgte Plett auch die Lehrerstelle im benachbarten Stakendorf, wo er sich ab 1811 (zunächst ...) einen Ruf als guter, gewissenhafter Lehrer erwarb.
Und nicht nur als Lehrer : Plett bearbeitete die Stakendorfer so lange, bis sie sich bereit erklärten, ihre Kinder von einem Kieler Arzt impfen zu lassen. Die unmittelbare Folge :
kaum noch Pockenerkrankungen im ganzen Ort ! Ganz Stakendorf stand Kopf - auf heutige Verhältnisse übertragen nur mit einer Impfung gegen Krebs vergleichbar.
Ab 1798 berichtete Plett seine Erfahrungen an die Medizinische Fakultät der Universität in Kiel. Dort saßen die „Studierten“, die damals gottähnlichen Herren Professores. Und wer maßte sich da an, ihnen auf ihrem ureigensten wissenschaftlichen Gebiet Vorschläge zu machen ? Wie ?? Ein kleiner Dorfschullehrer ?!? Also, da hört sich doch alles auf. Weiß dieses Subjekt nicht, wo sein Platz ist und dass ihm als „bäurischer Schullehrer“ so etwas von nicht zusteht, seine Stimme zu einen PROFESSOR zu erheben ? – Pletts Eingaben wurden zunächst überhaupt nicht zur Kenntnis genommen und später mit herablassender Feindseligkeit umgehend als unsinnig abgetan – ohne jede Nachprüfung. So lange, bis die Rundschreiben von Pastor Schmidt nach 1801 auch bis in die Studierzimmer drangen ...
Unterdessen hatte im Jahre 1796 der englische Landarzt EDWAR JENNER unabhängig, aber eben doch erst 5 Jahre später als Plett dieselbe Entdeckung gemacht. Allerdings stieß der Arzt Jenner in der medizinischen Fachwelt auf offenere Ohren als der Dorfschulmeister Plett, so dass sich zwar nun von England ausgehend aber endlich das Wissen über die Pockenimpfung langsam in Europa verbreitete. So lange, bis es sogar in Kiel angekommen war, und da es nun aus dem Ausland kam, schenkte man ihm diesmal Beachtung – wenn auch sehr widerwillig.
1802 wurde die Pockenimpfung zur allgemeinen Pflicht gemacht, ab 1815 war ein Impfzeugnis Voraussetzung für die Konfirmation und ab 1826 mussten beide Partner bei einer Eheschließung ein Impfzeugnis (oder ersatzweise Pockennarben ...) vorweisen.
Was wurde nun aus Peter Plett ?
Leider nichts gutes ... Schon auf seinen früheren Arbeitsstellen in Laboe und Probsteierhagen zeigte er sich als recht labile Persönlichkeit, trank und spielte. Das war schon gegen Ende der 1790-er Jahre. Nach seinem Wechsel auf die Lehrerstelle in Stakendorf gelang es ihm offenbar, sich eine Zeitlang zusammenzureißen, aber dann brach sein innerer Widerstand doch wieder zusammen. Seine Lehrertätigkeit litt in zunehmendem Maße vor allem unter seinem Alkoholismus, jedoch hielt Pastor Schmidt weiterhin seine schützende Hand über ihn, so dass die Klagen der Stakendorfer zunächst keine Folgen hatten.
Aber 1820 starb Schmidt, und danach ging alles recht schnell : Sein Nachfolger Jessien war nicht bereit, Pletts Dienstversäumnisse länger zu tolerieren. Als dieser immer wieder betrunken oder oder auch gar nicht in der Schule erschien, gab es in schneller Abfolge mehrere Abmahnungen von Amts wegen, die Plett jedoch allesamt in den Wind schlug. Noch im selben Jahr zog dann Jessien angesichts der anhaltenden heftigen Proteste der Stakendorfer die Notbremse. Es gelang ihm, zwischen Plett und den Stakendorfer Hufnern ein Abkommen einzufädeln : Plett erklärte sich bereit, sein Amt freiwillig aufzugeben –er war erst 54 Jahre alt !- während die Hufner angesichts von Pletts unvergleichlichen Verdiensten um die Gesundheit ihrer Kinder sich zähneknirschend bereit fanden, ihm und seiner Frau ein kleines Wohnhaus zu bauen und eine lebenslange Rente zu zahlen.
Weshalb Peter Plett die Sauferei anfing, muss offen bleiben . Manche spekulieren, dass es die Versagung der wissenschaftlichen Anerkennung seiner genialen Idee war, die er nie verwinden konnte und die ihn letztendlich umgeworfen hat. Aber ob es wirklich das war ... er wurde in Schönberg begraben.
Additional Hints
(Decrypt)
3z uvagre qre Qbfr jäpufg rvar rvfrear Fbaaraoyhzr.
(Mhfägmyvpu süe Trfgrvafxhaqvtr : Sryqfcng, Dhnem haq Tyvzzre - qvr qerv iretrff' vpu avzzre !)
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