Tonabbau wird in der Eisenbacher "Töpferkaut" seit 1960 betrieben. Ursprünglich produzierte man ausschließlich für eine Ziegelei in Frankfurt, ehe 1980 die Langendernbacher Firma Schmidt die Grube übernahm. Der heutige Einsatzschwerpunkt des abgebauten Tons ist der Gartenbau. Finden kann man hier Gelbton, Blauton und Grünton.
Tonvorkommen gibt es fast überall auf der Welt, Ton wird im Erdboden vorgefunden und die Lager reichen oft tief in die Erde. Diese Tonlager sind das Ergebnis von einem Jahrmillionen andauernden chemischen und mechanischem Verwitterungsprozess (Erosion) von feldspatigen Gesteinen, besonders von Granit und Gneis, dabei bildet sich sog. Aluminiumsilikat.
Der hier im Hintertaunus vorkommende Ton stammt aus dem Mitteldevon dem Givetium und es handelt sich um ein Sekundärlager.
Die Geologie des Hintertaunus ist aufgrund der oft eintönigen sandigen und schiefrigen Gesteine, die nur wenige durchgängige Leithorizonte ausbilden und kaum Leitfossilien liefern, nicht so gut bekannt wie die des Vor- und Hochtaunus im Süden oder die der Lahnmulde im Norden.
Wenn diese Verwitterungsprodukte am Ort ihrer Entstehung liegengeblieben sind spricht man von Primärlager. Dort wird oft reiner weißer Ton vorgefunden, das Kaolin – dieser kommt hier jedoch kaum vor.
Meist werden die Verwitterungsprodukte aber durch Regen weggespült, schwimmt in Bächen und Flüssen und kommt so von Gebirgen in Ebenen. Wo die Fließgeschwindigkeit immer geringer wird , sinken die Staubteilchen zu Boden und bilden in Senken Lager, diese nennt man Sekundärlager. Dabei können neue Bestandteile eingeschwemmt werden.
Es gibt unterschiedliche Arten von Ton, alle enthalten jedoch Aluminiumsilikat (die eigentlichen Ton- Mineralien), Feldspate und Magerungsmittel.
Man kann unterscheiden zwischen
- reinem Ton (Kaolin) - weiß, wenig plastisch
- und dem „eigentlichen“ Ton,
Naturton ist also ein Gemenge aus plastischen Ton-Teilchen und unplastischen Bestandteilen (mineralische und organische Verunreinigungen). Das Mischungsverhältnis bestimmt die Eigenschaften des Naturtons wie Färbung (hängt von den enthaltenen Metalloxiden ab) und Feinheit oder Plastizität (Man spricht von fettem und magerem Ton).
Fetter Ton enthält wenig oder keine unplastischen Bestandteile. Er zeigt eine glänzende und glatte Schnittfläche, sieht speckig aus, ist leicht formbar. Die Teilchen liegen sehr dicht aneinander, das dazwischen liegende Wasser (das ihn so plastisch macht) verdunstet beim Trocknen und führt zu einer starken Schwindung. Die Verdunstung geschieht an der Oberfläche schneller als im Inneren, so dass die Gefahr des Reißens beim Trocknungsprozess größer ist.
Fetter Ton wird beim Drehen benötigt und eignet sich auch sehr gut zum Abformen.
Naturton wird fetter, wenn die organischen Verunreinigungen Zeit haben, sich zu zersetzen (lange Zeit immer wieder einsumpfen, „mauken“).
Magerer Ton enthält viele unplastische Bestandteile, die kein Wasser aufnehmen, also ist die Masse schlecht formbar. Das hat jedoch den Vorteil, dass das Tonprodukt weniger leicht zusammensackt oder beim Trocknen reißt.
Magere Tone eignen sich für Aufbaukeramik, denn die unplastischen Teile erhöhen die Tragfähigkeit während der Arbeit, vor allem bei grober Schamottierung.
Naturton kann gemagert werden durch Zusatz von Schamotte (feines bis grobes Mehl aus hochgebranntem Ton) oder Quarzsand.
Was ist nun überhaupt Ton? - Sehr einfach und frei definiert:
Jeder Ton ist anders. Wenn nicht, dann ist es kein Ton!
Definition nach AIPEA (Association internationale pour l‘Étude des Argiles) (Guggenheim et. al., 2006):
„… naturally occurring material composed primarily of fine-grained materials, which is generally plastic at appropriate water contents and will harden with drying or firing. Although clay contains phyllosilicates, it may contain other materials that impart plasticity and harden when dried or fired. Associated phases in clay may include minerals that do not impart plasticity and organic matter.“
Bitte beantwortet die folgenden Fragen:
In welcher Zeitspanne in Mio Jahren entstand der hier vorkommende Ton?
Benenne bitte 2 typische Tonmineralien und erläutere mit eigenen Worten woher das hervorstechende Farbenspiel an der Fläche des Aussichtspunktes hinab zum See deiner Meinung nach kommt.
Über ein freiwilliges Bild im Log von Eurem Besuch würden sich alle freuen.
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