Kalvarienberg
Kalvarienberg bezeichnet zunächst die Hinrichtungsstätte Jesu vor den Toren Jerusalems, im weiteren Sinne auch umfangreiche Nachbildungen der Kreuzigungsszene, die im Zuge der Gegenreformation entstanden und von Katholiken als sakrale Stätten genutzt werden.
Der Begriff leitet sich aus der lateinischen Übersetzung des aramäischen Bergnamens Golgota der Vulgata-Bibel ab, wo er als calvariae locus, lateinisch für „des Schädels Ort“, wiedergegeben wird. Martin Luther übersetzte Golgata mit Scheddelstet, also Schädelstätte. Diese Übersetzung ist nicht unumstritten, insbesondere ist nicht klar, ob sich das Toponym auf die Gestalt des Hügels, auf seinen Verwendungszweck als Hinrichtungsstätte oder Friedhof oder auf eine andere Gegebenheit bezieht.
Als Kalvarienberge bezeichnet man heute ungefähr lebensgroße Nachbildungen der Kreuzigungsszene als Kruzifix, meist die drei Kreuze Jesu und der beiden Schächer, aber auch umfangreichere Skulpturen mit Nebenfiguren. Sie befinden sich auf kleinenHügeln, natürlichen oder dafür angelegten. Oft wurden auch 14 (oder eine andere Zahl) von Kreuzweg-Stationen am Anstieg zu Wallfahrts- oder Hausbergen und abgelegeneren Bergkirchen errichtet, wenige dutzend Meter oder viele hundert Meter in der Ausdehnung.
Kalvarienberge sind auch das Wahrzeichen der Bretagne, wo sie während der bretonischen Renaissance (zwischen 1450 und dem 17. Jahrhundert) besonders im Finistère in eigens geschaffenen umfriedeten Pfarrbezirken entstanden. Große Bedeutung erlangte die Errichtung von Kalvarienbergen nördlich der Alpen im Barock während der Gegenreformation.
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