Mutzenbrunnen ist eine alte Flurbezeichnung. „Mutzen“ genannt man eine kleine Form von Kälbchen. Möglicherweise geht dieser Begriff auf die mittelalterliche Nutzung des Waldes als Viehweide zurück. Nachweisbar seit der Mittelsteinzeit (8000-4500 v. Chr.)siedelten die Menschen in der Umgebung des Mutzenbrunnens. Der Siedlungsplatz wird noch einmal durch Funde aus der späteren Jungsteinzeit (4500-1800 v. Chr.) belegt.
Am Ende diese Epoche in der Bronzezeit, leben die Menschen zum Teil in geschlossenen Dorfsiedlungen. Darüber geben Fund von band- und schnurkaramischen Gefäße, Waffen, Schuhwerk und Kulturpflanzenreste (z.B. Hafer) Auskunft.
Im 9. und 10. Jh. Wird der Mutzenbrunnen erneut erwähnt. Die „Salzstraße“, welche die Städte Würzburg und Braunschweig verband, führte am Mützenbrunnen vorbei, womit dieser als Rast- und Umschlagplatz Bedeutung erlangte. Er war einzigste Süßwasserquelle zwischen der Sachsenburg und der Ahrensburg. Luftaufnahmen lassen noch heute die Wegführung der alten „Salzstraße“ erkennen.
Aufgrund von Humusablagerungen (Mist, Kot, Dreck, etc.) wurde der sonst einheitliche rote Sandstein in Bereich des Fahrwegs dunkel gefärbt. Etwa im 12. Jh. wurde mit der Bepflanzung des Mutzenbrunnens begonnen.
Sieben Linden wurden kreisförmig gepflanzt. Mit der Zahl Sieben werden im Volksglauben unterschiedliche Vorstellungen verbunden. Als magische und heilige Zahl steht die Sieben für Entwicklung und Wandlung.
Im Bauernkrieg 1525 zogen Philipp von Hessen und Heinrich von Braunschweig ihre Truppen auf dem Berg nahe des Mutzenbrunnens zusammen. Nach der Niederlage der Aufständischen und der Gefangennahme von Thomas Müntzer wurde der Berg Fürstenberg genannt.
Der Mutzenbrunnen liegt in der Hainleite (Hain = Wald, Leite = Abhang).
Dieser Begriff steht für deinen bewaldeten Höhenzug in Thüringen. Die Orte in der Umgebung auf die Endung –hausen (z.B. Seehausen), lassen auf fränkische Ansiedlung schließen. Ortsnamen, die auf -roda/rode enden, gehen auf die Siedlungsperiode im 10. bis 12. Jh. und die umfangreiche Waldrodung zurück.
Wahrscheinlich war seit den ersten Ansiedlungen, ganz besonderst aber nach den Rodungen im 16. Jh. der Mutzenbrunnen nicht vom Wald, sondern von Weiden und Feldern umgeben, wie dies noch bis in die 70er Jahre des 20. Jh. der Fall war. Die Schatten der großen Linden sowie die frische Quelle wurden nicht nur von weidendem Vieh, sondern auch von müden Wanderern gern aufgesucht.
Der Mutzenbrunnen war und ist für Künstler ein begehrtes Motiv, seit Generationen ein beliebtes Ausflugsziel und seit 1957 ein Naturdenkmal.
Der Mutzenbrunnen ist für Naturfreunde, Wanderer und Radfahrer am Wochenende und Feiertagen frei zugänglich. Der ist besonders gut über Seehausen oder Düppel zu erreichen. Beachtet bitte trotzdem die Schießzeiten, Schranken und die Beflaggung.
Bitte achtet auf den Hinweis und das die Koordinaten abweichen können, da sich der Cache im Wald befindet, da der GPS- und Handyempfang sehr schlecht ist.