Nur wenige Meter entfernt liegt eine alte
Meilerplatte
Auch wenn solche Meilerplätze zu Hauf in deutschen Wäldern zu finden sind, so sind sie doch Zeitzeugen einer lang vergangenen Waldwirtschaft.
Bis ins 20. Jahrhundert wurden im Wald von Köhlern eben Flächen von etwa 6-8 Metern Durchmesser angelegt, um darauf Kohlenmeiler zu errichten. In diesen wurde das Holz, das nicht anderweitig Verwendung fand, verkohlt.
Da Holzkohle leicht ist und einen höheren Brennwert als Holz hat, wurde es besonders zur Zeit der beginnenden Industrialisierung massenweise benötigt um Glas und Stahl herzustellen. Die Glashütten im Vordertaunus und die Hochöfen um Wetzlar verschlangen Unmengen von Holzkohle. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte dies zu einem unvorstellbaren Waldverbrauch der wiederum dazu führte, das alle gut erreichbaren Waldflächen gerodet und verwüstet wurden.
Die Köhler führten zu dieser Zeit ein zwar ausgestoßenes, aber gut bezahltes Leben, da nahezu alle Industriezweige von ihrer Holzkohle abhägig waren. Überall in den Wäldern wurden Meilerplatten angelegt, oft sogar mehrere direkt beieinander. Darauf wurden immer wieder mit dem Holz der Umgebung Meiler angelegt, die dann im Laufe mehrerer Tage bis Wochen aus diesem Holz Kohle entstehen ließen. Dabei musste der Köhler kontinuierlich den Meiler überwachen und zu jeder Tages- und Nachtzeit aufpassen, das der Meiler nicht zu heiß oder zu kalt wurde.
Nach der großflächigen Verfügbarkeit von Steinkohle (und der vielfach gesetzlich verordneten Nutzung von Steinkohle statt Holzkohle) um die Mitte des 19. Jahrhunderts ging das Köhlerhandwerk dann dem Ende entgegen. Fast über Nacht wurde Holzkohle nur noch für Bügeleisen benötigt. Das Ende der Köhlerei war nicht mehr abzuwenden.
Heute wird Holzkohle in Europa hauptsächlich in Retorten erzeugt, bei denen die Hitze nicht durch das im Meiler freiwerdende Holzgas entsteht, sondern von aussen zugeführt wird. Allerdings wird ein nicht unerheblicher Anteil der in Europa verwendeten Holzkohle importiert.
Wer einen Kohlenmeiler "in Aktion" erleben will, dem ist der Hessenpark in Neu-Anspach oder der Waldschmiedeverein in Cleeberg ans Herz gelegt.
Hinweis
Der Cache ist bis auf die letzten 40 Meter gut über einen geschotterten Waldweg erreichbar.
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