Oldenburger Kriminalfälle #1: Der Fata-Morgana-Mord
Daniela A. glaubt, 26 Jahre lang ein trauriges und zugleich erschütterndes Geheimnis mit sich herumgetragen zu haben: Sie will gesehen haben, wie ihre Tante am 19. August 1981 ihren vierjährigen Sohn erdrosselte.
Bei der Gerichtsverhandlung 2008 beschrieb sie, was damals aus ihrer Sicht geschehen ist:
Den Weg zum Tatort schilderte sie in epischer Breite und wie sie ihrer Tante - der Cousin saß auf dem Gepäckträger des Rades - heimlich folgte: Meerkamp, Dwaschweg, am Kiosk vorbei, dann durch das Kreyenzentrum, sie weiß das noch genau, auf der einen Seite durch die Glastüren rein, auf der anderen Seite wieder raus. Dann in die Bahnhofsallee - wo sie sich wieder versteckte und beobachtete, wie die Tante mit dem kleinen Markus nach rechts in einen Schotterweg abbog, der zum Bahndamm hinaufführte. An einer Bushaltestelle stellte Daniela ihr Fahrrad ab und schlich zu Fuß der Tante nach. Auf dem Bahndamm hat sie dann die grausige Tat beobachtet.
Das Problem: Im August 1981 gab es weder das Einkaufszentrum noch die benannte Bushaltestelle. Nach eigenen Angaben, aber auch von ärztlicher Seite bestätigt, leidet die Zeugin an einer schweren Persönlichkeitsstörung. Der Fall ging als der Fata-Morgana-Mord in die Oldenburger Kriminalgeschichte ein.