Ein weiterer Tradi zur "Altmärkischen Sagenstraße", hier: ANDREAS IN DÄHRE
Die Sage:
"In der Kirche zu Dähre befindet sich noch immer eine aus Holz gefertigte Figur, die nun gern ein halbes Jahrtausend alt ist. Der unbekannte Bildhauer schuf mit ihr ein Bild des Heiligen Andreas, der übrigens ein jüngerer Bruder des bekannten Petrus war. Die Statue ist überlebensgroß; die Dährer konnten sich das eben leisten und waren wohl recht stolz auf ihren farbigbemalten Andreas.
Früher wusste auch beinahe jeder Altmärker, wann Andreastag im Jahreslauf war, dem Heiligen widmete man den 30. November. Und dies war nicht nur in den altmärkischen Dörfern und Städten ein Orakeltag. An ihm konnte man seinen Blick in die Zukunft werfen, und wer wollte das nicht? Neugierig waren (und sind) besonders junge Mädchen. Sie sahen heimlich in der Andreasnacht um Mitternacht in ihren Spiegel, denn in ihm erschien das Bild ihres künftigen Liebhabers (oder Mannes). Auch schnitt man an diesem wichtigen Tag einen Zweig vom Apfelbaum. Trieben aus ihm zu Weihnachten viele Blüten, fand bald die Hochzeit statt; ließen sich zu wenige zählen, schob sich das ersehnte Ergebnis noch etwas in die ferne Zukunft. Allerdings: Viele beschworen auch, dass Blütenzahl und Hochzeit genau umgekehrt zueinander führten. "Dat is, as wenn'n Aol bien Stert haolen wist"...
Aus einem anderen, etwas neidischen Dorf boten die Leute endlich für diesen Andreas einen derart ansehnlichen Batzen Geld, dass die Dährer Kirchherren die Statue verkauften. Der Pferdewagen fuhr vor das Gotteshaus, der schnöde verkaufte Andreas wurde aufgeladen. Steif stand er da und sah keinem in die Augen. Hühott! Schon fuhr er davon. Als das Fuhrwerk an die Grenze der Dährer Feldflur kam, blieben plötzlich alle Räder unbeweglich stehen. Es war nicht anders, als wären nun die Naben auf die Achsen geschweißt. Acht Pferde nahmen die verärgerten Käufer schließlich als Vorspann, doch alles Antreiben, Peitschenknallen, Rufen half nicht vorwärts.
Die Dährer, inzwischen von ihrem schlechten Gewissen angestachelt, holten ihren Andreas spielend leicht mit einem Pferd zurück. Und da ist er über Jahrhunderte bei ihnen geblieben. Ob er noch Orakel anregt? Ich weiß es nicht; wer gibt schon zu, er sei abergläubisch, wenn es auch nur am Andreastag ist?"
(der INFO-Tafel vor Ort entnommen)
Der Cache ist eine Filmdose, die sich an gewohnter Stelle befindet (hat sich in Cacherkreisen sicherlich schon herumgesprochen). Bitte bringt zum Loggen etwas zum Schreiben mit und sucht den Cache aufgrund der nahen Wohnhäuser nur bei Tageslicht auf. Bei Muggelaufkommen zeigt Euch einfach von der schönen Sagentafel beeindruckt!
Viel Spaß vor Ort wünscht Euch die Weinbergschnecke Tremmo