Erstes Juristisches Cacher-Examen Dresdens
Diesen Cache habe ich geschaffen, um an ein trauriges Jubiläum zu erinnern. Der Senat der TU Dresden beschloss nämlich vor 10 Jahren auf seiner Sitzung am 02.07.2003, den Studiengang Rechtswissenschaft einzustellen. Der Wortlaut des Beschlusses lautete:
„Der Senat beschließt zur Umsetzung der Vorgabe der Staatsregierung über die strukturelle
Entwicklung der Hochschulen, die staatliche Ausbildung von Juristen in der Universität Leipzig
zu konzentrieren, die Aufhebung des rechtswissenschaftlichen Studienganges mit der ersten
Staatsprüfung (Fassung des Deutschen Richtergesetzes ab 01.07.2003: mit der ersten
Prüfung) – Studiengang Rechtswissenschaft an der Juristischen Fakultät der TU Dresden –
und die Einstellung der Neuimmatrikulationen in diesen Studiengang zum Wintersemester
2004/2005.“
Dieses Zitat bietet aufgrund der exakten, aber gestelzten Wortwahl und der Schachtelsatzkonstruktion einen guten Einstieg in einen juristisch angehauchten Mystery. Gerne werden solche Sätze als „Juristendeutsch“ abgetan. „Beamtendeutsch“ wäre aber ebenso passend.
Dieser Cache soll also an den Studiengang der Rechtswissenschaften erinnern, den man einst in Dresden – nicht zuletzt wegen der hervorragenden außeruniversitären Studienbedingungen – gut studieren konnte. Die Rätsel des Ersten Juristischen Cacher-Examens Dresdens orientieren sich dabei an den Vorschriften der Sächsischen Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung (SächsJAPO). Als angehende Cacher-Juristen müsst Ihr deshalb Prüfungen in folgenden Rechtsgebieten bestehen:
- Rechtsgeschichte (Hausarbeit)
- Strafrecht
- Verwaltungsrecht
- Zivilrecht
- Arbeitsrecht
Die ganze Sache wird mit einer mündlichen Prüfung abgerundet, nach deren Bestehen Ihr Euch auf die Suche nach der Dose machen könnt.
Ein juristischer Cache befasst sich natürlich mit rechtlichen Fragen. Solche müsst Ihr an den einzelnen Stationen beantworten. Aber keine Sorge: Die Fragen sind auch von Nichtjuristen mit der Hilfe des Internets lösbar. Von erfolgreichen Jurastudenten habe ich mir berichten lassen, dass das Jura-Studium nicht leicht ist und mit zahlreichen Literatur- und Internetrecherchen verbunden sein soll. Deshalb liegt nichts näher, als den Fund dieser Dose mit entsprechendem Rechercheaufwand zu verbinden. Da auch mir eher die schweren und aufwändigen Rätselcaches große Freude bereiten und in entsprechender Erinnerung bleiben, bemühe ich mich, diesen Cache einem solchen Niveau anzunähern. Dieser Cache ist also ausdrücklich nicht für den schnellen Statistikpunkt gedacht! Die angehenden Absolventen, die sich ab jetzt den Titel stud. gc. iur. geben dürfen, sollen Freude am Rätseln mitbringen und bereit sein, kreuz und quer in der Stadt verstreute Orte mit Bezügen zur Arbeit von Juristen aufzusuchen.
Seid Ihr bereit?
Prima. Dann gibt es zum Einstieg eine kleine Hausarbeit im Fach Rechtsgeschichte zu erledigen. Beantwortet dazu bitte folgende Fragen:
1. Nach welchem im 19. Jahrhundert in Dresden tätigen Rechtsanwalt wurden eine Straße und ein Platz in Dresden benannt? Das Geburtsjahr des Herrn (dessen Familienname nicht mit L beginnt) sei A.
2. Welcher Jurist wurde wegen unmoralischen Verhaltens zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Dresden versetzt, wo er erfolgreich Karriere in der Justiz machte? Das Jahr der Versetzung nach Dresden sei B.
3. Welcher in Dresden geborene Jurist mit außergewöhnlichem Vornamen brachte es bis zum Richter am Bundesgerichtshof? Die Nummer des Senats, dem er dort angehörte, sei C.
4. Welcher auch in Dresden tätige Rechtsanwalt erhielt 1998 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland? Die Hausnummer des Dresdner Büros seiner Kanzlei sei D.
5. Sogar einer der sächsischen Könige war Jurist, Hochschullehrer und Politiker. Die Anzahl der Buchstaben (ohne Leerzeichen, ohne Punkt, ß=1) des Titels seiner Dissertation sei E.
Nun sagt ein Zitat „Iudex non calculat“, was so nicht stimmt, denn auch ein Richter muss ab und zu Berechnungen durchführen (z.B. den Gegenstandswert einer Klage ausrechnen). Deshalb ist auch für die angehenden Cacher-Juristen eine kleine Rechenaufgabe eingebaut, deren Ergebnis Euch dem Versteck für die nächste Aufgabe näherbringt:
N 51° [C/2].[(B-A)*10-E/3]
E 013° [(E-C-1)/2].[A+E-B+D²+C+D-1]
Deine Lösung für die Koordinaten dieses Rätsels kannst Du überprüfen auf GeoChecker Hausarbeit.
Vor Ort an den errechneten Koordinaten steht Ihr vor einer Treppe, die zu einem markanten Gebäude führt. Schaut Euch das Gebäude gut an, denn davon wird später noch die Rede sein. Zählt dann die Stufen von der unteren Straße bis hoch zur Eingangstür des Gebäudes. Dann geht zurück zum Startpunkt und peilt von dort
[E-Anzahl der Stufen+3] Meter in Richtung [3*Anzahl der Stufen+4] Grad.
Dort findet Ihr Station 1, die nächste Prüfungsaufgabe.
Bevor es losgeht, noch folgende Tipps:
Wer das Märchen von Hänsel und Gretel gut kennt (oder dabei hat), wird im Verlaufe der Dosenjagd Vorteile haben! Auch ein Mobiltelefon mit in Cacherkreisen gängigen Apps ist notwendig.
Begebt Euch am Besten am Wochenende oder abends auf die Suche, denn da ist es an den einzelnen Stationen nicht so vermuggelt.
Noch ein paar Hinweise zu mündlichen Prüfung:
Die Koordinaten, die Du an St. 4 (Arbeitsrecht) errechnet hast und die Dich zur mündlichen Prüfung führen, vergleichst Du auf GeoChecker Station Arbeitsrecht.
Und die Final-Koordinaten, die Du während der mündlichen Prüfung erhältst, checkst Du unter GeoChecker Finale.