St.-Georg-Kirche Kemme
Kemme, an der alten Heerstraße von Hildesheim nach Braunschweig gelegen, gehört zu den in alten Urkunden am frühesten bezeugten Orten Niedersachsens. Am 3. Mai 1025 wurde Kemme erstmals erwähnt, als König Konrad II. das Landgut Kemnium dem Bischof Siegbert von Minden schenkte. Ritter Bruno von Kemme wird im Jahre 1140 genannt. Er gehörte zum Gefolge des Bischof Bernhard I.
Die erste Nachricht einer Kirche in Kemme stammt aus dem Jahre 1350. Die Kemmer Kirche besteht aus einem Wehrturm aus Bruchsteinen und einem Kirchenschiff, welches aus roten Backsteinen im neugotischen Stil errichtet wurde. Über der Eingangstür des Turmes ist die Zahl 1574 eingemeißelt. Man geht allerdings davon aus, dass der Turm erheblich älter ist, da mehrere Fenster unschwer als Schießscharten zu erkennen sind. Das ursprüngliche Langschiff der Kirche wurde im Jahr 1890 abgerissen. Das neue Kirchenschiff wurde dann 1891/92 vom Hildesheimer Architekten Werner Söchtig im neugotischen Stil erbaut. Im Jahre 1557 wurde in Kemme die Protestantische Lehre unter Bischof Adolf, Herzog von Holstein, eingeführt, aber erst 1653 wurde der Ort endgültig evangelisch.
Im Jahre 1962 wurde die Kirche renoviert. Eine weitere Renovierung erfolgte in den Jahren 1987/88. Bei dieser Renovierung wurde das Vorangegangene aus dem Jahr 1962 wieder rückgängig gemacht. Die Farbaufträge des Altares, der Kanzel, des Taufbeckens, der Empore sowie der Kirchenbänke wurden entfernt, so dass das ursprüngliche Eichenholz wieder zu sehen war und als Grundfarbe auch blieb. Gleichzeitig wurden auch die Wände frisch gestrichen und der Fußboden erneuert, so dass die Kirche nach Abschluss aller Renovierungsarbeiten in vollem Glanz erstrahlte und sie auch heute noch tut. 1990 wurde dann noch die Orgel instand gesetzt und seit 2011 hat der Turm eine neue-alte Eingangstür. Besonders im Frühling, wenn die Kastanien in voller Blüte stehen und ein blauer Himmel hinter dem Kirchturm zu sehen ist, bietet sich dem Betrachter ein wunderschönes Bild.
Zu der Kirche gehört noch das 1745 erbaute Pfarrhaus. Es gehört zusammen mit der Pfarrscheune zu den ältesten Häusern des Dorfes. Pfarrhaus und Pfarrscheune bilden ein für den südniedersächsischen Raum typisches und in dieser Form nur noch selten anzutreffendes Ensemble.