GC4JNT9 - Schacht 404 - Wismutschächte im Göltzschtal Nr. 1
Es geht weiter mit den Wismutschächten im Vogtland! Auch im Göltzschtal war die Wismut aktiv.
Mit der Schließung der Flussspatgrube Schönbrunn endete 1991 die aktuelle Periode des Bergbaus im Vogtland. Bis zurück ins 15. Jahrhundert ist der Bergbau in der Region nachgewiesen. Die Spuren dieser Tätigkeit sind inzwischen weitgehend beseitigt. Hier und da sind noch ein paar Reste zu finden. Mit der Serie soll an diese Zeugnisse des Bergbaus erinnert werden.
Warum wurden diese Schächte oder Schürfe gerade hier angelegt?
Die Schächte befinden sich alle im Kontakthof der Bergener Granitkuppel. Als die Granitschmelze vor 260 Millionen Jahren aus dem Erdinneren aufstieg, wurde am Rand des Magmas - also im Kontakthof - der hier anstehende Schiefer durch die hohen Temperaturen und den hohen Druck verändert (Fachbegriff: Kontaktmetamorphose). Gleichzeitig zirkulierten in den entstandenen Spalten hydrothermale Lösungen und bildeten unter anderem die Uranerzlagerstätten, die später von der Wismut abgebaut wurden. Die Bezeichnung Schurf deutet übrigens darauf hin, dass ein Schacht nur zur Erkundung der geologischen Verhältnisse angelegt und nicht zur Förderung genutzt wurde.
Der erste Wismutschacht im Göltzschtal, an den wir erinnern wollen, ist der Schacht 404 in Rodewisch. Davon ist noch das eingezäunte Schachtgelände übrig. Es wird heute als Hundesportplatz genutzt.
Der Schacht wurde von August 1968 bis November 1969 bis auf eine Tiefe von 200,4 m abgeteuft. Es wurden zwei Sohlen angelegt (-145 m und -190 m) und dabei einschließlich der abzweigenden Erkundungstrecken eine Gesamtstreckenlänge von 1.713 m (!) erreicht. Von den Strecken aus wurden insgesamt 3.290 m Erkundungsbohrungen durchgeführt. Und das alles innerhalb etwa eines Jahres, denn Ende 1970 wurden die Vortriebsarbeiten bereits eingestellt und 1971 mit dem Rückbau des Schachtes und der Übertageanlagen begonnen. Im September 1971 waren diese Arbeiten abgeschlossen.
Zwar wurden einige Uran-Vorräte erkundet, diese waren aber für den Abbau zu gering.
Die Belegschaftstärke betrug übrigens im Durchschnitt 77 Arbeitskräfte.
Quelle: Chronik der Wismut.

Luftbild mit der Lage des Schachtes und der untertägigen Auffahrungen
Und so sah der Schacht aus:

Quelle: Rodewischer Anzeigenblatt 10/2009
Nun zum Cache:
Startpunkt und Station 1 ist bei den oben angegebenen Cachekoordinaten. Für PKW-Reisende gibt es Platz zum Parken am Eingang zum Hundesportplatz (N 50° 32.190 E 12° 22.720).
Der umzäunte Bereich ist die Fläche der ehemaligen Schachtanlage. Vermutlich stammt auch der Zaun zu großen Teilen noch aus dieser Zeit. Das Gelände wird heute vom Hundesportverein Rodewisch e.V. genutzt. Trainigszeiten sind übrigens Mittwochs ab 17 Uhr und Sonnabends ab 14 Uhr. Zu diesen Zeiten sollte der Cache nicht unbedingt gesucht werden. Wobei es prinzipiell möglich ist, da der Hundesportplatz nicht betreten werden muss.
Sucht am Startpunkt nach zwei gut sichtbaren Zahlen mit Komma! Station 2 findet ihr bei:
- Nord: Beide Zahlen addieren, beim Ergebnis das KOMMA WEGLASSEN und 122 dazuzählen
- Ost: Beide Zahlen multiplizieren, beim Ergebnis das KOMMA WEGLASSEN und 40 dazuzählen
Station 2- Blick auf den Schachtstandort
Hier findet ihr die Koordinaten für das Finale. Wenn ihr sie gefunden habt, steht ihr vor einer Zaunsäule. Geht einen Schritt nach links und schaut durch den Zaun und zwischen den Bäumen hindurch auf den Rasenplatz. In der Mitte des Platzes ist - mit guten Augen und bei guter Sicht - eine helle Stelle mit zwei rechteckigen Schachtabdeckungen zu erkennen. Genau darunter ist der mit einer Betonplombe verwahrte Schacht 404.
Finale
Mit den an Station 2 abgelesenen Koordinaten lauft jetzt noch schnell zum Finale und ihr habt das gesamte Schachtareal gesehen.
Viel Erfolg beim Suchen und Finden! ⚒