Dieser Cache ist Teil eines „Geschichtlichen Rundganges über die ’Winkler Vorbergzone’ bei Bad Rotenfels“ - alle Caches dieser Runde sind an Plätzen von ortsgeschichtlicher Bedeutung ausgelegt. Hier die entsprechende Beschreibung:
Streuobstwiesen der Vorbergzone
In unserer „Winkler Vorbergzone“ herrscht heute der Streuobstanbau vor. Dies war jedoch nicht immer schon so. Bis in den 2. Weltkrieg prägte Ackerland und Feldanbau mit einzelnen Obstbäumen die hügeligen Lößlehm-Wiesenanhöhen, nur vereinzelt fanden sich einige als Wiesen zur Viehweide behaltenen Flurstücke. Schon vor über 100 Jahren wurde der Weinbau rückläufig, der hier an manchen Hanggrundstücken betrieben wurde. Man findet dort noch Kastaniensäume mit alten Bäumen, die in der Regel mit dem Weinbau einhergingen, da Kastanienholz schon seit der Römerzeit als Rebpfähle verwendet wurde.
Als die erwerbsmäßige Landwirtschaft mit der Industrialisierung der Region zur vorletzten Jahrhundertwende zurück ging, kamen die Landwirte, die die Flurstücke meist in Erbteilung erhielten, ihrem Feldanbau nur noch im Nebenerwerb nach. In den Gewerbe- und Industriebetrieben konnte auf leichterem Weg sicheres Geld verdient werden. Spätestens im 2. Weltkrieg ging der Ackerbau dann auf ein Minimum zurück, da dieser von den Frauen, Kindern und gebrechlichen älteren Leuten nicht mehr im vollen Umfang und lediglich zur Eigenversorgung erfolgen konnte. Die Äcker fielen brach und wurden nur noch zur Obst- und Heugewinnung bestellt. In den Nachkriegsjahren erlebte der Acker- und Feldanbau einen letzten Höhepunkt, bis er bis heute fast ganz aufgegeben wurde.
Bis heute entwickelten sich so unsere Streuobstwiesen; deren Erträge des hobby-mäßigen Obstbaus sind nicht zu unterschätzen. Vielerorts findet man Obstsorten zum „Einmaischen“, als Lager- und Tafelobst und für die Saft- und Mostgewinnung. Viele alte und regionale Obstsorten sind anzutreffen, überwiegend hochstämmige Apfelbäume (Brettacher, Lederäpfel, Wintersdorfer Haferäpfel, Ulmer Polizeiäpfel…) und neben Walnuss und vielen Steinobstsorten (Kirsch, Mirabell, Zwetschgen und Pflaumen) vereinzelt noch wenige Tafelbirnen (Gute Luise, Butterbirne, Gräfin v. Paris) und uralte mächtige Most- und Schnapsbirnen (Badische Wasserbirne, Weinbirnen, Katzenköpf).
Aufrund des Generationenwechsels und der damit verbundenen rückgängigen Naturverbundenheit und Interesse zur Sache verfallen viele Wiesen jedoch der Verkrautung oder werden nur noch einmal jährlich gemulcht anstatt mehrmals gemäht, das Schnittgut bleibt oft liegen, was dem Boden und der Artenvielfalt nicht von Vorteil ist. Manche alte Bäume verwildern, da der regelmäßig erforderliche Pflegeschnitt fehlt.
Spoiler und Hinweise
Art des Cachebehälters und Anbringung
PETling, leicht versteckt
Anfahrt und Parken
Die Landwirtschaftswege sollten aufgrund der starken Frequenz von Landwirten, Wanderern und Reitern nicht mit dem Fahrzeug genutzt werden. Viele Feldwege sind nur Überfahrtsrechte für Anlieger. Es empfiehlt sich eine Cacherunde „zu Fuß“ über die Vorbergzone, Parkmöglichkeiten siehe Wegpunkt.
Bitte beachten
Um den Bestand dieser geschichtlichen Cacherunde über die Vorbergzone erhalten zu können, wäre es schön, wenn wir Cacher hier beim Suchen besonders behutsam vorgingen und auch nach dem CITO-Prinzip handeln könnten (Jeder darf was mitnehmen…).