
Bodenlehrpfad Taferlklause


Die Entstehung von Boden ist ein langer Prozess und reicht bei den meisten unserer heutigen Böden bis zur letzten Eiszeit, mehr als 10.000 Jahre, zurück. Das Ausgangsmaterial der Böden ist Gestein, das durch Erosion und Verwitterung langsam gelockert und in seine mineralischen Bestandteile zerlegt wird. Erste Pflanzen können sich ansiedeln und die in den Mineralien enthaltenen Nährstoffe nutzen. Diese Pflanzen wiederum sind die Basis für die Bildung von Humus. Dabei werden organische Reste wie Laub, Zweige und Wurzeln durch die Bodenlebewesen ab- und umgebaut. Humus versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen und stellt einen ausgeglichenen Luft- und Wärmehaushalt des Bodens sicher. Damit schließt sich ein Kreislauf.
Unter Bodenerosion versteht man den Abtrag von Bodenmaterial durch Wasser, Eis, Wind oder Schwerkraft. Es handelt sich dabei um natürliche Vorgänge, die jedoch durch menschliche Tätigkeit oft verstärkt und beschleunigt werden. Eine Wiederablagerung des Materials kann dort erfolgen, wo die Kraft des transportierenden Mediums nicht mehr ausreicht. Dies kann gleich am unteren Ende eines Ackers sein, aber auch vielleicht erst in einem gestauten Flussabschnitt oder gar im Meer.
Unter Karst versteht man in der Geologie und Geomorphologie unterirdische und oberirdische Geländeformen in Karbonatgesteinen (zum Teil auch in Sulfat- und Salzgesteinen), die vorwiegend durch Lösungs- und Kohlensäureverwitterung sowie Ausfällung von biogenen Kalksteinen und ähnlichen Sedimenten mit hohen Gehalten an Calciumcarbonat (CaCO3) entstanden sind. Hauptmerkmal ist der überwiegend unterirdische Wasserhaushalt, der nicht auf einer primären Porosität des Gesteins beruht, sondern vielmehr sekundär durch den in geologischer Zeit stattfindenden Prozess der Verkarstung (d.h. Korrosion) bedingt wird.
Der Bodenlehrpfad Taferlklause mit dem wir uns bei diesem Earthcache beschäftigen, liegt malerisch in etwa 800 m Seehöhe an der Verbindungsstraße zwischen Traun- und Attersee am Fuß des Höllengebirges. Diese Lage ist vor allem deshalb interessant, weil im Gebiet die geologischen Einheiten Kalkalpen und Flyschzone aufeinander treffen und Landschaft und Böden auch eiszeitlich überformt wurden. Entsprechend sind unterschiedliche Böden ausgebildet. Anhand von Bodenprofilen und Schautafeln werden hier verschiedenste Aspekte des (Wald)Bodens beleuchtet.
Die Bodenprofile
Im Rahmen des Bodenlehrpfades sind 7 Bodenprofile sowie ein Moor zu besichtigen. Die Bodenprofile sind nahe den Wanderwegen bzw. der Forststraße angeordnet. Neben den aufgegrabenen Bodenprofilen ist jeweils eine große Schautafel aufgestellt. Hier wird das Bodenprofil anhand verschiedener Merkmale wie Farbe, Grobstoffanteil, biologische Aktivität, Tonanteil klassifiziert und unter anderem anhand einiger chemischer Analysewerte erläutert. Zu jedem Standort werden einige typische Pflanzen gezeigt und am Bodenprofil bzw. Standorte sichtbare Phänomene (Besonderheiten) besprochen. Auf der geologischen Grundlage (die Gesteine bilden ja die C-Horizonte, also das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung) haben sich die im Lehrpfad dargestellten Bodenprofile nach der Eiszeit entwickelt. So bildeten sich die Profile 1 bis 4 auf rein kalkigem Substrat, wobei der Feinstoffgehalt bei Profil 1 auch günstige Bodenwasserbedingungen bietet, die bei den Profilen 2 und 4 nicht gegeben sind. Im groben Schutt des Schwemm- und Murenkegels versickert das Wasser ungebremst in große Tiefen. Bei Profil 3 am Fuß eines Steilhanges sind Prozesse der Hangdynamik zu beobachten, die offensichtlich zu kleinräumigen Bodenverfrachtungen, möglicherweise nach starken Niederschlägen, führen.
Der über Hauptdolomit erstaunlich hohe Tongehalt im Schutt dürfte auf Moränenmaterial und / oder die in der Umgebung auftretenden Gesteine der Schrambach-Formation zurückzuführen sein. Auch im Profil 8 sind die Spuren der Hangdynamik sehr deutlich. Obwohl im Bereich der Flyschzone, ist der tiefere Anteil des Profils (Cv) eine kalkalpine Moränenablagerung des ehemaligen Gletschers. Der dunkle Bv-Horizont stellt verflossenes, feinkörniges Verwitterungsmaterial des Flysches dar. Die Profile 9 und 10 sind auf reinem Flyschschutt entwickelt, wodurch sich ihr hoher Tonanteil und die beschränkte interne Drainagemöglichkeit erklärt.
Besucht man alle Stationen, sind knapp 5 km zurückzulegen. Festes Schuhwerk ist von Vorteil.
Nun zum Earthcache:
Zum Loggen des Earthcache sind bei den Schautafeln der sieben Bodenprofilen unten stehende Fragen zu beantworten.
Die Antworten sind per E-mail an mich zu senden. Du brauchst die Logerlaubnis nicht abzuwarten.
Sollten deine Antworten nicht korrekt sein, werde ich mich bei dir melden.
Auf dem nachstehenden Lageplan könnt ihr die einzelnen Stationen (rot) sowie die Parkmöglichkeiten in der Nähe sehen.

FRAGEN:
Frage Profil 1: Wie nennt man den Bodenhorizont, der durch Eisenoxide (rot)braun gefärbt ist?
Frage Profil 2: Um welches Ausgangsgestein handelt es sich bei diesem Profil?
Frage Profil 3: Wie nennt man den Prozess des Abtrags von Gestein und Boden durch Schwerkraft, Wasser und Wind?
Frage Profil 4: Welches Gestein neutralisiert bei diesem Profil die (entstehenden) Säuren?
Frage Profil 8: Aufgrund von was sind die Karbonatanteile an der Oberfläche der durch den Gletscher abgelagerten Moräne stark korrodiert?
Frage Profil 9: Durch was wird das Versickern des Niederschlags durch einen dichten Horizont (Staukörper = S-Horizont) behindert?
Frage Profil 10: Zu was kommt es, wenn kein Karbonat (mehr) im Boden vorhanden ist?
Zusatzfrage: Halte in der Nähe vom Bodenprofil 1 Ausschau nach einem Holzstand, auf dem du drei Holzkisten findest. Welchen Inhalt findest du in den drei Holzkisten und durch was unterscheiden sich die Inhalte?
HAPPY HUNTING!