Die Arche Noah
Ein Mann in seinen besten Jahren saß vor seinem Wochenendhaus und sah seinen Kindern beim Spielen zu. Seine Frau kochte drinnen Kaffee. Der Überlieferung zufolge stand das Haus ungefähr da, wo heute das Kassenhäuschen vom Waldbad steht. Der Anlegesteg ist aber angeblich erhalten geblieben.
Plötzlich begann sich der Himmel zu verdunkeln, und schon rumorte es. Was hatte der Alte Herr da oben denn nun schon wieder!? Und dann blitzte und donnerte die Kurzmitteilung herunter. Die Rede war von einer Sintflut, und er, Noah, sollte eine Arche bauen.
So hockte er sich denn in seinen kleinen, blechernen Kahn und schipperte in den nächsten Baumarkt. Eine Kettensäge und diverser Kleinkram war sein Begehr. Holz würde er hier in der Gegend genug finden. Aber er würde auf der anderen Seite des Flusses mit dem Abholzen beginnen. Sonst stünde anschließend ja sein Wochenendhaus in einer kahlen Einöde!
Unterwegs kaufte er sich noch eine Zeitung. Die mit den vielen Bildern. Zwischen den Bildern las er, daß irgendein Gott, (war es Zeus?) es anläßlich einer Einweihung ordentlich krachen lassen will. So richtig mit Musik, Mädels und buntem Feuer am Himmel. Auch das Radio, der Sender vom Berggipfel im Harz, ist angekündigt.
Aber er, Noah, hat mal wieder eine unaufschiebbare Aufgabe. Klar doch: Die Götter feiern, und das Fußvolk hat zu arbeiten. Ob sich das jemals ändern würde?
Na ja, wenn er etwas kleiner bauen würde als gefordert, könnte er vielleicht doch noch zur Fete gehen. So ab Mitternacht wird es ja erst richtig spannend. Dafür würde er zwar seinen kleinen, blechernen Kahn und ein paar Viecher zurücklassen müssen. Vielleicht die gefräßigen Saurier und die übergewichtigen Mammuts. Statt dessen würde er andere Kreaturen, die eigentlich zurückbleiben sollten, einladen. Z.B. die Mücken und Zecken, dann geht die Rechnung in Summe wieder auf, und bis der Alte seine Schummelei bemerken würde, schwimmt der Kahn längst auf der Flut.