Karibik oder ohne Kies nix los!
Seit 1935 wird im Gemeindebereich Penzing Kies abgebaut. Dabei kam es in der Vergangenheit zu erheblichen Belästigungen durch die Lärmentwicklung der Brechanlage des Kieswerks, dessen Förderbändern und starken Lkw-Verkehr. Die abgebauten Bereiche wurden entweder mit Bauschutt, Hausmüll und Fäkalschlamm wiederverfüllt oder als Fischteiche bzw. Badesee gestaltet.
Das Abbaugebiet wird nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands der Haupteinheit „Ammer-Loisach-Hügelland“ zugeordnet, welches durch die letzte Eiszeit, die Würmeiszeit, geprägt wurde. Die Ablagerungen der Würmeiszeit prägen das Landschaftsbild in Penzing. Die von den Eisströmen herbeigeführten Schottermassen blieben in Form von Moränen liegen. Auf den quartären Ablagerungen haben sich Parabraunerden und Braunerden entwickelt.
Die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit preiswürdigen mineralischen Bodenschätzen aus heimischen Rohstoffvorkommen (Kies, Sand, Lehm, Ton und Bentonit) soll über die Ausweisung von Vorrang- und Vorbehaltsgebieten sichergestellt werden. (èaus Kies wird „Moos“)
Da Kiesabbau grundsätzlich mit einem erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild verbunden ist, muss es ein Anliegen sein, den ‚Wildwuchs’ von Kiesabbauflächen einzudämmen. Der geplante Abbau in den nächsten 30-40 Jahren soll in geordneten Bahnen verlaufen und insgesamt 62ha umfassen. Durch einen stufenweisen kleinflächigen und abschnittsweisen Abbau sollen die Eingriffe in den Naturhaushalt und das Landschaftsbild minimiert und die Beeinträchtigung durch Emissionen reduziert werden.
Beim Kiesabbau wird eine vollständige Ausbeutung angestrebt. Die Abbautiefe ist bis zum Grundwasserstau in 14m Tiefe geplant.
Die Kiesabbauflächen müssen durch andere Flächen (19ha) ausgeglichen werden.
Für die Rekultivierung der ehemaligen Kiesabbaufläche liegt ein Rekultivierungsplan aus dem Jahr 1992 vor, wobei die Wasserflächen gemäß der regionalplanerischen Zielvorgabe nach dem Abbau nicht wieder verfüllt werden, da die Gefahr der Grundwasserverseuchung besteht.
Die „Penzinger Karibik“ zeichnet sich, im Gegensatz zum „Penzinger Badesee“, durch türkisblaues und klares Wasser aus. Die Temperaturen können im Sommer respektable 24°C erreichen.