Wir schreiben den 30.September 1906.
Ein mit Prominenz besetzter Festzug, verließ den feierlich dekorierten Villacher Staatsbahnhof. Sein Ziel war die Bahnstation Rosenbach, wo unter dem Landeshauptmann Graf Zeno GOESS, der Karawankeneisenbahntunnel eröffnet wurde. In seiner Ansprache würdigte er die direkte Verbindung Kärntens mit dem See-Imperium Triest und die Genialität der eingesetzten Ingenieure.
Was er nicht erwähnte, war ein kleiner Friedhof.
Für alle "Nicht - Christen" unter den verstorbenen Tunnelarbeitern wurde nahe dem Nordportal ein Waldfriedhof angelegt. Laut Schätzungen wurden hier bis zu 80 Arbeiter bestattet. Als im Jahre 1906 die Arbeiten abgeschlossen waren, wurde der Friedhof sich selbst überlassen. Aus Jahren wurden Jahrzehnte und schließlich ein Jahrhundert. Der Friedhof und dessen Seelen wurde vergessen. Heute sind die Gräber überwuchert, den einzigen Hinweis auf die Grabstätten liefert die versteckt gelegene Ruine der Friedhofskapelle.
Ein Sprichwort sagt: Jeder stirbt zwei Mal. Zuerst, wenn man aufhört zu atmen. Das zweite Mal etwas später - dann wenn man vergessen wird.
Dieser Cache ist für jene, die vergessen wurden.