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Die Erde am Faulenzerweg EarthCache

Hidden : 10/3/2013
Difficulty:
3 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:


Die Erde am Faulenzerweg

Woher der Name stammt, ist leider nur zu vermuten. Aber sehr wahrscheinlich ist folgende Erklärung: Um vom Mohrenplatz in Richtung Martinsgrund/ Fuchsturm etc. zu spazieren, nahmen viele Geraer die beschwerlicheren Routen oberhalb des Hainberges mit ihrem Auf und Ab durch den Wald, über kleine Brücken, Treppen und ähnliches auf sich. Die "Faulenzer", also Spaziergänger, die eher gemächlich flanieren wollten, wählten demgegenüber den weniger anstrengenden, fast ebenen Weg entlang der Elster und am Vorwerk Osterstein, eben den Faulenzerweg. Auch heute noch ist der Weg eine der schönsten Verbindungen zwischen Untermhaus und den südlicheren Stadtteilen westlich der Elster.

Quelle: untermhaus.de

Der bei vielen Geraern beliebte Faulenzerweg überrascht alle interessierten Hobby-Geologen mit einem einzigartigen Phänomen. Am Steilhang des Hainberges zwischen der Torstenson Eiche und der Untermhäuser Brücke sind zahlreiche Klippen aufgeschlossen, welche typische Gesteine des Unteren Buntsandsteins als Wechsellagerung von violettroten, meist bankig ausgebildeten Sandsteinen und geringmächtigen (Zentimeter bis Dezimeter) rostbraunen Tonsteinen zeigen.


Im Lauf von Jahrmillionen haben sich durch das von den Hochflächen zum Tal der Weißen Elster hin abfließende Oberflächenwasser tiefe Schluchten und Gräben gebildet, welche diesem Gebiet heute seine charakteristische Gestalt geben.
Das Grundgestein selbst ist nur an wenigen Aufschlüssen im Gebiet sichtbar. Es dient gleichzeitig auch als Ausgangsmaterial für die Bodenbildung. Sandiges, z.T. lehmigtoniges Material bildet einen meist deutlich braunen Bodenhorizont.

Dieser Boden mit seinen natürlichen Funktionen spielt eine sehr wichtige Rolle aber für die meisten Menschen ist er einfach nur da und selbstverständlich.
Der Umgang mit ihm ist sehr sorglos und verglichen mit Wasser und Luft wurde er als Umweltmedium früher kaum beachtet.

Boden ist die oberste Schicht der festen Erdkruste. Sie kann wenige Zentimeter, aber auch etliche Meter betragen.
Im Gegensatz zum Gestein ist Boden belebt. Eine dichte Decke aus Pflanzen und die Atmosphäre grenzen den Boden nach oben ab. Nach unten hingegen geht die Grenze in lockeres oder festes Gestein über. Der Boden setzt sich aus Mineralien unterschiedlichster Art und Größe zusammen aber auch aus Humusteilchen (organische Substanz), welche von Pflanzen und Tieren stammen.

Im Laufe der Bodenbildung entstehen Schichten, die sich in ihren Eigenschaften (z.B. Farbe, Struktur) unterscheiden. Diese so genannten Horizonte sind oben streuähnlich und werden nach unten zunehmend gesteinsähnlich. In Profildarstellungen des Bodens werden diese Horizonte mit Großbuchstaben gekennzeichnet.
So ein A-B-C-Profil besitzt z.B. die in Mitteleuropa weit verbreitete Braunerde. Den Namen hat sie von der Braunfärbung des B-Horizonts. Diese Schicht kann eine Mächtigkeit von 60 bis 150 Zentimetern besitzen.
Hier, am Faulenzerweg, kann man an vielen Stellen sehr gut erkennen, wie aus dem Gestein durch die Verwitterung Boden wird.

Nach geologischen Maßstäben gemessen sind die Böden in Thüringen noch jung. Frostbedingte Verwitterungsprozesse sowie Bodenverlagerungen infolge der Eiszeit sind für die Bodenentstehung in unserer Gegend verantwortlich.
Gewaltige Erosions- und Fließvorgänge transportierten den Boden ab und lagerten ihn in neue Gebiete um. Auch Wind und Stürme wehten auf riesigen Flächen die feinen Bestandteile des Bodens fort und lagerten es z.B. ins Thüringer Becken um.
Natürlich dauern diese Prozesse sehr lange und der Boden entsteht dadurch nur sehr langsam. Ca. 10.000 Jahre alt sind die ältesten Böden Thüringens, welche erst am Ende der letzten Kaltzeit entstanden sind.







1: Grundgebirge und Schiefergebirge - Braunerden / Podsole
2: Berg- und Hügelländer - Braunerden
3: Schichtstufen und Kalkplatten - Rendzinen / Pararendzinen
4: Becken und Lösshügelländer - Schwarzerden / Parabraunerden / Fahlerden
5: Plateaus, Kuppen und Blockschutthalden Rhönbasalte - Braunerden
6: Terrassenebenen, Flussauen und Niederungen - Vega / Gleye


Quelle: Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie

Viele Faktoren wirken auf die Bodenbildung ein und welcher Bodentyp gebildet wird ist z.B. abhängig vom Ausgangsgestein, Relief, Klima, Bodenorganismen und nicht zuletzt vom Menschen selbst.

Wir unterscheiden folgende Bodenarten:
Sand hat einen Durchmesser zwischen 2 und 0,063 mm
Schluff hat einen Durchmesser zwischen 0,063 und 0,002 mm
Ton hat einen Durchmesser unter 0,002 mm
Lehm ist ein Gemisch mit annähernd gleichen Anteilen dieser drei Bodenarten.

Welche Bodenart vorliegt, kann der Geocacher mit Hilfe der Fingerprobe feststellen.
Vorsicht! Hierbei werden die Finger dreckig!

Der angefeuchtete Boden wir hierbei zwischen den Fingern gerieben, gerollt und geknetet.

Sandiger Boden fühlt sich rauh an, ist kaum formbar und hinterlässt an den Fingern kaum Spuren. Er wird auch als „leichter“ Boden bezeichnet.
Ein „mittelschwerer“ Boden ist ein lehmiger bzw. toniger Boden mit einem höheren Anteil an Sand. Er beschmutzt die Finger leicht oder merklich und ist etwas oder deutlich formbar. Je rauher er ist, um so höher ist der Sandanteil.
„Schwere“ Böden sagt man auch zu tonigen bis lehmigen Böden. Sie lassen sich gut formen und verschmutzen Eure Finger stark. Je glatter die Fläche beim Formen ist, um so mehr Ton ist im lehmigen Boden.



1. Nach unserem kleinen Experiment könnt ihr uns sicher sagen, um welche Bodenart es sich hier handelt.
Begründet Eure Aussage und beschreibt, was ihr bei der Fingerprobe gefühlt habt.

2. Worauf geht die Färbung des B-Horizonts der hier zu findenden Erde zurück? Nenne zwei Gesteinsarten, auf denen diese Erde vorkommt (eine findest Du direkt vor Ort)!

Bitte beantwortet zum Lösen des Caches auch noch folgende zwei Fragen, dessen Antworten ihr leider nicht mehr auf der Infotafel vor Ort findet. (Infotafel wurde entwendet. Ein Bild von ihr ist im Listing zu finden)
3. Vor wieviel Millionen Jahren entstand der Grundstein dieses Gebietes?
4. Wie wird das sandig, z.T. lehmigtonige Material, welches typisch für Bergländer ist, genannt?


Ganz in der Nähe dieses Aufschlusses befindet sich eine zweite, einzigartig-geologische Besonderheit, welche in direktem Zusammenhang mit diesem Zeugnis der Wissenschaft vom Aufbau der Erde steht.

Das Liebe-Denkmal

Liebe (1878) beschreibt den Buntsandstein des Hainberges von Gera wie folgt: "Er besteht ... aus einem unendlichen Wechsel gut geschichteter Lagen und Bänke von bunten, hellroten, graurötlichen, grauvioletten, schmutzig-gelblichen und grünlich-weißen, fein-, klein-, mittel- und manchmal selbst grobkörnigen Sandsteinen und ebenso bunt, aber meist kräftiger gefärbten Schieferletten."

Am Denkmal selbst findet der aufmerksame Geocacher die wichtigsten Vertreter der geologischen Formationen in Ostthüringen in Form von Gesteinsblöcken. Der Hauptblock des Denkmals besteht aus dem bekannten Saalburger Marmor, der stratigraphisch der Ockerkalk-Formation des Silurs zugeordnet ist. Der Marmorbruch fiel in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts dem Stau der Bleilochtalsperre zum Opfer.
Das heute stark bemooste Denkmal besteht aus folgenden Gesteinen der Region: Rhyolith von Posterstein (Devon), Diabase von Großenstein und Steinicht (Devon), Tonschiefer aus dem Thüringischen Schiefergebirge (Ordovizium), Zechsteindolomit, Konglomerat des Rotliegend von Gera, Grauwacke des Unterkarbons (Veitsberg bei Mildenfurth, Zoitzberg in Gera), Quarzit vom Hüttchenberg bei Wünschendorf (Ordovizium).
Quelle: Geologie und Geotope in Gera und Umgebung

Vor Ort gibt es hier an Stage 2 leider keine Infotafel welche auf diesen geologischen Schwerpunkt hinweist.
Aus diesem Grund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:


5. Nenne mindestens zwei Gesteine der oben aufgeführten Gesteinsblöcke und ihre Position am Denkmal.
6. Welche Höhe hat ungefähr der Saalburger Marmor?
7. Optional würden wir uns über ein Foto vom Experiment vor Ort freuen.



Nachdem ihr die Antworten über unser Profil an uns gesendet habt, darf sofort geloggt werden. Sollte etwas falsch sein, werden wir uns bei Euch melden.
Viel Spaß beim Entdecken dieses einzigartigen Ortes wünschen Euch
Hummel & Brummel


Additional Hints (No hints available.)